Dynamo feuert Stefan Böger! Kommt jetzt Peter Németh?

Stefan Böger wurde gefeuert!
Stefan Böger wurde gefeuert!

Von Tina Hofmann, Thomas Schmidt und Sebastian Wutzler

Dresden - Das war’s! Dynamo Dresden hat sich von Chef-Trainer Stefan Böger (48) getrennt. Am Montag wurde der Coach mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Nach MOPO24-Informationen soll Peter Németh (42), Co-Trainer unter Ex-Coach Olaf Janßen, am Dienstag als Böger-Nachfolger präsentiert werden.

Mit dem Böger-Rausschmiss reagierte die Vereinsführung auf die zuletzt ausbleibenden sportlichen Ergebnisse.

„Diese Personalentscheidung ist das Ergebnis einer eingehenden Analyse der sportlichen Entwicklung in
den letzten Monaten, aber auch der aktuellen Situation“, erklärte Dynamo-Sportgeschäftsführer Ralf Minge.

„Unser gemeinsames Ziel ist die kontinuierliche Weiterentwicklung einer jungen Mannschaft.
Unabhängig von den zurückliegenden Ergebnissen sind wir zu der Auffassung gelangt, dass dieser
Prozess schon seit längerem nicht die gewünschten Fortschritte macht, sowohl was die Entwicklung der
Mannschaft betrifft, als auch im Hinblick auf die Entwicklung einzelner Spieler.

Grimmiger Blick: Das Tischtuch zwischen Minge (Foto) und Böger war zerschnitten.
Grimmiger Blick: Das Tischtuch zwischen Minge (Foto) und Böger war zerschnitten.

In der aktuellen Situation waren wir uns darüber einig, dass es einer Veränderung bedarf, um das vorhandene Potenzial der Mannschaft künftig besser auszuschöpfen", so Minge weiter.

Mit den Niederlagen in Münster, gegen Erfurt und Kiel hatte das Team einen klassischen Fehlstart in die Restrückrunde hingelegt und ist in der Tabelle auf Platz acht abgerutscht.

Böger hatte die Mannschaft am 16. Juni übernommen. In 25 Spielen Ligaspielen unter seiner Leitung gingen die Schwarz-Gelben zehn Mal als Sieger, sieben Mal als Verlierer vom Platz und erkämpften acht Unentschieden.

Im DFB-Pokal führte der Coach das Team mit Siegen über den FC Schalke 04 und den VfL Bochum ins Achtelfinale. In dem empfängt Dynamo am 3. März (20.30 Uhr) Borussia Dortmund im eigenen Stadion.

Peter Németh soll das Ruder übernehmen.
Peter Németh soll das Ruder übernehmen.

Trotz der drei Niederlage wirft die Trennung einige Fragen auf. Denn noch im Sommer war von einem langfristigen Neuaufbau die Rede, bei der Böger mindestens zwei Jahre Zeit bekommen sollte, um ein aufstiegsfähiges Team zu formen.

Doch bereits nach wenigen Monaten wurden kritische interne Stimmen gegen Böger laut. So sorgten die Trennung von Fitness-Coach Marcel Miserius und der Fakt, dass Böger offensichtlich nicht mit Mentalcoach Sascha Lense arbeiten wollte, für Verstimmungen zwischen Sportchef und Trainer.

Denn Minge hatte zu Saisonbeginn ein Konzept präsentiert, in dem beide Posten eine elementare Rolle spielten. Zuletzt korrigierte der Sportchef nach dem überraschend guten Saisonverlauf die Zielstellung und sprach vom Angriff auf den Aufstieg, Böger nahm dies nur zur Kenntnis.

Mit fünf Punkten Rückstand auf Platz drei ist der immer noch möglich. Dabei müssen sich die Spieler jedoch nun gehörig steigern. Einige hinkten seit Wochen, gar Monaten ihrer Form hinterher, zeigten sich aber nur wenig selbstkritisch oder einsichtig.

Nach den Erfolgen über Schalke 04 und dem guten Saisonstart war einigen offenbar das Bewusstsein verloren gegangen, dass sich die Mannschaft im Sommer vieles hart erarbeiten musste, nichts selbstverständlich war.

Am Dienstag will Minge um 12 Uhr auf einer Pressekonferenz zu den Beweggründen der Trennung und den weiteren Personalentscheidungen Auskunft geben.

Am Montagabend verdichteten sich die Hinweise, dass Peter Németh als neuer Coach vorgestellt wird. Der Slowake war Co-Trainer von Böger-Vorgänger Olaf Janßen und soll damals auch für die 3. Liga unterschrieben haben.

Der 42-Jährige, der ohnehin noch auf der Dynamo-Gehaltsliste steht, gilt als unverbrauchter, akribischer Arbeiter. Genau auf solche Typen steht Minge. Nemeth soll vorige Woche bereits zu Gesprächen in Dresden gewesen sein.

Foto: Lutz Hentschel


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