Wahnsinns-Spiel! Dynamo jagt Köln mit 3:0 aus dem Stadion

Dresden - Was war das bitte für ein unfassbarer Ostersonntag? Die Spieler von Dynamo Dresden legten sich selbst und den Fans drei grandiose Eier ins Nest, lieferten ein Spiel, das keiner so schnell vergessen dürfte! Und das gegen keinen geringeren Gegner als den Tabellenersten vom 1. FC Köln!

Haris Duljevic schoss in der ersten Halbzeit das 2:0 für Dynamo.
Haris Duljevic schoss in der ersten Halbzeit das 2:0 für Dynamo.  © Lutz Hentschel

Das Team von Trainer Cristian Fiel bot von der ersten bis zur letzten Minute eine bärenstarke Leistung und sicherte sich den völlig verdienten 3:0 (2:0)-Sieg. Erich Berko (12./67. Minute) und Haris Duljevic (35.) schossen vor 30.753 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion die Tore für die Dresdner.

Die Top-Stars des FC Anthony Modeste und Simon Terodde? Abgemeldet an diesem Ostersonntag! Doch nicht nur die Mannschaft zauberte eine Glanzleistung auf den Rasen, auch Fiel hatte eine solche in der Gegneranalyse und Spielvorbereitung hingelegt. Denn er hatte sein Team auf den Punkt eingestellt und die Schwachstellen des schier übermächtigen Gegners ausgemacht.

Nach der Gedenkminute für den verstorbenen Siegmar Wätzlich startete die Partie mit absoluter Gänsehaut-Stimmung. Denn die Fans hatten anlässlich des Traditionstages eine eindrucksvolle Choreo vorbereitet. Von Anfang an lag eine ganz spezielle Atmosphäre in der Luft des Stadions.

Fiel hatte auf der Pressekonferenz noch betont, dass es diese Spiele wie gegen Köln sind, die ein Fußballer doch lieben müsse. Das schien er seinen Jungs eindrucksvoll vermittelt zu haben, denn was die in den ersten 45 Minuten auf den Rasen legten, war definitiv die beste Saisonleistung bis dato.

Sie überstanden die ersten zehn Minuten, in denen Köln aggressiv und mit hohem Tempo anlief. Dynamo stand sicher, nahm die Zweikämpfe an und versuchte, immer wieder Nadelstiche zu setzen.

Dynamo führt zur Halbzeit dank Berko und Duljevic mit 2:0

Erich Berko (rechts) zeigte erneut ein ganz starkes Spiel und schoss Dynamo in Führung.
Erich Berko (rechts) zeigte erneut ein ganz starkes Spiel und schoss Dynamo in Führung.  © Lutz Hentschel

Das gelang mehrfach richtig gut und offenbar hatte Fiel bei der Gegneranalyse eine Schwachstelle beim Tabellenersten ausgemacht, die seine Jungs immer wieder versuchten, zu bearbeiten.

Nach einem langen Abschlag von Schubert war es Duljevic, der auf Berko passte, der hob den Ball über Timo Horn und das Stadion stand Kopf: 1:0 (12.) für die Hausherren!

Immer wieder hatte Köln Probleme mit dem langen hohen Pass auf die Innenverteidiger.

Schon in der 18. und der 21. Minute hätte Duljevic erhöhen können, entschied sich aber einmal für den falschen Ball, dann scheiterte er an Horn. Jedoch nicht ein drittes Mal! Denn in der 35. Minute machte er es besser, spielte Horn aus und jagte den Ball in die Maschen: 2:0!

Die Fans waren aus dem Häuschen, mit tosendem Applaus schickten die das Team in die Kabine. Dort war Fiel mit Sicherheit auch als Psychologe gefragt, um die Emotionen nach dieser überraschenden Führung in die richtigen Bahnen zu lenken.

Köln kam zwar zunächst mit ein wenig mehr Drang zum Tor aus der Pause, doch die Riesenchance hatten erneut die Schwarz-Gelben. Baris Atik hatte das 3:0 zweimal auf dem Fuß. Erst schoss er knapp drüber (54.), dann scheiterte er an Schlussmann Horn (57.).

Die Zweikämpfe, wie hier Baris Atik gegen Johannes Geis, nahm Dynamo stark an.
Die Zweikämpfe, wie hier Baris Atik gegen Johannes Geis, nahm Dynamo stark an.

Kölns Coach Anfang reagierte und brachte mit Cordoba einen frischen Stürmer. Terodde musste dafür raus. Akzente setzte aber weiterhin Dynamo. Duljevic, der ebenfalls ein starkes Spiel machte, war einige Male auf links durch, konnte nur durch Fouls gestoppt werden. Das zog er in der 66. Minute, der Schiedsrichter entschied auf Freistoß.

Den zirkelte Kreuzer in der gegnerischen Sechzehner und wer stand da goldrichtig? Natürlich: Berko! Der hielt den Kopf zum 3:0 (67.) hin, die Fans im K-Block, unter denen einige aufgrund der Sonne obenrum schon blank gezogen hatten, feierten.

Dynamo verteidigte den Sieg dann ganz souverän, Köln verzeichnete keine nennenswerte Chance mehr. Patrick Ebert kam in der 82. Minute noch ins Spiel, in der 84. beim Gegner Ex-Dynamo Niklas Hauptmann.

Der größte Applaus brandete auf, als Matchwinner Berko den Rasen Ion der 87. Minute verließ. Dass er nach der Saison nach Darmstadt wechselt, ist an diesem Ostersonntag der einzige Wermutstropfen.

Für Trainer Fiel ist der Sieg der zweite bedeutende Eintrag in sein Trainergeschichtsbuch. Nach dem Derbysieg in Aue darf er den Erfolg gegen Köln als seinen ersten Heimsieg als Cheftrainer der SGD verbuchen.

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