Fehlstart perfekt: Dynamo geht beim KSC mit 2:4 unter

Karlsruhe - 45 Minuten lang ging Cristian Fiels Plan auf, die Karlsruher mit kleinen, wuseligen Akteuren zu bespielen. Dresden ging vor 13.099 Zuschauern auch durch Sascha Horvath (45.) in Führung, doch der postwendende Ausgleich durch Philipp Hofmann brachte die SGD weg von einem Punktgewinn. Dzenis Burnic (60.) mit einem Eigentor , Hofmann (67.) zum 1:3, Stiefler zum 1:4 und Koné zum 2:4 sorgten für den Endstand. Der Fehlstart von Dynamo ist mit dem 2:4 perfekt!

Das erste Tor von Karlsruhe wurde nach Videobeweis wieder aberkannt.
Das erste Tor von Karlsruhe wurde nach Videobeweis wieder aberkannt.  © Jan Huebner/Ulrich

Die Aufstellung war eine echte Überraschung: Moussa Koné, Chris Löwe und Niklas Kreuzer auf der Bank, dafür Matthäus Taferner, Patrick Möschl und Patrick Ebert neu in der Startelf. Cristian Fiel begann ohne echten Stürmer, in vorderste Front rückte mit Baris Atik einer der Kleinsten.

Klein, wuselig, quirlig und jung war die Devise. Die Startelf hatte ein Durchschnittsalter von 23,4 Jahren - auch mit dem 32-jährigen Ebert.

Übrigens: Fiel hatte untersagt, die taktische Aufstellung zu zeitig bekanntzugeben. Das jedenfalls sagte SKY-Kommentator Jörg Dahlmann.

Er bekam sie erst zum Anpfiff von Dynamo-Pressesprecher Henry Buschmann per WhatsApp. Viel Geheimniskrämerei also vor der Partie.

Die Überraschung fruchtete, weil der KSC mit den kurzen, flachen Pässen gar nicht klar kam, hüftsteif hinterherlief. Nur wenn es in Zweikämpfe ging, sah Dynamo bisweilen alt aus, weil einfach die Körperlichkeit fehlte, gerade wenn zum Beispiel Atik (1,69 Meter) gegen 1,94-Hüne Daniel Gordon ins Gefecht ging. Da lagen 25 Zentimeter und drei Gewichtsklassen dazwischen.

Koné kann für Dynamo nur noch Ergebniskosmetik betreiben

Baris Atik vergräbt die Augen nach einem Tor des KSC.
Baris Atik vergräbt die Augen nach einem Tor des KSC.  © Jan Huebner/Ulrich

So ein vermeintlich verlorener Zweikampf im Mittelfeld führte zu einem Tor der Gastgeber durch Lukas Grozurek (21.). Doch Gordon hatte dabei Baris Atik von den Beinen geholt, was Videoschiedsrichter Thorben Siewer sah.

Auch nach dem Nicht-Tor hatte Dynamo die spielerische Hoheit. Die Spielweise trieb den KSC zur Weißglut, Dresden hatte unglaubliche 76 Prozent Ballbesitz (!) und war damit erfolgreich: Taferner passte am linken Strafraumeck auf Horvath und der schlenzte die Kugel sehenswert in den Winkel (45.). Traumbude!

Doch was vorn so schön mit den Kleinen aussah, war hinten natürlich ein Nachteil. 99 Sekunden nach dem 1:0 stand es 1:1, weil Philipp Hofmann nach einer Ecke von Marvin Wanitzek höher sprang als Jannis Nikolaou.

Die Pause zerstörte Fiels Plan. In den 15 Minuten stellten sich die Badener neu ein, standen die quirligen Dresdner jetzt mehr auf den Füßen und übernahmen so die Initiative. Dass sie in Führung gingen, lag aber letztendlich an Dynamo selbst. Keeper Kevin Broll spielte einen Fehlpass auf Lorenz, der spielte einen Doppelpass mit Hofmann und flankte.

Dzenis Burnic hielt komisch den Fuß rein und fälschte die Kugel ins eigene Tor ab - 2:1 (60.) KSC. Hofmann mit einem Drehschuss aus 20 Metern machte sieben Minuten später den Deckel drauf. Der eingewechselte Manuel Stiefler (81.) durfte nach einem Konter sogar noch gegen völlig indisponierte Dresdner den vierten Treffer machen.

Am Ende sorgte der eingewechselte Koné nur noch für Ergebniskosmetik (90.).

Cristian Fiel konnte es nicht fassen.
Cristian Fiel konnte es nicht fassen.  © Jan Huebner/Ulrich

Das Public Viewing bei Dynamo Dresden

© Lutz Hentschel
© Lutz Hentschel

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