Nächste Dynamo-Pleite! Jetzt wird's eng für Trainer Walpurgis

Darmstadt - Jetzt wird es ganz eng für Maik Walpurgis! Dynamo Dresden hat auch am Samstag den erhofften Turnaround nicht geschafft und musste sich beim SV Darmstadt 98 mit 0:2 (0:1) geschlagen geben. Damit bleiben die Schwarz-Gelben im neuen Jahr sieglos, kassierten die vierte Pleite im fünften Spiel.

Die entscheidende Szene in der ersten Halbzeit: Tobias Kempe tritt den Freistoß, Rico Benatelli (rechts in der Mauer) fährt wenige Sekunden später den linken Arm aus und berührt den Ball - Elfmeter.
Die entscheidende Szene in der ersten Halbzeit: Tobias Kempe tritt den Freistoß, Rico Benatelli (rechts in der Mauer) fährt wenige Sekunden später den linken Arm aus und berührt den Ball - Elfmeter.  © Imago

Vor 11.330 Zuschauern im Stadion am Böllenfalltor erzielte Ex-Dynamo Tobias Kempe in der ersten Hälfte per Elfmeter das 0:1 (44. Minute). Den Deckel drauf machte Serdar Dursun in der 85. Minute nach einem Konter.

Sportgeschäftsführer Ralf Minge hatte am Donnerstag zwar ein klassisches Ultimatum für Walpurgis verneint, aber gleichzeitig klargemacht, dass nach dem Darmstadt-Spiel neu bewertet wird. Das dürfte am Sonntag nun passieren und die Aktien für Walpurgis stehen dabei nicht gut.

Vor der Partie war Personalalarm angesagt. Denn nach den längerfristigen Ausfällen von Hartmann und Ballas, meldeten sich vor dem Spiel neben Koné auch noch Patrick Ebert (Verhärtung Oberschenkel) und Haris Duljevic (Adduktoren-Verhärtung) ab. Beide mussten das Abschlusstraining abbrechen und konnten nicht in den Flieger gen Frankfurt steigen.

So musste Walpurgis umstellen. Max Kulke (18) kam zu seinem Profi-Debüt, ihm konnte man in der ersten Hälfte keinen Vorwurf machen. Den gestandenen Spielern schon eher. Dynamo wirkte verunsichert, konzentrierte sich auf die Defensive, wackelte dort aber auch ein ums andere Mal bedenklich.

Vor allem, wenn sich die Möglichkeit zum schnellen Umschalten bot, trabten die Spieler ohne großes Tempo aus dem eigenen Sechzehner, scheuten das Risiko, oder es fehlten die spielerischen Mittel, um geordnet nach vorn zu kommen. Die Offensivbemühungen mit daraus resultierenden Chancen ließen sich an einer Hand abzählen. Zweimal war es Wahlqvist, der aus rechter Position abzog und beide Male den Kasten knapp verfehlte.

Dynamo Dresden liegt zur Halbzeit mit 0:1 zurück

Ex-Dynamo Tobias Kempe (hinten) feiert mit Yannick Stark seinen verwandelten Elfmeter zum 1:0 für die Lilien.
Ex-Dynamo Tobias Kempe (hinten) feiert mit Yannick Stark seinen verwandelten Elfmeter zum 1:0 für die Lilien.  © DPA

Bereits in der 22. Minute zappelte dann der Ball im Kasten von Markus Schubert, doch nach einem Freistoß von Tobias Kempe stand Höhn im Abseits bei seinem Kopfball.

Kurz vor der Halbzeit war es dann aber so weit. Nach einem erneuten Kempe-Freistoß fuhr Benatelli den linken Arm aus - Elfmeter! Den verwandelte Kempe zum 1:0 für die Lilien.

In der Halbzeit entschied sich Walpurgis, Kulke rauszunehmen. Für ihn kam Baris Atik, der nach wenigen Minuten gleich mal Gelb sah.

In der 56. Minute hatte er nach Pass von Gonther den Ausgleich auf dem Schlappen, doch er spitzelte den Ball an den rechten Pfosten.

