Dynamo-Coach Fiel gezeichnet: "Kann nicht ausblenden, was passiert ist!"

Dresden - Dynamo-Coach Cristian Fiel setzte sich nach der Pressekonferenz des 1:0-Sieges gegen Wiesbaden erst mal in die Ecke des Raumes, schnappte sich zwei Käse-Brötchen und stärkte sich. Jetzt fiel alles von ihm ab, jetzt hatte er wieder Farbe im Gesicht, jetzt war er wieder richtig locker. Er lachte. Die Wochen vorher mit sechs Pflichtspielniederlagen am Stück nagten an ihm.

Jaaa!!! Dynamo-Coach Cristian Fiel war beim Schlusspfiff unheimlich erleichtert.
Jaaa!!! Dynamo-Coach Cristian Fiel war beim Schlusspfiff unheimlich erleichtert.  © Lutz Hentschel

Für den Moment war es auch egal, ob der Sieg verdient, unverdient oder sonst was war. Es war nicht wichtig, wie der knappe Sieg zustande kam, unwichtig, dass Dynamo spielerisch nicht geglänzt hatte. Wichtig war nur dieser Dreier.

Dresden hatte ein Lebenszeichen abgesetzt. Die Erleichterung war zu spüren - bei Fiel, beim Team, eigentlich überall rund um die Lennéstraße.

Gereizt ist vielleicht nicht das richtige Wort. Angespannt trifft es eher. Fiel wurde von Woche zu Woche ruhiger. Er glaubte stets an sein Team, doch nach jeder Niederlage kam er mehr und mehr in Erklärungsnot.

"Wenn man das erste Mal Trainer ist, sechs Spiele nicht gewinnt, immer wieder die Gesichter der Jungs sieht, die einfach unheimlich enttäuscht sind, dann ist es schon schwer", war Fiel ehrlich.

Fiel macht sich keine Sorgen um seine Jungs

Cristian Fiel bedankte sich auch bei Moussa Koné, der das entscheidende Tor mustergültig vorbereitete.
Cristian Fiel bedankte sich auch bei Moussa Koné, der das entscheidende Tor mustergültig vorbereitete.  © Lutz Hentschel

Intern stand der 39-Jährige nie infrage, im Umfeld rumorte es allerdings heftig. Viele riefen Wiesbaden zum Endspiel aus - auch für ihn. Der Sieg bringt jetzt erstmal wieder die ruhige Ruhe ins allgemein stets nervöse Dresden. "Ich bin nicht derjenige, der alles ausblenden kann, was in den vergangenen Wochen passiert ist", sagte er.

"Das andere Drumherum, ihr wisst, wovon ich spreche, gehört dazu. Man hört vieles, liest auch ab und zu was. Aber das muss sein. Deshalb würde ich lügen, wenn ich sagen würde, gar kein Problem, die letzten sechs Wochen sind an mir vorbeigegangen, als wäre nichts gewesen. Das wäre einfach nicht richtig." Vielleicht war es die wichtigste Phase in seiner noch jungen Trainer-Laufbahn. Stichwort Lerneffekt!

Trotz des Sieges stehen die Schwarz-Gelben immer noch auf einem direkten Abstiegsplatz. Für Cristian Fiel kann Wiesbaden nur der Anfang gewesen sein. Er fordert daher Demut: "Bei den Jungs mache ich mir keine Sorgen. Aber denen, die jetzt wieder behaupten, wir sind wieder auf dem richtigen Weg, ist mir wichtig zu sagen: Nein, das ist harte Arbeit."

Die will er diese Woche fortsetzen. Aber zunächst ließ er sich die beiden Käse-Brötchen schmecken.

Immerhin: Die Rote Laterne konnte Dynamo an den Gegner aus Wiesbaden weitergeben.
Immerhin: Die Rote Laterne konnte Dynamo an den Gegner aus Wiesbaden weitergeben.  © Lutz Hentschel

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