Dynamo ohne Leidenschaft nicht zweitligareif: "So kannst du nicht gewinnen"

Dresden - Was Dynamo beim 1:3 in Sandhausen auf den Platz brachte, war nicht zweitligareif! So richtig erklären konnte sich dieses peinliche Auftreten keiner.

Dick und fett stand es über den Köpfen geschrieben: Dynamo Dresden verlor in Sandhausen mit 1:3. Mit gesenkten Köpfen schlichen die Spieler bedient vom Platz.
Dick und fett stand es über den Köpfen geschrieben: Dynamo Dresden verlor in Sandhausen mit 1:3. Mit gesenkten Köpfen schlichen die Spieler bedient vom Platz.  © imago images/Steffen Kuttner

Sandhausen hat's vorgemacht: Es braucht keine komplizierten Schachzüge, wenn es auch einfach geht.

Ein kurzer Pass nach vorn, Ball prallen lassen und wieder neu anbieten. Meter für Meter tasteten sich die Kurpfälzer so ans Dynamo-Tor heran.

Die Schwarz-Gelben kamen immer einen Schritt zu spät oder schauten generell nur hinterher. "Das, was die gespielt haben, war Zweitligafußball", gratulierte Sören Gonther dem SVS zum verdienten Sieg.

Was Dynamo dagegen auf dem Zettel hatte, war nicht zu erkennen.

"So kannst du in dieser Situation kein Fußballspiel bestreiten", zeigte sich Trainer Cristian Fiel von der leidenschaftslosen Leistung seiner Truppe deprimiert. "Ich war der Meinung, wir seien bereit für dieses Spiel. Doch wenn du so reingehst, kannst du nicht gewinnen."

Dass es zur Halbzeit noch 0:0 stand, grenzte schon an ein Wunder, so wie Dynamo regelrecht um einen Gegentreffer bettelte.

SGD-Coach Cristian Fiel mit bedröppelter Miene. So hatte sich der 39-Jährige das nicht vorgestellt.
SGD-Coach Cristian Fiel mit bedröppelter Miene. So hatte sich der 39-Jährige das nicht vorgestellt.  © DPA

Umso weniger nachvollziehbar, wieso nach dem überglücklichen Führungstreffer der Schwarz-Gelben kein Ruck durch die Mannschaft ging.

"Das ist schwer zu erklären, da bin ich selbst etwas sprachlos", fehlten Kapitän Gonther die Worte.

Auch sein Verteidigerkollege Florian Ballas fand keine richtige Erklärung. "Das, was nach der Führung passiert ist, darf in diesem Ausmaß einfach nicht passieren."

Es folgten nach Erich Berkos 0:1 drei Tore binnen zehn Minuten. Die Diskussion über die Szene vorm Ausgleich, ob Eckball oder nicht, hätte sich Ballas anschließend sparen können."

Das hat uns aus dem Konzept gebracht, da fühlst du dich benachteiligt, die Köpfe hängen runter und man macht den Gegner wieder stark - aber das soll keine Ausrede sein", merkte der 26-Jährige immerhin selbst.

Im sechsten Pflichtspiel unter der Leitung von Coach Fiel gab es nun also die erste Niederlage für den Spanier. "Es war klar, dass die irgendwann mal kommt", wollte der 39-Jährige, wohlwissend um den schlechten Auftritt, trotzdem nicht den Teufel an die Wand malen. "Wir haben jetzt ein Spiel verloren. Das bedeutet aber nicht, dass jetzt automatisch alles schlecht ist."

Haris Duljevic (l.) und Dzenis Burnic (r.) klatschten mit Trainer Cristian Fiel ab. Den üblichen Spruch "gut gespielt!" gab es mit Sicherheit nicht zu hören.
Haris Duljevic (l.) und Dzenis Burnic (r.) klatschten mit Trainer Cristian Fiel ab. Den üblichen Spruch "gut gespielt!" gab es mit Sicherheit nicht zu hören.  © DPA

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