Dynamo verkommt zur Schießbude der Liga: Fiel muss die Abwehr dicht kriegen

Dresden - Dresden, wir haben ein Problem! Dynamo verkommt zur Schießbude der Liga. Vier Stück in Aue, vier in Karlsruhe, drei gegen St. Pauli, zwei in Bochum. Insgesamt 16 in acht Spielen.

Rätselraten um die Vorstellung in Aue: Marco Hartmann, Florian Ballas und Baris Atik (von links).
Rätselraten um die Vorstellung in Aue: Marco Hartmann, Florian Ballas und Baris Atik (von links).  © dpa/Sebastian Kahnert

Den Schnitt kann sich jeder Erstklässler ausrechnen. Das ist zu viel, nur der VfL und Wiesbaden haben mehr. Cristian Fiel muss seinen Laden hinten dicht kriegen, sonst wird das nix!

Das Problem dabei ist, wenn immer derselbe patzt, nimmst du ihn als Trainer irgendwann raus. Doch es patzen durch die Bank weg fast alle. So viele Verteidiger hat Fiel wiederum gar nicht im Kader, um einen Totalumbruch in der Defensive einzuleiten. Wobei die Abwehrarbeit nicht erst im letzten Drittel beginnt, das soll nicht unerwähnt bleiben.

Rückblick auf Aue: Kevin Ehlers' Blackout gegen Jan Hochscheidt (11.) blieb noch ohne Wirkung. Aber dann: Linus Wahlqvist (26.) lässt Hochscheidt einfädeln - Elfmeter und 1:1 durch Dimitrij Nazarov.

Beim 1:2 (39.) verhindert zunächst Chris Löwe die Flanke nicht, dann köpft Florian Ballas mittig zur Nazarov, der artig "danke" sagt. Beim 1:3 (45.+1) stürzt bei der Ecke alles Richtung kurzer Pfosten. Wahlqvist verliert Testroet aus den Augen. Beim 1:4 (70.) vernascht "Paco" aus spitzem Winkel Jannik Müller und Ballas auf dem Bierdeckel und zimmert die Kugel ins kurze Eck.

Hätte Testroet gleich nach der Pause nach einer Ecke einen weiteren Wahlqvist-Aussetzer genutzt - es wäre noch bitterer geworden, wenn das überhaupt geht.

Dynamos Abwehrproblem: Wie soll Cristian Fiel das in den Griff bekommen?

Hat seit der Derby-Klatsche in Aue einige Sorgenfalten mehr: Cristian Fiel.
Hat seit der Derby-Klatsche in Aue einige Sorgenfalten mehr: Cristian Fiel.  © Picture Point/Roger Petzsche

Aber wie bekommt Fiel diese Böcke in den Griff? Mit Ausnahme von Ehlers stehen da hinten drin erfahrene Spieler, die ihre Klasse oft nachgewiesen haben.

Alles eine mentale Frage, denn Fehler abstellen lässt sich nur schwer trainieren?

"Als die Tore gefallen sind, mein erster Gedanke war so, was soll ich daran jetzt trainieren?", war Fiel nach der Partie erst einmal ratlos. "Immer wieder mit den Jungs sprechen und sie darauf aufmerksam machen, dass wir in der Nähe unseres Strafraums, wenn wir den Ball noch nicht haben, eine Mann-Orientierung brauchen. Dann muss ich mich an meinem Gegenspieler orientieren und nicht hoffen, dass der Ball da nicht hinkommt. Und solange wir das nicht machen...", holte Fiel Luft.

Von außen, so der Coach, ist es schwer, zu reagieren, wenn er merkt, da läuft was gehörig schief.

"Ich war selbst Spieler, du bis fokussiert, du nimmst das auf dem Feld nicht wahr." Also muss er es seinen Jungs im Training und in der Theorie einpauken, bis es ihnen zu den Ohren herauskommt.

"Ich werde es ihnen zeigen, ich werde es einfordern, ich werde es ihnen sagen."

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