Dynamo kann verrücktes Ostderby nicht gewinnen

Jubel nach dem Führungstreffer von Eilers.
Jubel nach dem Führungstreffer von Eilers.

Von Dirk Löpelt

Dresden - Dynamo hat das Siegen verlernt! Gegen Hansa Rostock kamen die Schwarz-Gelben nicht über ein 2:2 hinaus - es war bereits das dritte Unentschieden in Folge. 28.622 Zuschauer sahen allerdings ein verrücktes Ostderby!

Alle drei Verfolger - Aue, Osnabrück und Würzburg - hatten am Freitagabend ihre Spiele gewonnen und deshalb so etwas wie „Druck“ auf den Tabellenführer ausgeübt.

Am 30. Jahrestag des leider unvergesslichen Uerdingen-Debakels blickten die Fans im K-Block natürlich dennoch optimistisch in die sportliche Zukunft: „Der Traum vom Aufstieg wird größer, größer und größer“, war auf einer riesigen Zaunfahne zu lesen.

Den ersten Warnschuss gaben aber die Gäste von der Ostsee ab. Stephan Andrist war über die rechte Seite entwischt und haute den Ball aus spitzem Winkel Richtung Dreiangel - da musste Dynamos Keeper Janis Blaswich erstmals die Fäuste hochreißen (3.).

Hansa trat wie vermutet mutig und mit der „Juve-Taktik“ auf, attackierte mit hohem Pressing. Was Dynamo zunächst genauso wenig schmeckte wie zuletzt den Bayern.

Vor allem aber hatten die Hausherren auf dem frischgewässerten Rasen erneut erhebliche Standprobleme, landeten einige Male auf dem Hosenboden.

Gleich schlägt der Ball im Hansa-Tor ein. Mit der Hacke machte Eilers das 1:0.
Gleich schlägt der Ball im Hansa-Tor ein. Mit der Hacke machte Eilers das 1:0.

Echte Dresdner Torgefahr brachte erst ein Freistoßball von Marvin Stefaniak, den Giuliano Modica per Kopf verlängerte - Hansas Schlussmann Marcel Schuhen war aber auf dem Posten (18.). Pascal Testroet semmelte kurz darauf frei vor der Kiste über die Kugel.

Wie aus dem Nichts kam dann die 1:0-Führung. Nach Stefaniaks Eingabe schnappte sich Justin Eilers am Fünfer den Ball - statt zurückzupassen kickte er den mit der Hacke flach in den kurzen Winkel. Frech und genial erinnerte das an einen „Bauerntrick“ aus dem Eishockey.

In der 38. Minute ging Eilers auf und davon, wurde im Strafraum von Maximilian Ahlschwede zu Fall gebracht - der Pfiff von Schiri Michael Weiner blieb zum Entsetzen der Sachsen aus.

Nach dem Wechsel setzte sich der muntere Schlagabtausch fort. Eilers war drei-, viermal nah dran am 2:0. Obwohl Dynamo dann doch noch traf, fiel das 1:1 - nach einem Eckball von Christian Dorda versenkte Marco Hartmann den Ball per Kopf ins eigene Tor (82.)!

Doch Dynamo schlug zurück: Robert Andrich gelang in der 88. Minute das 2:1 - Riesenjubel im DDV-Stadion. Doch der wurde jäh erstickt, weil Maximilian Ahlschwede postwendend zum 2:2-Ausgleich traf.

Übrigens: Ex-Dynamo Dennis Erdmann trat bei seiner Rückkehr nach Dresden keineswegs als „Rambo“ auf, lieferte vielmehr eine absolut faire Vorstellung ab.

Beeindruckende Choreo des K-Blocks vor dem Spiel.
Beeindruckende Choreo des K-Blocks vor dem Spiel.

Fotos: Lutz Hentschel


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