Dynamo lebt noch! Jeremejeff schießt Schwarz-Gelb zum Sieg im Kellerduell

Dresden - Was ist das für eine vorläufige Befreiung für Dynamo Dresden! Die Schwarz-Gelben haben den Bann nach fünf Niederlagen in Serie in der 2. Fußball-Bundesliga endlich gebrochen und den ersten Sieg seit dem 22. September gefeiert! Das Team von Trainer Cristian Fiel setzte sich daheim gegen den SV Wehen Wiesbaden mit 1:0 (0:0) durch und gab damit die Rote Laterne des Tabellenletzten an die Hessen ab.

Schon beim Aufwärmen zündeten die Fans im Dresdner K-Block Pyro.
Schon beim Aufwärmen zündeten die Fans im Dresdner K-Block Pyro.  © Lutz Hentschel

Vor 25.444 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion schoss Alexander Jeremejeff in der 41. Minute das 1:0 für die Hausherren.

Schon lange vor der Begegnung merkte man am Freitagabend, dass es kein gewöhnliches Spiel für die SGD werden würde. Zum Kellerduell Letzter gegen Vorletzter sangen sich die Fans schon kurz nach 18 Uhr warm, Aufstiegsheld Justin Eilers nahm auf der Tribüne Platz, um seinen Ex-Verein zu unterstützen.

Vor dem Anpfiff zündeten die Fans Pyro, um ihren Jungs einzuheizen. Auf dem Rasen merkte man, dass die Spieler das begriffen hatten, was ihnen in der Woche oft zur Last gelegt wurde: zu realisieren, worum es für Dynamo geht - das blanke sportliche Überleben in Liga zwei!

Sie rannten, sie grätschten, sie kämpften und setzten immer wieder nach. Das war kein Vergleich zum Gesamtauftritt in Stuttgart. Einzig das Zwingende fehlte vor dem Tor.

Bei den Freistößen gab es zweimal eine Variante von Kreuzer, der nach seiner Sperre ebenso in die Startelf rückte wie Ebert und Chris Löwe, die allerdings jedes Mal keinen Abnehmer fand.

Dynamo trifft zur Führung, vorher wird das Tor von Wiesbaden nach Videobeweis zurückgenommen

Alexander Jeremejeff jubelt, der Ball liegt im Tor: 1:0 für Dynamo.
Alexander Jeremejeff jubelt, der Ball liegt im Tor: 1:0 für Dynamo.  © Lutz Hentschel

Das hätte sich fast gerächt. Denn als der Ball im Netz von Dynamo-Torhüter Kevin Broll zappelte, guckten sich die Schwarz-Gelben entsetzt an, Wiesbaden jubelte nach dem Treffer von Manuel Schäffler (26.).

Doch Köln schaltete sich ein, gab Schiedsrichter Martin Petersen den Hinweis, dass in der Szene zuvor Dynamo-Stürmer Jeremejeff an der Grundlinie mit dem Ball ins Aus gelaufen war und es somit hätte Abstoß für Wiesbaden geben müssen.

Gab es vorher aber nicht, aus dem Konter entstand das Tor. Doch das nahm der Unparteiische nun zurück - 0:0 weiterhin!

Die Gastgeber drückten weiter, hatten die Partie im Griff und nach einer ganz starken Einzelleistung von Moussa Koné schoss Jeremejeff das 1:0 (41.). Koné setzte sich vorher auf der rechten Seite durch, suchte das Eins-gegen-Eins und legte dann auch noch im Strafraum perfekt für den Schweden auf.

Nach dem Treffer leuchteten wieder rote Pyrofackeln im Block, dieses Mal landete aber eine auch auf dem Rasen, zudem ein Böller. Wehens Keeper Lukas Watkowiak musste anschließend behandelt werden. Broll lief vor den K-Block, nahm seinen Kollegen in den Arm und versuchte, die eigenen Fans zu beruhigen. Nach vier Minuten Nachspielzeit ging es in de Pause.

Dynamo-Stürmer Koné vergibt die Riesenchance zum 2:0

Nach einer kurzen Drangphase der Gäste zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte Koné nach einem genialen Pass von Ebert die Chance, sein Team mit 2:0 in Führung zu bringen, doch er schoss alleinstehend Watkowiak an (53.).

Dynamo machte weiterhin vieles besser, als noch in den Spielen zuvor. Sie hatten das Auge für den Nebenmann, die Pässe glückten öfter, wenn auch nicht immer. Aber bei der Chancenverwertung, da blieben sie nachlässig. Nach der dritten gleichen Freistoßvariante von Kreuzer fand der Ball den Kopf von Ballas, doch der drückte das Leder drüber (68.).

Nachdem Fiel in der 66. Minute Max Kulke für Löwe gebracht hatte, nahm er in der 73. Minute den Torschützen runter und brachte dafür René Klingenburg. Dynamo versuchte nun, die Führung mit aller Macht zu verteidigen. Vor allem Ebert, der ein starkes Spiel machte, grätschte immer wieder einen Gegenspieler um, damit kein gefährlicher Konter entsteht. Dafür sah er zwar Gelb, aber effektiv waren seine Aktionen allemal.

In der Endphase kam Hartmann noch für Kreuzer. Es wurde extrem kribbelig, Koné traf, stand aber im Abseits, Klingenburg schoss den Keeper an, anstatt auf Koné zu passen. Und dann war es Kampf pur! Doch Dynamo hielt in vier Minuten Nachspielzeit für Broll und sich den Kasten sauber und sicherte sich die so wichtigen drei Punkte.

Dynamo gegen Wiesbaden: Das sagt Trainer Cristian Fiel nach dem Sieg

"Irgendwie haben wir es in der ersten Halbzeit nicht geschafft, konsequent vors Tor zu kommen, das haben wir in der zweiten besser gemacht. Mir war klar, dass wir heute kein Fußball zelebrieren können. Diese drei Punkte sind enorm wichtig, aber wenn man die Tabelle sieht, kann das nur ein Anfang für uns gewesen sein. Aber meine Spieler sollten sich heute nach sechs sieglosen Spielen über den Erfolg freuen. Danach müssen wir aber weiter punkten."

"Es war heute Kampf bis zur letzten Sekunde. Die Jungs haben bis zum Ende investiert und am Ende verdient die drei Punkte eingefahren."

Alexander Jeremejeff (rechts) wusste, bei wem er sich nach seinem Treffer zum 1:0 bedanken musste: Moussa Koné, der die Vorarbeit geleistet hatte.
Alexander Jeremejeff (rechts) wusste, bei wem er sich nach seinem Treffer zum 1:0 bedanken musste: Moussa Koné, der die Vorarbeit geleistet hatte.  © Lutz Hentschel
Schiedsrichter Martin Petersen prüft die Szene vor dem vermeintlichen 1:0 für Wiesbaden und erkennt den Treffer anschließend ab.
Schiedsrichter Martin Petersen prüft die Szene vor dem vermeintlichen 1:0 für Wiesbaden und erkennt den Treffer anschließend ab.  © Lutz Hentschel
Wiesbadens Torhüter Lukas Watkowiak musste nach dem 1:0 für Dynamo und dem darauffolgenden Böllerwurf am Ohr behandelt werden.
Wiesbadens Torhüter Lukas Watkowiak musste nach dem 1:0 für Dynamo und dem darauffolgenden Böllerwurf am Ohr behandelt werden.  © Lutz Hentschel
Nach dem 1:0 zündeten die Fans im K-Block Pyro.
Nach dem 1:0 zündeten die Fans im K-Block Pyro.  © Lutz Hentschel

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