Dynamo-Dresden-Stürmer Röser nur Ersatz, weil er zu brav ist?

Dresden - Manch ein Spieler fängt im übertragenen Sinne an zu kratzen und zu beißen, wenn sein Name nicht in der Startelf steht.

Lucas Röser bejubelt seinen 1:0-Siegtreffer gegen den MSV Duisburg.
Lucas Röser bejubelt seinen 1:0-Siegtreffer gegen den MSV Duisburg.  © Picture Point / Roger Petsche

Nicht so Lucas Röser. Zwar ist Dynamos Mittelstürmer ebenfalls mit seiner Situation unzufrieden, findet sich aber mit der Ersatzrolle ab. Letztlich gilt auch bei ihm: Er will doch nur spielen!

Rösers Hochs und Tiefs bei Dynamo verlaufen wie eine Achterbahnfahrt. Als Ersatzmann im Sommer 2017 verpflichtet, stieg er nach Pascal Testroets Horror-Verletzung schnell zum Stürmer Nummer eins auf.

Obwohl ihm immer wieder mit Peniel Mlapa und Moussa Koné die eigene Konkurrenz vor die Nase gesetzt wurde, schloss Röser die vergangene Saison mit neun Treffern als bester Dynamo-Torschütze ab.

In der aktuellen Spielzeit traf der Mittelstürmer zum Auftakt der Hin- und Rückserie gegen den MSV Duisburg. Nun auch endlich gegen einen anderen Gegner - im Osterby gegen den 1. FC Magdeburg.

"Jedes Tor ist ein schönes Gefühl, ein Derby-Tor ist ein sehr schönes Gefühl", freute sich Röser.

Pure Erleichterung nach harten Wochen: Dynamo-Stürmer Lucas Röser freut sich über seinen 1:1-Ausgleichstreffer gegen den 1. FC Magdeburg.
Pure Erleichterung nach harten Wochen: Dynamo-Stürmer Lucas Röser freut sich über seinen 1:1-Ausgleichstreffer gegen den 1. FC Magdeburg.  © Lutz Hentschel

Dabei war die Freude rund 90 Minuten zuvor, als der 25-Jährige mal wieder nur auf der Bank saß, überhaupt nicht groß: "Ich schlucke grundsätzlich jedes Mal, wenn ich nicht in der Startelf stehe. Es ist für mich schwierig, mit der Situation umzugehen."

Statt stimmlich der Unzufriedenheit einen klaren Ausdruck zu verleihen, könnte Röser wohl kaum auch nur einer Fliege etwas zu Leide tun. Ist er also ganz einfach zu brav für die Startelf?

Fakt ist, solange der Angreifer nicht auf den Tisch haut und sich stattdessen mit der Jokerrolle abfindet, bleibt er im System mit nur einer Sturmspitze nur die zweite Wahl.

"Es kommt immer auf die Art und Weise an, wie er seinen Unmut äußert", erklärt Trainer Cristian Fiel, dem eine Antwort auf dem Platz natürlich viel lieber ist als böse Worte.

"Wenn jeder Spieler so eine Antwort gibt: Bravo, genau das will ich haben."

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