Dynamo-Digitalisierung: Deshalb setzen Walpurgis & Co. auf technische Hilfe!

Dresden - Schwer vorstellbar, dass es das unter dem Ex-Trainer-Duo Uwe Neuhaus/Peter Nemeth gegeben hätte! Seit Maik Walpurgis mit seinen beiden mitgebrachten Assistenten bei Dynamo im Amt ist, fällt eins auf: An der Seitenlinie wird mit einem Tablet-Computer gearbeitet.

Maik Walpurgis (l.) und Ovid Hajou mit der guten alten Taktiktafel, die durch das Tablet mehr und mehr ersetzt wird.
Maik Walpurgis (l.) und Ovid Hajou mit der guten alten Taktiktafel, die durch das Tablet mehr und mehr ersetzt wird.  © Lutz Hentschel

Für "Coaching- und Taktikzwecke" dürfen seit Beginn der laufenden Saison - von der Deutschen Fußball-Liga offiziell erlaubt - bis zu drei elektronische Geräte pro Team auf der Trainerbank genutzt werden.

Sehr zur Freude von Dynamo-Chefcoach Walpurgis. "Die Digitalisierung hat im Fußball längst Einzug gehalten und birgt viele Möglichkeiten, die es so gut wie möglich auszuschöpfen gilt", sagt der 45-Jährige über das neue Hilfsmittel Hilfe.

Bei den Schwarz-Gelben ist das Tablet bereits heiß begehrt. In jedem Spiel sitzt Co-Trainer Ovid Hajou mit der elektronischen Tafel am Spielfeldrand - schreibt, zeichnet und wischt über den Bildschirm.

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"Auf dem Tablet kann man im Prinzip alles abbilden, was fürs Spiel Relevanz hat", sieht Walpurgis einen großen Vorteil gegenüber herkömmlicher Magnettafeln:

"Von der Gegneranalyse, über Standard-Varianten und diverse Taktiktafeln bis hin zum kompletten Matchplan."

Dynamo-Coach Maik Walpurgis (r.) nimmt während eines Spiels kurz Rücksprache mit seinem am Tablet arbeitenden Co-Trainer Ovid Hajou und holt sich dabei wichtige, möglicherweise sogar spielentscheidende Informationen.
Dynamo-Coach Maik Walpurgis (r.) nimmt während eines Spiels kurz Rücksprache mit seinem am Tablet arbeitenden Co-Trainer Ovid Hajou und holt sich dabei wichtige, möglicherweise sogar spielentscheidende Informationen.  © Lutz Hentschel

Das fällt besonders vor Einwechslungen auf. Die Spieler müssen meist vor ihrem Einsatz noch einmal einen letzten Blick auf das iPad werfen.

"Da kann man beispielsweise auf dem Tablet ohne weiteres auf verschiedene Szenarien zugreifen und dem Akteur auf anschauliche Art und Weise Anweisungen mitgeben, die passgenau auf die jeweilige Spielsituation zugeschnitten sind", erklärt Walpurgis weiter: "So lassen sich all die Dinge, die in der Spielvorbereitung erarbeitet wurden, deutlich flexibler, schneller und damit effizienter einsteuern."

Zudem besteht eine Verbindung zwischen Trainerbank und Tribüne. Dabei leitet ein Assistent von oben taktische Informationen an den Spielfeldrand weiter. "Wir wollen natürlich alle Möglichkeiten ausnutzen, die die Regularien hergeben", meinte Walpurgis.

"Dazu gehört auch eine Kommunikation auf die Tribüne, auf der wir über eine Art Vogelperspektive agieren können." Aktuell wird noch per SMS kommuniziert, aber bald auch mit einem Headset. Die nötigen Geräte dafür seien bereits bestellt.

Daumen hoch! Co-Trainer Ovid Hajou ist bei Dynamo der Herr des Tablets, mit dem er prinzipiell alles abbilden kann, was für das Geschehen auf dem Rasen von Bedeutung ist.
Daumen hoch! Co-Trainer Ovid Hajou ist bei Dynamo der Herr des Tablets, mit dem er prinzipiell alles abbilden kann, was für das Geschehen auf dem Rasen von Bedeutung ist.  © Lutz Hentschel
Moussa Koné (r.) bekommt kurz vor seiner Einwechslung von Co-Trainer Ovid Hajou (hint.) per Tablet letzte Hinweise.
Moussa Koné (r.) bekommt kurz vor seiner Einwechslung von Co-Trainer Ovid Hajou (hint.) per Tablet letzte Hinweise.  © Lutz Hentschel

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