Dynamo schmeißt Feldschlößchen vom Trikot runter

Marvin Schwäbe (li.) mit dem Noch-Dynamo-Trikot. Rechts: Ex-Dynamo Janis Blaswich, der heute bei Hansa Rostock im Sunmaker-Trikot spielt.
Marvin Schwäbe (li.) mit dem Noch-Dynamo-Trikot. Rechts: Ex-Dynamo Janis Blaswich, der heute bei Hansa Rostock im Sunmaker-Trikot spielt.  © Imago

Dresden - Traurige Nachrichten für die Dresdner Traditionsbrauerei Feldschlößchen. Wie TAG24 exklusiv erfuhr, will Dynamo Dresden sich von seinem Brustsponsor trennen.

Schon in den nächsten Tagen will der Fußball-Zweitligist den Abschied bekanntgeben. Der Grund ist schlicht: Man habe einfach eine Firma gefunden, die deutlich mehr zahlt.

Demnach soll es sich um das 2004 gegründete deutsche Online-Wettportal "Sunmaker" handeln, das sich seit Jahren auch im Fußballgeschäft (finanziell) engagiert und 2015 vom börsennotierten schwedischen Unternehmen Cherry AB aufgekauft wurde.

So ist Sunmaker bereits Sponsor bei Drittligisten Hansa Rostock, VFL Osnabrück, Hallescher FC, SV Wehen Wiesbaden und seit 2015 Ärmelsponsor beim SC Paderborn (aktuell Tabellenführer in der 3. Liga).

Bei letzterem Verein, also dem SC Paderborn, war 2015 Michael Born (50) Geschäftsführer. Genau der Mann, der heute in gleicher Rolle bei der SG Dynamo arbeitet. Hat er den Deal mit Sunmaker eingefädelt? Für Feldschlößchen natürlich eine harte Entscheidung, schließlich standen sie Dynamo in einer der schwärzesten Stunden zur Seite und übernahmen Ende Juni 2014 trotz Abstiegs in die 3. Liga die Rolle als Haupt- und Trikotsponsor.

Ein Foto vom 27. Juni 2014: Der Tag, als Feldi-Boss Mike Gärtner (Mitte) als Trikotsponsor bei Dynamo einstieg. Mit Ralf Minge (li.) und dem damaligen Geschäftsführer Robert Schäfer.
Ein Foto vom 27. Juni 2014: Der Tag, als Feldi-Boss Mike Gärtner (Mitte) als Trikotsponsor bei Dynamo einstieg. Mit Ralf Minge (li.) und dem damaligen Geschäftsführer Robert Schäfer.  © Frank Dehlis

Gegenüber TAG24 will Dynamo Geschäftsführer Michael Born nichts bestätigen.

Und was sagt Mike Gärtner, Chef und Inhaber von Feldschlößchen, dazu? "Dass wir in der nächsten Saison nicht mehr Brustsponsor sein werden, kann ich nicht dementieren!"

Bevor der Verein keine offizielle Mitteilung herausgegeben hat, will er nicht ins Detail gehen.

Doch um welche Summen geht es eigentlich?

Auch hier schweigen alle beteiligten Seiten. Nach TAG24-Informationen soll sich der bisherige Brustsponsor-Vertrag in einer Region von mehr als einer halben Million Euro pro Jahr belaufen.

"Sunmaker" zahlt nun angeblich eine fast siebenstellige Summe. Ein Betrag, bei dem Feldi wohl nicht mehr mitbieten wollte.

Das einzige Gute für Feldschlößchen: Als Biersponsor bleiben sie dem Verein erhalten, dürfen also weiter im Stadion ausschenken. Doch die große Aufmerksamkeit, die man (besonders bei Auswärtsspielen) als Brustsponsor hat, ist nun weg.

Feldschlößchen war bereits von 1998 bis 2003 auf dem Trikot der SG Dynamo Dresden. Und seit 2011 hat die Brauerei durchgängig exklusives Ausschankrecht im Stadion.

Update 21.42 Uhr:

Am Mittwochabend bestätigte die SGD in einer Pressemitteilung die Gerüchte. In der Mitteilung heißt es, dass man die 20-Jährige Partnerschaft mit Feldschlößchen auch in der kommenden Spielzeit fortsetzen möchte. Ab dem 1. Juli wird die Dresdner Traditionsbrauerei Dynamo als Exklusiv- und Bierpartner bis mindestens 2021 zur Seite stehen.

"Natürlich bedauern wir die Entscheidung des Vereins, den Trikotsponsor zu wechseln. Aufgrund der vertrauensvollen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit über viele Jahre sind wir dennoch gemeinsam zu der Entscheidung gekommen, unsere langjährige Zusammenarbeit mit Dynamo Dresden ab der kommenden Saison als Exklusiv- und Bierpartner fortzuführen", meint Mike Gärtner, Vorstand der Feldschlößchen AG.

Und weiter erklärt er: "Wir wären sehr gern auf der Trikotbrust geblieben, erkennen aber an, dass Dynamo durch die Neuvergabe dieses Rechts zusätzliche Erlöspotenziale ausschöpfen möchte. In der nunmehr 20- jährigen Partnerschaft war uns die Weiterentwicklung der Sportgemeinschaft stets ein wichtiges Anliegen. Deshalb stand für uns außer Frage, dass wir unser Engagement weiter fortsetzen. 2014 sind wir in schwierigen Zeiten auf die Trikotbrust gegangen.

Jetzt blicken wir auf vier gemeinsame Jahre zurück, die unheimlich emotional und vor allem erfolgreich waren. Durch gemeinschaftliche Anstrengungen aller Schwarz-Gelben steht die SGD heute so gut da wie seit über 25 Jahren nicht. Es macht uns stolz, dass wir diese wichtige Phase als Hauptsponsor begleiten und mitgestalten konnten.

Ich bin mir sicher, dass auch die künftige Zusammenarbeit von Erfolgen und positiven Emotionen geprägt sein wird."