Dynamo Dresden: Die Zeit im Westen hat Fiel geprägt

Dresden - "Bochum, ich komm' und gehe! Bochum, ich häng' an dir!" Den Grönemeyer-Hit hat Cristian Fiel sicher schon 1000 Mal gehört. Er lief erst am Dienstag beim Konzert von "Gröni" im Harbig-Stadion.

16 Jahre später ist Cristian Fiel Trainer der SG Dynamo und bereitet sein Team auf die morgige Partie beim VfL vor.
16 Jahre später ist Cristian Fiel Trainer der SG Dynamo und bereitet sein Team auf die morgige Partie beim VfL vor.  © Lutz Hentschel

Auch der Dynamo-Coach kam einst in den Pott zum VfL, zwölf Monate später ging er schon wieder. Ob er am Verein auch hing?

Keine Ahnung, aber: "Es hat lange gebraucht, bis ich erkannt habe, was das für eine große Erfahrung war", sagt der 39-Jährige.

2003 im Januar kam er zum damaligen Erstligisten, 2004 im Winter ging er wieder. In der Zeit absolvierte er sechs Partien für den VfL Bochum.

Als er auf seine zwölf Monate tief im Westen, wo die Sonne verstaubt, angesprochen wird, holt Fiel tief Luft, lächelt und redet munter und ehrlich darauf los: "Ich bin dorthin gekommen nach einer guten Phase bei Union Berlin. Ich habe mich mit Spielern gemessen wie Dariusz Wosz, Paul Freier, Sebastian Schindzielorz und Delron Buckley. Meine Gedanken waren, kann ich mit denen überhaupt mithalten? Kann ich einen von denen verdrängen? Kann ich wirklich meinen Weg in der 1. Bundesliga gehen?"

"Ich glaube, dass ich damals noch nicht überzeugt davon war. Das ist knallhart bestraft worden. Wenn du in das Becken springst, dann musst du schwimmen. Mit Brustschwimmen wird es schon schwer. Es wäre besser, du kraulst", sagt er zu seiner Zeit im Ruhrgebiet.

Dynamo-Coach Cristian Fiel trainierte in Bochum "wie ein Gestörter"!

Der 23-Jährige Cristian Fiel Ende März 2003 im Trikot des damaligen Erstligisten VfL Bochum. Nach zwölf Monaten und nur sechs Partien war im Pott wieder Schluss. Gelernt hat er viel aus der Zeit.
Der 23-Jährige Cristian Fiel Ende März 2003 im Trikot des damaligen Erstligisten VfL Bochum. Nach zwölf Monaten und nur sechs Partien war im Pott wieder Schluss. Gelernt hat er viel aus der Zeit.  © imago images/Rust

Fiel ist nicht mit der Überzeugung reingegangen, der Beste zu sein. Er hatte Bedenken, seinen Weg zu gehen.

Und wenn du zweifelst, machst du eben nicht mit einem Doppelpass jeden Gegner nass. Daher war das Kapitel für ihn nach einem Jahr beendet. Er ging damals nach Aachen.

Die Bochumer Erfahrung hat ihm am Tivoli geholfen. "Ich habe beim VfL trainiert wie ein Gestörter. Wenn die Profis nur morgens trainiert haben, bin ich abends zur zweiten Mannschaft gegangen. Weil ich mir gesagt habe, ich muss so viel investieren wie es nur geht. Ich glaube, ich habe später die Belohnung dafür bekommen: DFB-Pokalfinale und Europa League mit Aachen, Aufstieg und 1. Liga mit Aachen. Wenn du hart arbeitest, zahlt sich das aus."

Und genau das sagt er auch immer wieder seinen Jungs: Harte Arbeit lohnt sich und die muss Dresden in Bochum abliefern.

Bei VfL-Siegen wird gern im Anschluss der Steiger gespielt - und den hört kein Dynamo gern. Auch Fiel nicht.

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