Dynamo von Kiel die Grenzen aufgezeigt: "Bei uns hakt es an allen Ecken und Enden!"

Dresden - Die 0:3-Niederlage in Kiel hat Dynamo mal wieder die Grenzen aufgezeigt und bestätigt, warum die Schwarz-Gelben im unteren Tabellendrittel stehen.

Dynamos Trainer Cristian Fiel ist froh, wenn er bald hinter dieser miserablen Saison einen Haken machen darf.
Dynamos Trainer Cristian Fiel ist froh, wenn er bald hinter dieser miserablen Saison einen Haken machen darf.  © imago images/Steffen Kuttner

Von Aufopferung im Saisonendspurt war nullkommanichts zu sehen.

"Die letzten Spiele so angehen, als ob wir die Punkte unbedingt bräuchten", erklärte Dynamo-Coach Cristian Fiel vor der Partie in Kiel - von wegen!

Naiv bei gegnerischen Standards, keine gute Arbeit gegen den Ball und kaum gewonnene Zweikämpfe malten ein anderes Bild.

"Wir haben es nach dem Klassenerhalt nicht geschafft, die Spannung auf den Platz zu bekommen", ruderte Fiel nach dem 0:3 zurück. Gleichzeitig betonte er aber: "Das soll keine Ausrede sein!"

Da half auch die Entscheidung nicht, Justin Löwe von Beginn an als "Sechser" aufzustellen. "Mit ihm wollte ich einen spielstarken Spieler im Mittelfeld haben", erklärte Fiel, dessen Plan aber nicht aufging.

Löwe wurde in der 59. Minute von Marco Hartmann ersetzt, der nach dreieinhalb-monatiger Verletzungspause sein Comeback gab.

"Es ging einfach nur darum, ihm Spielminuten zu geben", erklärte Fiel den Wechsel. Verwirrend nur: Zwei Tage zuvor redete der Spanier noch davon, Hartmann nicht zu früh wieder in die Bahn werfen zu wollen.

Auf einen Dynamo-Spieler kamen drei Kieler. So jedenfalls muss sich die drückende Unterlegenheit der Dresdner für Marco Hartmann (2.v.r.) angefühlt haben.
Auf einen Dynamo-Spieler kamen drei Kieler. So jedenfalls muss sich die drückende Unterlegenheit der Dresdner für Marco Hartmann (2.v.r.) angefühlt haben.  © imago images/Steffen Kuttner

"Ich habe gehofft, dass er nicht zu einer Blutgrätsche ansetzt, die keiner braucht."

Immerhin: Gesundheitlich hatte Hartmann die restliche halbe Stunde überstanden.

Doch die Freude über den Einsatz schwenkte beim 31-Jährigen schnell um. "Ich hätte gern einen anderen Einfluss aufs Spiel gehabt", musste er das 0:2 und das 0:3 hautnah miterleben.

"Man muss ehrlich sagen, Holstein Kiel performt in dieser Saison auf einem ganz anderen Level als wir", erfuhr Hartmann somit am eigenen Leib.

Tatsächlich wurden die Dynamos regelrecht vorgeführt. "Wenn man sieht, was die Kieler für Abläufe drin haben, was die für eine Ruhe am Ball ausstrahlen und was die für eine Selbstsicherheit haben - uns fehlt genau das, was die so stark macht", sieht Hartmann große Baustellen. "Bei uns hakt es dagegen an allen Ecken und Enden."

Der Gedanke daran, dass mit dem SC Paderborn 07 eine derzeit noch spielstärkere Mannschaft am Sonntag nach Dresden kommt, lässt Böses erahnen. "Die werden nochmal richtig Ballett nach vorn machen", prophezeit Hartmann.

Für "Fielo" und sein Team heißt es bis dahin: "Den Kopf klar kriegen und nochmal alle Kräfte bündeln für einen guten Abschluss." Mal schauen, ob auch das wieder nur leere Worte sind ...

Marco Hartmann
Marco Hartmann  © imago images/Steffen Kuttner

Mehr zum Thema Dynamo Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0