Dynamo Dresden kann einfach nicht mehr gewinnen! Schwaches 0:0 gegen Regensburg

Dresden - Die Sorgenfalten der Verantwortlichen von Dynamo Dresden dürften langsam gefährliche Tiefe annehmen. Denn was die Schwarz-Gelben am Sonntag im Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg anboten, war teilweise grauenhaft.

Haris Duljevic (li.) vergibt in der ersten Halbzeit eine Riesenchance und scheitert am Regensburger Schlussmann Philipp Pentke.
Haris Duljevic (li.) vergibt in der ersten Halbzeit eine Riesenchance und scheitert am Regensburger Schlussmann Philipp Pentke.  © Lutz Hentschel

Vor 25.303 Zuschauern war von spielerischer Qualität oder großartiger Spielfreude nichts zu sehen. Das Positivste am torlosen 0:0 war die Tatsache, dass Dynamo den ersten mageren Punkt im neuen Kalenderjahr einfuhr.

Im Hinspiel am 14. September hatte Trainer Maik Walpurgis mit einem 2:0-Auswärtssieg seinen Einstand gegeben, doch fünf Monate später muss man feststellen, dass er das Team spielerisch nicht weiterentwickelt hat. Dynamo wirkt teilweise konzeptlos, im Spiel nach vorn harmlos und ungefährlich.

Vor der Partie flimmerte ein Streifen über die Leinwände im Stadion. Schlechte und gute Szenen der Saison waren dort zusammengetragen. Mannschaft und Fans sollten eingeschworen werden auf die Begegnung. "Zusammen sind wir wieder erfolgreich. Alle gemeinsam. Alle für Dynamo", hieß es.

Walpurgis hatte betont, dass sein Team nur in einer Ergebniskrise, keiner Leistungskrise stecke. Doch die erste Halbzeit sprach eine andere Sprache. In der ersten Viertelstunde spielte nur Regensburg, hatte das Geschehen komplett im Griff. Dynamo zeigte nichts von dem, was beim Auswärtsspiel in Hamburg noch zu sehen war.

Dynamo vergibt zwei Großchancen kläglich

Patrick Ebert hatte zwei gute Möglichkeiten, doch auch er vergab sie.
Patrick Ebert hatte zwei gute Möglichkeiten, doch auch er vergab sie.  © Lutz Hentschel

Die Spieler ließen sich den Ball vom Fuß nehmen, im Abwehrzentrum löste es die Mannschaft gar nicht gut und selbst Torwart Markus Schubert war teilweise von der Nervosität angesteckt. Spielerisch ging gar nichts, Fehlpässe und mangelnder Drang nach vorn prägten das Dynamo-Spiel.

Vier Chancen verzeichneten die Regensburger in 33 Minuten, doch dem Jahn fehlte vor dem Kasten die letzte Konsequenz, um die spielerische Überlegenheit auch in Tore umzumünzen.

Bei zwei Kontern der Hausherren und daraus resultierenden Chancen musste man sich fragen, ob die Spieler nicht konnten, oder nicht wollten.

Denn völlig freistehend warteten sowohl Duljevic (37.), als auch Ebert (39.) so lange mit dem Torabschluss, dass Philipp Pentke als Sieger aus den beiden Duellen hervorging.

Nach der Pause besserte sich das Bild nicht. Im K-Block entrollten die Fans das Transparent: "Bei guter Leistung füllt sich das Stadion auch zum Normalpreis".

Doch von einer guten Leistung waren die Schwarz-Gelben am Sonntag weit entfernt. Das dürfte auch Dirk Schuster, Trainer des kommenden Gegners SV Darmstadt 98, von der Pressetribüne aus so gesehen haben.

In der 68. Minute kamen Atilgan und Kreuzer für Ebert und Duljevic. Sechs Minuten später betrat Röser für Koné den Rasen. Vor allem Kreuzer und Atilgan bemühten sich, konnten die Zeichen aber alleine natürlich auch nicht auf Sieg drehen. In der 3. Minute der Nachspielzeit vergab Nikolaou noch einen Kopfball.

Diese Vorstellung wirft einige Fragen auf. Auch die, wie lange Maik Walpurgis von den Verantwortlichen noch den Vertrauenskredit bekommt.

Update: Die Trainerstimmen nach dem Spiel

Achim Beierlorzer, SSV Jahn Regensburg: Wir sind hierhergefahren, um Punkte mit nach Hause zu nehmen. Uns war klar, was uns für ein Spiel erwartet. In der ersten Hälfte war ich sehr zufrieden, wir sind zu dritt angelaufen, hatte gute Momente. Hatten die erste riesige Chance. Wir haben dann in den Umschaltmomenten zwei Situationen verteidigen müssen, die ich so nicht sehen wollte. Da hat uns Philipp Pentke die Null gerettet. Am Ende, nachdem wir in der zweiten Hälfte stabiler in der Abwehr standen, nehmen wir den Punkt mit. Wir haben jetzt 30 Punkte und kommen unserem Ziel näher.

Maik Walpurgis, SG Dynamo Dresden: Wir hatten uns für unser Spiel jede Menge vorgenommen. Wir wollten einen Heimsieg landen, so haben wir uns auf die Partie eingestellt. Wir haben eine intensive erste Hälfte mit klarsten Chancen auf beiden Seiten erlebt. Wir hatten durch die eins-gegen-eins-Situationen gegen den Torwart hervorragende Chancen, um in Führung zu geben. In der zweiten Hälfte haben sich beide Teams neutralisiert. Auf beiden Seiten war an Torsituationen nicht viel los. Bei uns hat man gesehen, dass wir nicht vor Selbstvertrauen strotzen. Für die Jungs ist es gut, dass sie heute für ihren Aufwand mit einem Punkt belohnt worden sind. Es war ein wichtiger Punkt.

Man muss jedes Spiel differenziert betrachten. Ich glaube, dass wir es in der ersten Halbzeit in einigen Phase richtig gut gemacht haben. Man sieht, dass wir im Moment nicht im Optimum agieren, was nach so einem Start normal ist. Einige Spieler sind noch nicht in Topform.

Wir sind auf der Position von Baris Atik (war nicht im Kader, Anm. d. Red.) überladen und schauen im Training genau hin, wer sich wie bewegt und wer in welcher Form ist.

Wir sind selbst unzufrieden und hätten uns bessere Ergebnisse gewünscht. In der zweiten Liga ist es nunmal eng und es kommt auf Kleinigkeiten an. Wenn in der Vorbereitung viele Spieler aus Verletzungsgründen fehlen und jetzt nicht bei ihrer Topform sind, dann können wir im Moment nicht bei 100 Prozent sein, das sehen alle. Wir analysieren die Leistungen kritisch und knallhart. Wir müssen daran arbeiten, uns in bessere Form zu bringen. Das bedarf einer intensiven Trainingswoche, aber auch Zeit.

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