Wehe, Dynamo Dresden kriegt gegen Wehen Wiesbaden nicht die Kurve!

Dresden - Wer die SG Dynamo Dresden aus den letzten Jahrzehnten kennt, der weiß: Bei Misserfolg wird nicht lange gefackelt. Trainer hatten selten eine längere Verweildauer.

Dynamo-Coach Cristian Fiel beim Training am Montag im Großen Garten. Die schwarz-gelbe Gemeinde drückt dem Spanier ganz fest die Daumen, dass am Freitag die Köpfe wieder hoch gehen.
Dynamo-Coach Cristian Fiel beim Training am Montag im Großen Garten. Die schwarz-gelbe Gemeinde drückt dem Spanier ganz fest die Daumen, dass am Freitag die Köpfe wieder hoch gehen.  © Lutz Hentschel

Erst recht nicht, wenn Anspruch und Wirklichkeit zu weit auseinander klafften. Jetzt bei Cristian Fiel ist das anders. Trotz der Serie von fünf Punktspiel-Niederlagen sitzt er (noch) fest im Sattel. Dafür gibt es Gründe.

Ralf Minge knüpfte bei der Vorstellung Fiels im Februar seine Personalie an die des Trainers. Der 39-Jährige ist DAS Trainerprojekt des Sportgeschäftsführers. Spieler, Nachwuchs-Coach, Interimstrainer, Chef.

Er setzte vor acht Monaten sehr vehement auf Fiel, wusste, dass der keinerlei Erfahrungen im Profibereich hat.

Er wusste auch, dass Co-Trainer Patrick Mölzl ohne große Meriten zu Dynamo kommt. Er hat den Wunsch seines neuen Chefcoachs erfüllt.

Minge ging also hohes Risiko, auch wenn "Fielo" hohes Ansehen bei den Fans genießt und damit deutlich mehr Kredit besitzt als so manch seiner Vorgänger.

Bevor er ihn irgendwann mal entlassen werde, würde er selbst gehen - war eine der Aussagen von Sportchef Minge damals. Hätte er das nicht gesagt, wer weiß.

Dynamo-Fans sehen Cristian Fiel und Ralf Minge immer kritischer

Dynamo-Sportdirektor Ralf Minge (r.) hat sein eigenes (berufliches) Schicksal an das von Trainer Cristian Fiel geknüpft.
Dynamo-Sportdirektor Ralf Minge (r.) hat sein eigenes (berufliches) Schicksal an das von Trainer Cristian Fiel geknüpft.  © Lutz Hentschel

Auf alle Fälle bröckelt das Ansehen von Minge und Fiel bei den Fans. Wer sich selbst ein Bild davon machen will, einfach mal bei Facebook, Twitter und Co. die Kommentare auf der jeweiligen Dynamo-Seite lesen.

Da sind zwar auch viele dumme dabei, aber auch einige mit Sachverstand geschriebene.

Ein weiterer Grund: Am 16. November wird ein neuer Aufsichtsrat bei Dynamo gewählt. Das ist in der Länderspielpause - nach Wiesbaden und vor dem Gastspiel beim HSV.

Bis dahin will sich keiner der amtierenden Räte, die wiedergewählt werden wollen, in die Nesseln setzen und den Trainer infrage stellen. Das könnte eine mögliche Wiederwahl gefährden. Anders ist die Ruhe von dieser Seite her nicht zu erklären.

Der letzte Grund ist sportlicher Natur. Vor dem wichtigsten Spiel des Jahres 2019 würde ein Trainerwechsel nicht viel bringen. Stuttgart war Sonntag, Wiesbaden ist am Freitag. Die Unruhe wäre zu groß, zumal Fiel nicht allein schuld an der Misere ist.

Da stehen vor allem die Spieler in der Pflicht. Wenn sie es jetzt noch nicht begriffen haben, um was es für sie, ihren Trainer, die Fans und den Verein geht, dann kann auch Jürgen Klopp nicht mehr helfen.

Auch eine Vereinslegende wie Cristian Fiel wird von den Fans mittlerweile immer kritischer gesehen.
Auch eine Vereinslegende wie Cristian Fiel wird von den Fans mittlerweile immer kritischer gesehen.  © Lutz Hentschel

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