Trotz Fehlstart: Noch kommen bei Dynamo keine Zweifel auf

Dresden - Auf dem Heimweg von Karlsruhe nach Dresden fuhr der Mannschaftsbus der SG Dynamo Dresden auf der A6 kurz nach Heilbronn am Ort Zweiflingen vorbei.

Fast schüchtern klatschten die Dynamo-Spieler nach der Partie mit ihren Fans ab.
Fast schüchtern klatschten die Dynamo-Spieler nach der Partie mit ihren Fans ab.  © Jan Hübner/Ulrich

Angehalten hat er nicht, denn die Insassen haben eins eben nicht: Zweifel.

Vielleicht sind sie nach dem 2:4 beim KSC und der zweiten Niederlage im zweiten Spiel auch noch nicht angebracht. Aber Fragen stellen sollten sie sich schon - mit ehrlichen Antworten.

"So schlimm sich das anhören mag, ich glaube, dass wir heute ein gutes Spiel gemacht haben - vor allem in der ersten Halbzeit", sagte Trainer Cristian Fiel auf der Pressekonferenz.

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Dynamo Dresden Dynamo schießt zu viele Fahrkarten: Effektive Schalker Lehrstunde!

"Wir haben wieder gut begonnen, wir hatten wieder extrem viel Ballbesitz, spielen uns noch mehr Chancen heraus als in der Vorwoche", meinte Sascha Horvath nach der Partie und fügte wenig später an: "Ich zweifle nicht an der Mannschaft, wir haben die Qualität."

Zweifel ließ auch der Trainer nicht zu. Auch fehlende Mentalität konnte er nicht ausmachen. "Darüber haben wir in der Vorsaison viel gesprochen, da hat mir oft der letzte Schritt gefehlt. Das sehe ich jetzt nicht", so Fiel.

"Wir müssen weiter hart arbeiten an Dingen, die wir schon gut machen", sagte der Coach. Und vor allem müssen alle an Dingen arbeiten, die noch nicht klappen.

Lucas Röser (l.) hatte hier noch eine Chance - da war es aber schon zu spät.
Lucas Röser (l.) hatte hier noch eine Chance - da war es aber schon zu spät.  © imago images/Steffen Kuttner

Es waren immer wieder lobende Worte, die den Protagonisten über die Lippen kamen. Intern werden sie (hoffentlich) anders reden.

Klar war vieles ordentlich, aber vieles eben nicht, dafür war das blanke Ergebnis zu ernüchternd. Das muss schonungslos angesprochen und abgestellt werden.

Die beiden Partien haben gezeigt, dass Ballbesitz-Fußball a la FC Barcelona nicht zielführend ist, wenn es in ungefährlichen Zonen passiert. Und wenn man die Spieler dazu nicht hat.

Das junge Mittelfeld hat nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, aber oft vergessen, auch mal die Gassen im Angriff zu finden und sie im Umkehrspiel zu schließen. Das ist das eine.

Die Wucht und die Genauigkeit nach vorn müssen sich verbessern, um gefährlicher zu werden. Am besten mit einem gelernten Stürmer - oder zweien oder dreien. Dass eine Abwehr nahezu fehlerfrei agieren muss, um in der 2. Bundesliga zu punkten, ist selbstredend. Das fängt beim Torhüter an.

Jannik Müller, diesmal Kapitän, sagte zumindest einen Satz, der genau das wiedergab, was viele Fans denken: "So kann es nicht weitergehen." Sonst kommen die Zweifel von ganz allein.

Auch wenn er jede Zweifel von sich schiebt: Während der Partie schien Cristian Fiel dann doch ab und an ins Grübeln zu geraten...
Auch wenn er jede Zweifel von sich schiebt: Während der Partie schien Cristian Fiel dann doch ab und an ins Grübeln zu geraten...  © imago images/Carmele

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