Dynamo entschuldigt sich bei RB Leipzig

Der Bullenkopf vor dem K-Block: Dafür gab es von Dynamo eine Entschuldigung.
Der Bullenkopf vor dem K-Block: Dafür gab es von Dynamo eine Entschuldigung.

Dresden - Der von Chaoten während des Pokalspiels gegen RB Leipzig neben den Rasen geworfenen Bullenkopf ist längst aus dem DDV-Stadion verschwunden, aber seine Nachwehen schweben noch immer durch die Arena - und der Image-Schaden über dem Verein.

Doch Dynamo Dresden ist längst in die Offensive gegangen und hofft, auch dank der Kriminalpolizei Täter und Hintermänner präsentieren zu können. Sportdirektor Ralf Minge: „Das umfangreiche Videomaterial ist ausgewertet. Ich will den Ermittlungs-Ergebnissen nicht vorgreifen, aber es sieht gut aus.“

Zwar gehe es rein rechtlich um eine eher banale Ordnungswidrigkeit, aber die eklige Angelegenheit habe dennoch einen „enormen Schatten auf das ansonsten überragende sportliche Ergebnis“ gelegt, stellt der 55-Jährige klar. „Wir werden Sanktionen verhängen und ein Exempel statuieren.“

Auch einige der Transparente waren für Ralf Minge ein Grund, sich bei Ralf Rangnick zu entschuldigen.
Auch einige der Transparente waren für Ralf Minge ein Grund, sich bei Ralf Rangnick zu entschuldigen.  © Lutz Hentschel

RB-Sportdirektor Ralf Rangnick sagte nach der Partie, die Sache sei nicht zu entschuldigen. Minge: „Wir entschuldigen uns trotzdem. Auch für zehn Prozent der Spruchbänder, die unter der Gürtellinie waren.“ 

Die seien trotz intensiver Kontrollen und eine Aussortierung Tage und Stunden vor der Partie in den K-Block gelangt. Einige wurden dort sogar noch während der Partie hergestellt...

Bis zum 30. August hat der Verein Zeit, eine Stellungnahme über sämtliche Vorfälle beim DFB abzugeben. Dort soll auch auf die „Feldi statt Brause“-Shirts eingegangen werden, die die Profis nach dem Sieg übergestreift hatten. 

Dieses Logo sollte sogar für die gesamte Pokal-Saison die schwarz-gelbe Brust schmücken, was der DFB aber ablehnte - wie auch den folgenden Einspruch trotz umfangreicher Begründung. „Die hat offenbar gar keiner durchgelesen“, glaubt Minge.

„Feldi statt Brause“ ist eine offizielle Marke von Hauptsponsor Feldschlößchen, der sein neues alkoholfreies Getränk in den Markt einführen wollte - das Pokalspiel sollte quasi der Startschuss sein. Die Bierbrauer wollten dazu auch eine Pressemitteilung herausgeben, die SGD bat darum, das nicht zu tun. 

Denn DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius hatte persönlich in der Geschäftsstelle angerufen und davor gewarnt, dass auch dies als Provokation aufgefasst und auf den Verein zurückfallen würde. „Wie überhaupt alles, was passieren könnte“, schüttelt Minge den Kopf. 

„Der Druck war enorm und im Nachhinein sind wir froh, dass es bis auf den Bullenkopf keine weiteren schlimmen Sachen gab.“


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