Dynamo: Heiko Scholz übernimmt als Interimstrainer!

Dresden - Dynamo Dresden hat nach der Trennung von Cristian Fiel am Dienstag Heiko Scholz als Interimstrainer präsentiert.

Heiko Scholz (53).
Heiko Scholz (53).  © Picture Point/S. Sonntag

An seiner Seite wird als Co-Trainer erst einmal U19-Coach Willi Weiße übernehmen.

"Wir sind Heiko Scholz dankbar, dass er ohne zu zögern zugesagt hat, als Interimstrainer zu helfen, und dass ihm die Verantwortlichen von Wacker Nordhausen dabei keine Steine in den Weg gelegt haben. Heiko Scholz wird die Mannschaft betreuen, bis wir eine Entscheidung zur Neubesetzung des Cheftrainerpostens getroffen haben", erklärte Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge.

Auch, wenn ein neuer Cheftrainer kommt, wird Scholz bleiben, denn er wird neuer Assistent. Er hat bereits einen Vertrag bis Ende Juni 2021 unterschrieben.

"Ich helfe bei Dynamo in dieser schwierigen Situation selbstverständlich als Interimstrainer aus, weil ich dem Verein sehr verbunden bin. Ich werde alles daran setzen, bis Sonntag etwas zu bewegen, damit wir gegen Sandhausen einen Schritt nach vorne machen", erklärte Dynamos Interimstrainer Heiko Scholz in einem ersten Statement.

Die kurzfristige Verpflichtung des eigentlich aktuellen Coaches vom FSV Wacker Nordhausen ist offenbar nur möglich, weil die Thüringer kurz vor der Insolvenz stehen und Spieler und Trainer seit drei Monaten kein Gehalt bekommen.

Heiko Scholz: Geboren in Görlitz, er spielte später für Dynamo Dresden

Heiko Scholz im Dynamo-Trikot.
Heiko Scholz im Dynamo-Trikot.  © imago images/WEREK

Scholz wurde am 7. Januar 1966 in Görlitz geboren und durchlief von 1978 bis 1982 die Dynamo-Nachwuchsschule, bevor er seine fußballerische Heimat in Leipzig fand.

Nach der Wende kehrte er nach Dresden zurück, spielte von 1990 bis 1992 für die Schwarz-Gelben und erzielte dabei in 32 Spielen vier Tore.

Anschließend ging es zu Bayer Leverkusen (1992-1995), Werder Bremen (1995-1997), SC Fortuna Köln (1997/98), SG Wattenscheid 09 (1998/99) und schließlich dem Dresdner SC (1999/2000). Zudem absolvierte Scholz sieben Spiele für die DDR-Auswahl und eins für die DFB-Elf.

Seine Trainer-Karriere startete der heute 53-Jährige 2003 als Co-Trainer beim MSV Duisburg. Bei den Zebras blieb er bis 2009. Danach folgten die Stationen TSV Germania Windeck (2009-2011), FC Viktoria Köln (2011/12), 1. FC Lok Leipzig (2013-2018) und seit Sommer 2018 Wacker Nordhausen.

Bis Ende des Jahres hat Dynamo noch drei Partien vor der Brust. Am Sonntag empfängt die SGD zum letzten Heimspiel des Jahres den SV Sandhausen im eigenen Stadion (13.30 Uhr).

Anschließend müssen die Schwarz-Gelben am 15. Dezember bei Aufsteiger VfL Osnabrück (13.30 Uhr) ran und schließlich zum Auftakt der Rückrunde beim 1. FC Nürnberg am 20. Dezember (18.30 Uhr) antreten.

Dynamo: Nach nur zehn Monaten musste Cristian Fiel seinen Stuhl räumen

Die SGD trennte sich in beiderseitigem Einvernehmen von Cristian Fiel (39).
Die SGD trennte sich in beiderseitigem Einvernehmen von Cristian Fiel (39).

Am Montag hatte sich die SGD nach dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz von Trainer Cristian Fiel (39) getrennt.

Nach intensiven Gesprächen kamen Sportchef Ralf Minge und er zu der Auffassung, dass die Mannschaft einen neuen Impuls bräuchte.

Damit endete am 2. Dezember eine fast zehnjährige Ära von Fiel als Spieler, Nachwuchstrainer und schließlich Cheftrainer bei Dynamo.

Das Echo nach der Trennung von Fiel war von Seiten der Fans fast eindeutig: Sie bedauern es, dass der Spanier an seiner ersten Trainerstation so derart "verbrannt" wurde.

Er hatte nach der Entlassung von Maik Walpurgis im Februar kurz vor der Prüfung zu seinem Fußballtrainer das Team übernommen und es am Ende zum Klassenerhalt geführt. Bereits zuvor war er in der Saison nach der Trennung von Uwe Neuhaus und Peter Németh als Interimstrainer eingesprungen.

Im Sommer schafften es Ralf Minge und Kaderplaner Kristian Walther gemeinsam mit Fiel aber nicht, ein Team zusammenzustellen, dessen Qualität für die zweite Liga ausreicht. Fehler gestand sich Minge bereits auf der Mitgliederversammlung Mitte November ein und kündigte an, in der Winterpause 1,7 Millionen Euro in den Kader stecken zu wollen.

Für Fiel zu spät. Dynamo muss nun ein Teil des Geldes in einen neuen Trainer investieren. Kandidaten gibt es bereits reichlich. Bleibt abzuwarten, ob noch vor dem Start der Rückrunde eine Lösung gefunden wird, oder ob die Schwarz-Gelben erst nach dem letzten Spiel des Jahres einen neuen Coach präsentieren.

Heiko Scholz legt los, der Tenor der Fans ist nicht der beste

Update, 14 Uhr: Heiko Scholz hat den Platz betreten. Der Tenor der Fans im Internet und am Platz ist allerdings nicht besonders positiv.

Ein User schreibt auf der Seite des Vereins: "Ich muss gerade ganz laut lauchen. Scholz, der in Leipzig und auch in Nordhausen kein spielerisches Konzept entwickeln konnte und mit dem "Fußballmaterial" völlig überfordert war... Ich weiß ja nicht, wer diese Entscheidung getroffen hat, aber sie zeugt nicht von großer Fachkompetenz. In diesem Sinne: plant schonmal für Liga 3."

Ein anderer: "Scholz wird gleich eine Stelle im neuen Trainerteam garantiert... aha Fiel wird abserviert, obwohl er den Trainer der Ersten nicht machen wollte und dazu gedrängt wurde, er sich als Nachwuchstrainer voll mit dem Verein identifiziert und seinen Lebensmittelpunkt in Dresden sieht. Jetzt steht er vor dem Nichts..... ganz mieser Stil Herr Minge und keiner ist unantastbar. Der Riss geht durch die gesamte Fanszene und die ist nicht nur der K3."

Ein weiterer User schreibt: "Als ob man nichts aus der Sache mit Fiel gelernt hätte. Nichts gegen Heiko Scholz, aber als Trainer ist er nicht ohne Grund in der Regionalliga gewesen und selbst da war er nicht überragend."

Heiko Scholz auf dem Weg zum Trainingsplatz im Großen Garten.
Heiko Scholz auf dem Weg zum Trainingsplatz im Großen Garten.  © TAG24

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