Dynamos Kapitän Hartmann zu seinen Verletzungen: "Es nervt mich"!

Dresden - Er war Dynamo Dresdens Pechvogel der letzten Saison: Kapitän Marco Hartmann. Muskelfaserriss, Rippenbruch, Sehnenriss, nur 14 Spiele. Er saß mehr als die Hälfte der Saison auf der Tribüne.

Solche Bilder sollte es eigentlich nicht mehr geben - im Vorjahr musste Marco Hartmann beim Auftakt gegen Duisburg mit einer bösen Muskelverletzung vom Platz.
Solche Bilder sollte es eigentlich nicht mehr geben - im Vorjahr musste Marco Hartmann beim Auftakt gegen Duisburg mit einer bösen Muskelverletzung vom Platz.  © Picture Point/Roger Petzsche

Jetzt war er topfit in die Vorbereitung eingestiegen - allerdings zog er sich am Montag bei einem Zweikampf mit René Klingenburg eine Quetschung der Muskulatur im linken Unterschenkel zu (TAG24 berichtete). Bis auf Weiteres muss "Harti" mit dem Mannschaftstraining aussetzen und stattdessen ein individuelles physiotherapeutisches Programm absolvieren. Im Interview mit TAG24 ist der 31-Jährige dennoch guter Dinge.

TAG24: Marco, Sie gehen in Ihre siebte Dynamo-Saison. Von 212 möglichen Punktspielen in den sechs Jahren haben Sie "nur" 120 bestritten. Wurmt das?

Hartmann: "Das hört sich ja gar nicht so wenig an, oder? Manchmal habe ich das Gefühl, es wären weniger gewesen. Natürlich wurmt das. Das Thema Verletzung, da brauchen wir nicht mehr darüber reden. Ich mache viel Vor- und Nachbereitung. So viel habe ich in meinem Leben noch nie gemacht, bin professioneller geworden. Das ist das, was ich machen kann. Jetzt versuche ich mich von diesem Thema zu lösen."

Dynamo-Leader Marco Hartmann macht sich Gedanken wegen seiner Verletzungen

Ohne Rücksicht auf Verluste: Marco Hartmann wird auch künftig keinem Zweikampf aus dem Wege gehen, auch wenn es wie hier gegen Nordhausens Keeper Josip Jokanovic haarig werden kann.
Ohne Rücksicht auf Verluste: Marco Hartmann wird auch künftig keinem Zweikampf aus dem Wege gehen, auch wenn es wie hier gegen Nordhausens Keeper Josip Jokanovic haarig werden kann.  © Lutz Hentschel

TAG24: Die Verletzungen können ja einen Menschen entnerven. Gab es bei Ihnen schon einmal den Punkt, an dem Sie gesagt haben: Schluss, Aus, Ende, ich will nicht mehr!?

Hartmann: "Gab es nicht. Weil, wenn ich aus der Reha komme, steht mein Körper erst einmal wieder zur Verfügung. Wenn ich jetzt anfangen müsste und hätte Probleme hier und da, könnte meine Leistung nicht bringen, dann würde ich mir Gedanken machen. So lange ich das Gefühl habe, dass ich ab dem Punkt, an dem ich vollständig genesen bin, wieder Gas geben kann, ist alles gut."

TAG24: Mental sicherlich nicht so einfach, das alles wegzustecken?

Hartmann: "Es nervt mich, aber es macht mich nicht kaputt. Da muss sich keiner Sorgen machen. Eine Verletzung ist halt blöd für einen Fußballer, weil du nicht arbeiten kannst, aber es gibt andere schöne Dinge im Leben. Ich mache mir schon Gedanken, dass ich möglichst wenige Verletzungen bekomme. Man kann was machen, übertreibst du es aber, machst du dich kaputt."

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Leitwolf Marco Hartmann fällt mit einer Quetschung der Muskulatur im linken Unterschenkel erst einmal aus.
Leitwolf Marco Hartmann fällt mit einer Quetschung der Muskulatur im linken Unterschenkel erst einmal aus.  © Picture Point/Gabor Krieg

TAG24: Können Sie das im Spiel ausblenden?

Hartmann: "Klar, kann ich. Ich kann das auch im Training ausblenden. Also, wenn ich drin bin im Training, denke ich nicht darüber nach."

TAG24: Also soll die Schlagzeile: "Der Kapitän fällt verletzt aus" in der kommenden Saison nie erscheinen?

Hartmann: "Wäre schön, wäre echt schön. Ansonsten habt ihr sie ja schon in der Vorlage."

TAG24: Haben Sie eigentlich schon mal eine Saison komplett durchgespielt?

Hartmann: "Das schaffe ich nicht mit fünf Gelben Karten. Nein, die gab es nicht. Ich habe mal in Halle 36 von 38 und in Dresden 30 von 34 Partien absolviert."

TAG24: Gibt es für die nun anlaufende Saison eine konkrete Zielstellung für Sie und das Team?

Hartmann: "Ich will einfach wieder eine Überzeugung in der Mannschaft haben, dass du vor jedem Spiel und vor jedem Gegner das Gefühl hast, du kannst gewinnen. Das heißt, dass du zuvor auch irgendwie erfolgreich warst, bei dem, was du gemacht hast. Dass alle überzeugt sind, dass wir das packen. Dann können wir alle schlagen, egal ob das der HSV, Stuttgart oder Sandhausen ist. Das haben wir im Vorjahr nicht geschafft. Mit 'Fielos' Idee können wir es packen, weil sie gut zur Mannschaft passt."

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