Dynamo gegen HSV wird wegen Demos in Chemnitz abgesagt!

Chemnitz - Was droht dieses Wochenende Chemnitz? Sachsens Polizeichef Jürgen Georgie hat für den Freitagabend kurzfristig eine Pressekonferenz einberufen.

Landespolizeipräsident Jürgen Georgie vor Journalisten.
Landespolizeipräsident Jürgen Georgie vor Journalisten.  © TAG24

Sachsens Polizei bereitet einen Mega-Einsatz am Wochenende in Chemnitz vor. Mehrere Demos sind angemeldet. Darunter haben AfD und Pro Chemnitz zu einem sogenannten "Schweigemarsch" aufrufen.

Dieser "Schweigemarsch" ist ein Schulterschluss zwischen der AfD Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Auch Björn Höcke wird teilnehmen.

Zahlreicher Gegenprotest (u.a. Chemnitz Nazifrei) hat sich angemeldet. Bei Facebook sind Veranstaltungen schon mit mehreren Tausend Teilnehmern vermerkt.

Um das personell zu stemmen, hat die Polizei beantragt, das Spiel zwischen Dynamo Dresden und dem HSV zu verlegen. Es sollte eigentlich am Samstagnachmittag 13 Uhr stattfinden.

Sachsens Polizei-Chef Jürgen Georgie: „Wir müssen auch unter Abwägung aller dieser Umstände berücksichtigen, dass die Kräfte, die wir in Chemnitz brauchen Auswirkungen auf andere Ereignisse haben werden. Für den Freistaat Sachsen haben wir darum gebeten, die morgige Begegnung zwischen dem HSV und Dynamo Dresden zu verlegen.“

Update, 18:15 Uhr: Die DFL teilt mit, dass der Bitte des sächsischen Innenministeriums nach Absage des Spiels stattgegeben wird. Es findet also nicht statt und muss verlegt werden. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest.

Die Pressekonferenz der Polizei:

TAG24 zeigt hier im Video, wie sich die Polizei Sachsen auf die Demos in Chemnitz vorbereiten will und was sie für Menschen-Mengen erwartet.

Die Pressemitteilung der Polizei im Wortlaut

Statement des sächsischen Landespolizeipräsidenten Jürgen Georgie zum bevorstehenden Versammlungsgeschehen in Chemnitz:

„Für den 1. September 2018 haben nach derzeitigem Stand der AfD-Landesverband Sachsen, Pro Chemnitz sowie das Bündnis Chemnitz Nazifrei Versammlungen im Stadtgebiet von Chemnitz angezeigt.

Durch den polizeilichen Informationsaustausch und unter Berücksichtigung der Erkenntnislage aus dem Verbund der Verfassungsschutzbehörden muss sich die sächsische Polizei zum jetzigen Zeitpunkt auf eine Gesamtteilnehmeranzahl im unteren fünfstelligen Bereich einstellen.

Auch dieser erneute Einsatz wird von der Polizeidirektion Chemnitz geführt. Dort arbeitet der Stab ganz intensiv an der Einsatzplanung.

Zur Gewährleistung der Ausübung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit hat die sächsische Polizei die benötigte Unterstützung angefordert. Alle verfügbaren Kräfte der Polizeien der Länder und des Bundes werden morgen in Chemnitz im Einsatz sein.

Die Bevölkerung wird sehen, dass uns Einsatzeinheiten, darunter Beweis- und Festnahmeeinheiten, Unterstützungskommandos, Reiterstaffeln, Wasserwerfer und Sonderwagen in Chemnitz zur Verfügung stehen.

Die Versammlungen in Chemnitz stoßen auf großes Interesse. Mehrere Abgeordnete und Minister haben uns wissen lassen, dass sie die Stadt Chemnitz am morgigen Tage besuchen wollen. Sie wollen ihre Verbundenheit mit der Zivilgesellschaft bekunden.

Wir, die sächsische Polizei und alle, die uns morgen unterstützen, wollen friedliche Versammlungen schützen. Die Polizei begrüßt es, wenn sich unser Einsatz auf die Gewährleistung der Versammlungsfreiheit sowie auf die erforderlichen Verkehrsmaßnahmen beschränken könnte.

Die Erfahrungen der letzten Tage haben aber auch gezeigt, dass leider mit Straftaten gerechnet werden muss.

All denen, die Gewalt suchen oder ausüben, werden wir mit Konsequenz entgegentreten.

Unter Abwägung aller Interessen - in dieser außergewöhnlichen Situation - musste daher die Entscheidung getroffen werden, die Verlegung der Fußballbegegnung Dynamo Dresden gegen den Hamburger SV am 1. September 2018 in Dresden zu beantragen.“


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