Dynamo-Präsident Scholze exklusiv: "Zusammenhalten, kreativ und innovativ sein"

Dresden - Dynamo-Präsident Holger Scholze übernahm am Sonnabend in Bad Schlema den Staffelstab. Aues Geschäftsführer Michael Voigt überreichte ihn.

Verstehen sich super: Dynamo-Präsident Holger Scholze (r.) und Aues Präsident Helge Leonhardt am Wochenende beim 1. Bundesligacup im erzgebirgischen Bad Schlema.
Verstehen sich super: Dynamo-Präsident Holger Scholze (r.) und Aues Präsident Helge Leonhardt am Wochenende beim 1. Bundesligacup im erzgebirgischen Bad Schlema.  © Thomas Nahrendorf

Dresden ist Ausrichter des 2. Bundesliga-Golfcups 2020, die Premiere hatte Aue ausgerichtet. Im Golfpark hat sich der 47-Jährige viel Zeit für TAG24 genommen und sprach über die Beziehung zum FCE, die Entwicklungen des Fußballs, über Markus Schubert und die kommende Saison der SGD.

TAG24: Herr Scholze, Sie stehen hier in so herrlicher Eintracht neben Michael Voigt und Aues Präsident Helge Leonhardt. Gibt es die Rivalität beider Vereine nur noch unter den Fans?

Scholze (lacht): "Es ist wichtig, dass wir als Vereinsvertreter vernünftig miteinander umgehen. Außerdem gibt es tatsächlich auch die eine oder andere persönliche Freundschaft, das ist ja bekannt. Doch wir necken uns schon, sehen das aber mit einem Augenzwinkern. Bei aller Rivalität ist es wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben. Dass wir uns bei solchen Veranstaltungen wie hier zusammenfinden, gehört einfach dazu. Wir freuen uns auf die beiden Partien in der kommenden Saison."

TAG24: Bevor es soweit ist, steht Dynamo ein Kracher ins Haus. Paris St. Germain kommt zum Test.

Scholze: "Ich werde Gerüchte dieser Art natürlich nicht kommentieren. Die Geschichte hat in den vergangenen Tagen über die verschiedenen Medien Kreise gezogen. Jetzt warten wir einfach mal ab, ob die dafür Verantwortlichen in unserem Verein dies tatsächlich bestätigen werden."

Kylian Mbappé einer von Holger Scholzes "absoluten Lieblingsspielern auf internationaler Bühne"

Dynamo-Präsident Holger Scholze in seinem Wohnzimmer, dem Rudolf-Harbig-Stadion. Er wünscht sich im fußballerischen Bereich mehr Ruhe als in den letzten beiden Jahren.
Dynamo-Präsident Holger Scholze in seinem Wohnzimmer, dem Rudolf-Harbig-Stadion. Er wünscht sich im fußballerischen Bereich mehr Ruhe als in den letzten beiden Jahren.  © Lutz Hentschel

TAG24: Wenn, wäre es auf jeden Fall ein Kracher für die Fans.

Scholze: "Na klar wäre das ein Hammer. Wenn ich alleine an Kylian Mbappé denke, das ist einer meiner absoluten Lieblingsspieler auf internationaler Bühne. Vielleicht würde es ihm bei uns so gut gefallen, dass er gleich hier bleiben möchte. (schmunzelt) Ich könnte mir vorstellen, dass die Abteilung Sport um Ralf Minge, Kristian Walter und Cristian Fiel nichts dagegen hätte. Leider würde er wohl nicht in unser Gehaltsgefüge passen. Und das gilt selbstredend auch für die anderen Kracher wie Edinson Cavani, Neymar oder Julian Draxler. Aber es wäre grandios, sie hier mal spielen zu sehen."

TAG24: Sie haben die hohen Gehälter der Superstars angedeutet. Gilt das im Kleinen auch für die 2. Liga, wo immer mehr Geld für Spieler bezahlt werden muss?

Scholze: "Diese Entwicklung scheint kaum aufzuhalten zu sein. Wobei die Verantwortlichen der SGD sehr vernünftig und besonnen agieren. Dennoch müssen auch wir uns den Herausforderungen der Zeit stellen. Als mitgliedergeführter Verein können wir das aber nur bewerkstelligen, in dem wir zusammenhalten, kreativ und innovativ sind, um uns weiterzuentwickeln. Wir wollen perspektivisch ja nicht nur in der 2. Liga konkurrenzfähig bleiben. Denn schließlich haben wir einen Traum…"

Markus Schuberts Entwicklung wird immer mit Dynamo Dresden verbunden bleiben

Dynamo-Präsident Holger Scholze wünscht Markus Schubert von Herzen alles Gute.
Dynamo-Präsident Holger Scholze wünscht Markus Schubert von Herzen alles Gute.  © Lutz Hentschel

TAG24: Ein Plan dabei ist sicher die Nachwuchsentwicklung. Wie weh tut es dann, wenn mit Markus Schubert das Aushängeschild geht?

Scholze: "Das hat uns allen natürlich sehr wehgetan. Aber wir müssen es akzeptieren. Das ist der Lauf der Zeit. Ich wünsche 'Schubi' von Herzen alles Gute. Wir können nur hoffen und ihm die Daumen dafür drücken, dass er den größtmöglichen Erfolg für sich einfahren kann. Denn letztlich wäre das auch für uns gut. Es wäre Werbung für die hervorragende Arbeit in unserer Nachwuchs-Akademie. Markus wurde zehn Jahre hier bei uns ausgebildet. Deshalb wird seine Entwicklung immer mit Dynamo Dresden verbunden bleiben. Möglicherweise könnte dieses Beispiel auch künftig viele Talente bereits in jungen Jahren nach Dresden locken."

TAG24: Nach zwei wackligen Jahren, die gerade noch so mit dem Klassenerhalt endeten: Was wünscht sich der Präsident für die kommende Saison?

Scholze: "Dass wir in ungefährdeteren Gefilden unterwegs sind. Und ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen. Wir haben ein hochmotiviertes, starkes Trainerteam, wir haben tolle Jungs beieinander, die sich fußballerisch und menschlich sehr gut verstehen und ergänzen. Was uns zuletzt fehlte, war die Stabilität. Doch daran wird akribisch gearbeitet. Ich bin überzeugt davon, dass wir eine erfolgreichere Saison erleben werden als in den vergangenen beiden Jahren."

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