Noch 12 Dynamo-Endspiele um 8 Millionen Euro! So teuer wäre der Abstieg

Dresden - Wie teuer käme ein Zweitliga-Abstieg die SG Dynamo Dresden zu stehen? Eine endgültige Antwort darauf lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt schwer treffen.

Die Fernsehgelder spülten vor dieser Saison mehr als sieben Millionen Euro in die Dynamo-Kasse.
Die Fernsehgelder spülten vor dieser Saison mehr als sieben Millionen Euro in die Dynamo-Kasse.  © imago images/foto2press

Doch alleine die fehlende Ausschüttung der Fernsehgelder durch die DFL dürfte neun bis zehn Millionen Euro kosten.

Wieso? In der Spielzeit 2020/21 schüttet der Liga-Verband ca. 1,49 Milliarden Euro an die 36 Klubs der 1./2. Bundesliga aus.

Verteilt werden die im Rahmen eines Vier-Säulen-Modells, das sich zuvorderst auf die Fünfjahreswertung stützt.

Etwa 868 Millionen Euro werden hier verteilt. Dynamo erhielt vor der laufenden Spielzeit gut 7,4 Millionen Euro, Bayern München 50 Millionen.

Die Fünfjahreswertung: Je nach Tabellenstand zum Saisonende gibt's Punkte. Der Deutsche Meister erhält 36, der Letzte der 2. Liga einen.

Das Ganze wird dann multipliziert - der Wert von vor fünf Jahren mal eins, vor vier Jahren mal zwei usw. - und schließlich addiert.

Dresden (2014/15 und 2015/16 Drittligist!) kommt so aktuell auf 97 Zähler, die Bayern auf 540.

Steigt die SG Dynamo Dresden ab, sitzt sie nicht mehr an den Fleischtöpfen der DFL

Die Fans - nicht nur in Dresden - haben ihre eigene Meinung zur Finanzpolitik des DFB und der DFL. Auf die Zahlungen aus den TV-Rechten kann und will mittlerweile aber kein Bundesligist mehr verzichten.
Die Fans - nicht nur in Dresden - haben ihre eigene Meinung zur Finanzpolitik des DFB und der DFL. Auf die Zahlungen aus den TV-Rechten kann und will mittlerweile aber kein Bundesligist mehr verzichten.  © imago images/Robert Michael

Rettet sich die SGD bis zum Saisonende irgendwie zum Klassenerhalt, klingelt weiter die Kasse. Steigt Dynamo ab, gibt's weitaus weniger, weil man nicht mehr an den Fleischtöpfen der DFL sitzt.

Als Drittligist winken durch Beteiligung an TV-Geldern, zentraler Vermarktung (bwin, einheitlicher Spielball) und Nachwuchsförderung nur rund 1,3 Millionen Euro.

Die Schwarz-Gelben erhielten zwar eine "Solidar-Zahlung" für Zweitliga-Absteiger, doch die beläuft sich je nach Anzahl der Absteiger nur auf 0,5 Millionen (3) bis 0,75 Millionen Euro (2).

Ein weiterer Parameter, der wegfiele, ist die "sportliche Nachhaltigkeit", der berücksichtigt, inwiefern ein Klub in den letzten 20 Jahren zur Entwicklung der 1./2. Liga beigetragen hat. Von ca. 62 Millionen Euro bekäme Dresden etwa 550.000.

Die Säule "Nachwuchsförderung" belohnt Vereine, die U23-Spieler einsetzen. Hier dürfte Dresden als Zweitligist unter anderem durch die Einsätze eines Kevin Ehlers mit rund 800.000 Euro rechnen.

Fakt ist: Bei Abstieg würden rund acht Millionen Euro wegfallen. Er käme die SG Dynamo also nicht nur sportlich teuer zu stehen - es gibt also noch zwölf Endspiele um Millionen!

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