Dynamo-Kapitän Hartmann im Interview: "Sechs Punkte sind kein Ruhekissen!"

Dresden - Dynamos Mannschaftsführer Marco Hartmann konnte aufgrund einer Faszienverletzung und eines Teilsehnenabriss derzeit im Abstiegskampf nur passiv mitwirken.

Nach dem 1:8-Debakel in Köln flossen bei Marco Hartmann dicke Tränen.
Nach dem 1:8-Debakel in Köln flossen bei Marco Hartmann dicke Tränen.  © Worbser/Mike Worbs

Fraglich, ob er in dieser Spielzeit überhaupt noch zum Einsatz kommt. Im TAG24-Interview verriet der 31-Jährige, wie er die vergangenen zwei Monate erlebte und was er sich vom anstehenden Saisonendspurt erhofft.

TAG24: Herr Hartmann, wie geht es Ihnen?

Hartmann: "Mir geht’s gut. Seit vier Wochen habe ich keine Beschwerden mehr bei dem, was ich mache. Es gab aller drei Wochen Kontrolluntersuchungen. Seit dieser Woche habe ich die Freigabe erhalten, wieder Schüsse und Sprints machen zu dürfen. Nun werden das Tempo und die Intensität erhöht. Ich versuche mich so ranzutasten, dass ich nächste Woche wieder mit der Mannschaft trainieren kann."

TAG24: Wann können die Dynamo-Fans wieder mit Ihnen rechnen?

Hartmann: "Das hängt allgemein erst einmal davon ab, wie ich mich anstelle – fußballerisch und konditionell. Der Leistungsgedanke ist die Grundlage im Profisport. Ich werde nicht aus Dankbarkeit eingesetzt, sondern ich muss im Training zeigen, dass es berechtigt ist, mich spielen zu lassen."

Marco Hartmann ist immer wieder von Verletzungen geplagt - hier erwischte es im Sommer im Spiel gegen Duisburg den Oberschenkel.
Marco Hartmann ist immer wieder von Verletzungen geplagt - hier erwischte es im Sommer im Spiel gegen Duisburg den Oberschenkel.  © Picture Point/Roger Petzsche

TAG24: Um ein erneutes Verletzungsrisiko zu verringern, könnte man doch sicher auch sagen: In dieser Saison spielen Sie lieber gar nicht mehr, oder?

Hartmann: "Dann könnte man aber auch sagen, wir gehen auch in der nächsten Saison kein Risiko mehr ein und ich spiele überhaupt nicht mehr. Natürlich ist mir bewusst, dass ich mir nicht mehr zu viele Verletzungen leisten sollte. Ich versuche dahingehend Dinge zu beeinflussen, die ich auch beeinflussen kann. Aber die letzte Verletzung entstand aus einer Grätsche, die ich im nächsten Testspiel genauso wieder machen werde. Weil, wenn ich die nicht mache, brauche ich auch nicht mehr zu spielen."

TAG24: Hat sich in der Zeit nach dem Trainerwechsel etwas verändert?

Hartmann: "Es ist schon so, dass die Art Fußball zu spielen wieder eine andere ist. Aber sie ist nicht ungewohnt, weil wir im Ballbesitz ähnlich spielen wie unter Uwe Neuhaus. Das Spielsystem ist allerdings ein anderes, was ich so noch nie gespielt habe. Aber ich bin mit in den Sitzungen dabei, plane mit, versuche mich mit einzubringen. Cristian Fiel und ich sind regelmäßig im Austausch. Fielo hat zu mir gesagt: Sieh erst einmal zu, dass Du gesund und fit wiederkommst und dann sehen wir weiter."

Marco Hartmann musste sich wochenlang mit der Zuschauerrolle begnügen.
Marco Hartmann musste sich wochenlang mit der Zuschauerrolle begnügen.  © Lutz Hentschel

TAG24: Solange bleiben Sie nur Zuschauer. Blutet Ihnen bei solchen Leistungen wie in Sandhausen nicht das Herz?

Hartmann: "Seitdem ich vor einiger Zeit im Verein mehr Verantwortung übernommen habe, ist es immer schwerer zuzuschauen, weil man wenig Einfluss hat und sich trotzdem verantwortlich fühlt. In den letzten Wochen hatte ich schon eine positive Tendenz gesehen. Das Wochenende in Sandhausen war dahingehend schon ein herber Rückschlag. Ich erhoffe mir, dass die Mannschaft jetzt eine Reaktion zeigt."

TAG24: Ist Köln dafür der richtige Gegner?

Hartmann: "In der Hinrunde hatte ich das Gefühl: Mensch, die sind machbar. Das hatte sich als falsch erwiesen. Trotzdem: Sich zu motivieren, darf kein Problem sein. Der übermächtige Gegner aus dem Hinspiel darf nicht mehr in unseren Köpfen schwirren. Respekt und Demut ja, aber man darf sich auf keinen Fall kleiner machen, als man ist. Sonst wird man wenig Chancen haben."

TAG24: Was erwarten Sie für anstehende Saison-Schlussphase?

Hartmann: "Das ist eine sehr gefährliche Situation. Man kann sich auf nichts verlassen, wie das Spiel Hamburg gegen Magdeburg gezeigt hat. Die sechs Punkte Abstand sind kein Ruhekissen. Aber man sollte sich auch vor Augen halten: Mit einem Sieg gegen Köln oder Ingolstadt kann schnell alles in die richtige Richtung entschieden sein."

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