Rückfall in alte Muster? Daran fehlte es Dynamo in Ingolstadt

Dresden - Es war zu befürchten, dass Dynamo fünf Tage nach dem 3:0-Sieg gegen den 1. FC Köln in alte Muster zurückfallen würde.

Der entscheidende Treffer! Sonny Kittel (l.) hat abgezogen, der Ball schlägt im Dresdner Gehäuse ein - nicht wirklich unhaltbar für den sich den umsonst streckenden Dynamo-Torhüter Markus Schubert.
Der entscheidende Treffer! Sonny Kittel (l.) hat abgezogen, der Ball schlägt im Dresdner Gehäuse ein - nicht wirklich unhaltbar für den sich den umsonst streckenden Dynamo-Torhüter Markus Schubert.  © Worbser-Sportfotografie/Mike Worbs

Und tatsächlich: Beim 0:1 beim FC Ingolstadt 04 ließen die Schwarz-Gelben genau das vermissen, was sie eine knappe Woche zuvor gegen den Tabellenführer so stark gemacht hatte.

Die Dresdner Offensive fand am Freitagabend im Ingolstädter Audi-Sportpark überhaupt nicht statt.

Die beiden Angreifer Erich Berko und Haris Duljevic konnten weder ihre Schnelligkeit ausspielen, noch sich gefährliche Torszenen erarbeiten.

Grund dafür war vor allem die mangelnde Versorgung aus den hinteren Reihen.

"Wir waren überhaupt nicht sauber im Passspiel", bemängelte Dynamo-Coach Cristian Fiel nach der Partie.

"Zwar hatten wir Kontrolle über das Spiel, aber wenn wir mal die nötigen Räume gefunden haben, dann hat alles viel zu lange gedauert."

Auch die vielen vertändelten Bälle durch schlechte Annahmen erregten den Spanier.

In der Halbzeitpause machte Fiel seinen Jungs klar, um was es für den Gegner geht und dass die Gastgeber deshalb sofort wieder nach vorn spielen werden.

Alles Gestikulieren, alle Zurufe halfen nichts - sehr zum Ärger von Coach Cristian Fiel verfielen die Dynamos bei der Pleite in Ingolstadt wieder in alte Muster.
Alles Gestikulieren, alle Zurufe halfen nichts - sehr zum Ärger von Coach Cristian Fiel verfielen die Dynamos bei der Pleite in Ingolstadt wieder in alte Muster.  © Worbser-Sportfotografie/Mike Worbs

Genau so trat es auch ein: Nur zwölf Sekunden nach dem Anstoß lag der Ball am Dresdner Strafraum zum Freistoß bereit, Sonny Kittel (47.) wuchtete den Ball ins Netz - nicht unhaltbar für Keeper Markus Schubert.

"Die Situation darf so gar nicht erst zustande kommen", gestand sich Kapitän Sören Gonther ein.

Erst recht, weil Fiel Minuten zuvor genau davor noch gewarnt hatte. "Da muss die ganze Mannschaft wacher aus der Kabine kommen. Darauf waren wir eingestellt", bestätigte Gonther.

Die Frage, wie solch eine Leistung nur wenige Tage nach dem Köln-Spiel denn möglich sei, stellte sich "Fielo" direkt selbst und beantwortete diese mit dem bekannten Spruch, den Louis van Gaal in seiner Zeit beim FC Bayern München prägte: "So ist Fußball!"

Die fehlende Entschlossenheit, die mangelnde Qualität und auch das vermisste Quäntchen Glück taten das Übrige dazu.

Dennoch hat das Team des 39-jährigen Dynamo-Trainers den Klassenerhalt nach wie vor in der eigenen Hand.

"Wir müssen sofort die Köpfe wieder hochnehmen", forderte der Cheftrainer mit Ausblick auf die drei verbleibenden Partien. "Müssen gucken, dass wir noch die Punkte sammeln, die wir brauchen."

Erich Berko (l., gegen Paulo Otavio) hatte im ganzen Spiel nicht eine echte Torchance.
Erich Berko (l., gegen Paulo Otavio) hatte im ganzen Spiel nicht eine echte Torchance.  © Worbser-Sportfotografie/Mike Worbs

Mehr zum Thema Dynamo Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0