Bittere Pleite für Dynamo: Ausgleich aberkannt, Rot für Makienok

Dresden - Was für ein extrem bitterer Abend für Dynamo Dresden! Nach einer schlechten ersten Hälfte und einem dramatischen zweiten Spielabschnitt musste sich das Team von Trainer Markus Kauczinski am Freitagabend erstmals nach der Winterpause geschlagen geben.

Spielte eine unglückliche erste Hälfte und musste deshalb in der Pause vom Platz: Dzenis Burnic.
Spielte eine unglückliche erste Hälfte und musste deshalb in der Pause vom Platz: Dzenis Burnic.  © Lutz Hentschel

Gegen den SV Darmstadt 98 unterlag das Team von Trainer Markus Kauczinski mit 2:3 (1:3).

Am Ende konnte Dynamo den Abstand auf die Lilien nicht auf drei Punkte verkürzen, stattdessen trennen beide Teams nun neun Zähler.

Vor 26.243 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion hatte Josef Husbauer die Hausherren mit 1:0 in Führung gebracht (5. Minute), ehe Seungho Paik (8.), Tobias Kempe (12.) und Serdar Dursun (43.) noch vor der Halbzeit auf 1:3 stellten. Patrick Schmidt gelang in der 57. Minute der 2:3-Anschlusstreffer.

Nach acht Minuten war die große Euphorie, die nach der Winterpause entfacht worden war, dahin. Husbauer hatte zwar zur Führung getroffen, vom K-Block gab es da gleich zusätzlich den Titel "Fußballgott".

Was die Schwarz-Gelben von da an auf den Rasen brachten, war aber alles andere als göttlich. Das war ein Rückfall in die Zeiten der Hinserie. Die Lilien zeigten sich ballsicher und agierten mit einem hohen Tempo.

Dynamo verfällt in der ersten Hälfte in alte Fehlermuster

Ausgerutscht! Marco Terrazzino sah man in den ersten 45 Minuten gleich mehrfach am Boden.
Ausgerutscht! Marco Terrazzino sah man in den ersten 45 Minuten gleich mehrfach am Boden.  © Lutz Hentschel

Die Dynamos hingegen ließen sehr, sehr viel von dem vermissen, was sie in den vergangenen beiden Partien stark gemacht hatte.

Die Zweikämpfe wurden zu lasch geführt, gedanklich schienen einige nicht auf der Höhe der Aufgaben und defensiv setzte Darmstadt dort die Nadelstiche, wo es schon in der Hinrunde weh getan hatte.

Beim Ausgleich durch Paik in der 8. Minute sahen Nikolaou und Hamalainen nicht gut aus. Dem 1:2 vier Minuten später, das der Ex-Dynamo Kempe erzielte, ging ein Fehler von Broll voraus und beim 1:3 durch Dursun ließ sich Burnic einfach wegblocken.

Darmstadt machte das gut, keine Frage, aber bei den Schwarz-Gelben war auf einmal die Verunsicherung wieder zurück.

Die Spieler gestikulierten teilweise wild und diskutierten miteinander, Marco Terrazzino hatte anfangs offenbar das falsche Schuhwerk gewählt. So wurde der Zusammenhalt mit den Fans gleich auf eine harte Probe gestellt, zur Halbzeit gab es Pfiffe von den Rängen.

Dynamo: Petrak kommt für Burnic, dann macht Schmidt den Anschlusstreffer

Patrick Schmidt markierte den Anschluss zum 2:3 und versuchte, seine Jungs mitzureißen.
Patrick Schmidt markierte den Anschluss zum 2:3 und versuchte, seine Jungs mitzureißen.  © Lutz Hentschel

Burnic musste in der Kabine bleiben, für ihn kam Petrak. Die Hausherren hatten jetzt ordentlich Wut über die eigene Leistung im Bauch und versuchten, es besser zu machen.

Das fruchtete und nachdem Schmidt eine Horvath-Flanke zum 2:3-Anschlusstreffer in der 57. Minute nutzte, tobte das ganze Stadion.

Noch mehr waren die Fans allerdings außer sich, als Ebert zwei Sahnepässe auflegte, Horvath aber am Keeper scheiterte, Schmidt ebenfalls vergab (beides 59.). Zwei Minuten später legte der Stürmer nach einer Hereingebe von Wahlqvist den Ball nur knapp mit dem Kopf übers Tor.

Von da an war der offene Schlagabtausch eröffnet. Holland donnerte in der 66. Minute den Ball an die Latte. Glück für Dynamo!

Der Coach setzte dann alles auf eine Karte, brachte für den kleinen Horvath mit Stürmer Makienok eine richtige Kante. Und der zeigte sofort Wirkung. Dachten zumindest alle im Stadion! Ebert flankte den Ball rein, der 2,01 Meter Makienok blockte, Schmidt traf in der 72. Minute. Doch dann schaltete sich der Keller in Köln ein, Schiedsrichter Michael Bacher schaute sich die Szene per Videobeweis an und entschied auf Aberkennung des Treffers.

Allerdings stand Nikolaou im Abseits, der griff aber gar nicht ins Geschehen ein. Fünf Minuten später kam es noch dicker, denn der Unparteiische stellte Makienok nach einem Zweikampf mit Torhüter Marcel Schuhen mit glatt Rot vom Platz. Dynamo von da an also nur noch mit zehn Mann. Husbauer bekam auch noch Gelb fürs Meckern.

Die Schwarz-Gelben probierten alles, Jeremejeff kam fünf Minuten vor Schluss. In der Nachspielzeit traf erst Dursun den Pfosten, dann vergab Nikolaou den Riesen zum Ausgleich. Am Ende des Abends wird Dynamo wohl mit einigen Entscheidungen des Schiedsrichters hadern, auch wenn der nicht die schwache erste Hälfte verschuldete.

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