Dynamo bemühte sich nun mehr, gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen. Darmstadt hatte in der Defensive ebenfalls zu kämpfen. Der eingewechselte Atilgan (68.) und Benatelli (69.) ließen ihre Möglichkeiten zum Ausgleich liegen.

Es war nun viel mehr Tempo in der Partie, auch weil Dynamo zeitig anlief und mit mehr Tempo agierte. Das gab natürlich Raum für gefährliche Konter. Jannik Müller klärte in der 71. Minute in höchster Not eine Flanke von Kempe direkt vors Tor.

In der 79. Minute kam mit dem letzten Wechsel bei Dynamo Möschl für Wahlqvist. Drei Minuten später rettete Heuer Fernandez im Tor der Darmstädter in höchster Not und lenkte den Kopfball von Nikolaou über die Latte. Der Ausgleich wär für Dynamo mittlerweile verdient gewesen.

Doch die nicht genutzten Chancen rächten sich, als Dursun in der 85. Minute eine Flanke von Heller zum 0:2 aus Dynamo-Sicht vollendete. Die Fans rollten die Fahnen ein und unterstützten die Mannschaft nicht mehr. Zudem wendeten sie sich ab und wollten das Stadion vorzeitig verlassen. Jetzt muss der Verein die richtigen Maßnahmen finden, um den Negativtrend zu stoppen.

Trainer Maik Walpurgis nach dem Spiel:

Für Maik Walpurgis wird es jetzt eng.
Für Maik Walpurgis wird es jetzt eng.

"Wir sind natürlich enttäuscht, das ist keine Frage. Wir haben in der ersten Halbzeit eine sehr umkämpfte Partie gesehen. Beide Teams hätten in Führung gehen können. Für mich war es ein sehr zweifelhafter Freistoß und Elfmeter, das war sicher ein Knackpunkt, denn wer hier in Führung geht, kann sein Spiel darauf ausrichten.

In der zweiten Halbzeit hat das Team weiter mutig nach vorn gespielt hat und sich Chancen erarbeitet. Im Moment ist unsere größte Baustelle, dass wir seit etlichen Halbzeiten keine Tore geschossen haben. Wenn man keine Tore schießt, kann man keine Punkte holen und die brauchen wir in der Situation ganz dringend.

Dass wir heute Ausfälle mit Koné, Ebert, Duljevic zu den Verletzten, die ohnehin schon da waren, ist natürlich nicht schön. Aber den Jungs, die auf dem Platz waren, kann ich keinen Vorwurf machen.

Max (Kulke, Anm. d. Red.) hat eine sehr gute Vorbereitung gespielt. Patrick Ebert hätte die Position gespielt, musste aber zu Hause bleiben. Max hat es gut gemacht. Ich habe ihn rausgenommen, weil wir das System umgestellt haben.

Der wichtigste Punkt, auf den wir uns konzentrieren müssen, ist das Fußball spielen und Tore schießen. Dass die Fans enttäuscht sind, dafür habe ich größtes Verständnis. Aber es gilt, zusammenzuhalten und schwierige Situationen zu meistern. Wenn die Ergebnisse stimmen, dann wird auch da wieder Ruhe einkehren.

Es ist vollkommen normal, dass Du als Trainer Ergebnisse brauchst. Wenn die nicht stimmen, bist Du als Trainer immer angreifbar. Das gehört zum Business dazu. Ich kann mich nur voll einbringen in der Mannschaft und mit ihnen im Training hart arbeiten und fighten.

Ich habe mich vom ersten Tag an voll eingebracht. Die letzten Wochen sind nicht schön. Letztlich liegt es nicht in meiner Macht. Es ist eine Frage der Verantwortlichen, die ich so nicht beantworten kann. Ich fange nicht an, nach Ausreden zu suchen. Es ist Fakt, dass wir punkten müssen, um nicht in Abstiegsgefahr zu geraten. Ich stehe in der Kritik, das gehört zu dem Geschäft dazu."

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