Zeit abgelaufen: Dynamo schmeißt Trainer Walpurgis raus!

Dresden - Das war's mal wieder für einen Trainer bei Dynamo Dresden! Nach nur fünf Monaten im Amt muss Coach Maik Walpurgis seinen Stuhl räumen.

Trainer Maik Walpurgis.
Trainer Maik Walpurgis.  © Lutz Hentschel

Das entschied der Verein am Sonntag, einen Tag nach der 0:2-Niederlage in Darmstadt. Maik Walpurgis wurde vom Verein persönlich über diese Entscheidung informiert.

Die Verantwortlichen zogen damit die Konsequenzen aus der sportlichen Talfahrt. Seit Beginn der restlichen Rückrunde haben die Schwarz-Gelben nur ein mageres Pünktchen geholt. Der letzte Sieg gelang am 23.12. mit dem 3:1-Erfolg beim MSV Duisburg.

Schon der Auftritt am 17. Februar beim 0:0-Unentschieden gegen den SSV Jahn Regensburg gab zu denken. Denn dort zeigte die Mannschaft nichts von dem, was sie sechs Tage zuvor beim Hamburger SV noch auf den Rasen gebracht hatte - wohlgemerkt ohne Walpurgis, weil der mit Bronchitis im Bett lag.

Nach der 0:2-Pleite beim SV Darmstadt 98 am Samstag, blieb den Verantwortlichen um Sportgeschäftsführer Ralf Minge gar nichts anderes mehr übrig, als sich von Walpurgis zu trennen.

Schon vor der Partie hatte er deutlich gemacht, dass es zwar kein klassisches Ultimatum gäbe, aber dass der "Druck auf dem Kessel" hoch sei und nach jedem Spiel nun neu analysiert wird.

Am Samstag unterlag Dynamo unter der Leitung von Walpurgis beim SV Darmstadt 98.
Am Samstag unterlag Dynamo unter der Leitung von Walpurgis beim SV Darmstadt 98.  © Lutz Hentschel

Bis zuletzt hatte der Trainer darauf beharrt, dass sich sein Team in einer Ergebniskrise und keiner Leistungskrise befinde. Doch nachdem der Effekt des Trainerwechsels im September verpufft war, war sowohl bei einzelnen Spielern, als auch in der gesamten Mannschaft kaum eine Entwicklung zu sehen.

Spielerisch ohne Konzept, versuchte Dynamo defensiv sicher zu stehen, dafür war Walpurgis im Vorhinein bekannt. Doch selbst das gelang nicht mehr, die Schwarz-Gelben kassierten Gegentreffern, bekamen im Offensivspiel kaum noch etwas auf die Reihe.

Zwischen Mannschaft und Trainer begann es auch peu-à-peu zu kriseln. Einzelne Spieler machten bereits Ende vergangenen Jahres den Mund auf, landeten dafür trotz gebrachter Leistung plötzlich auf der Bank. Auch den Mannschaftsrat krempelte Walpurgis um. Doch seine Rückendeckung im Team schwand immer weiter.

Und während der Coach beklagte, dass Spieler in der Winterpause verletzt fehlten, das der Grund sei, wieso die Mannschaft jetzt nicht in Form sei, kam intern der Vorwurf, Walpurgis würde das Training falsch steuern.

So gab er den Spielen im 12-tägigen Türkei-Camp inklusive An- und Abreise drei Tage frei, an zwei Tagen fand nur dosiert Regenerations-Training statt, jagte sein Team hingegen aber nach einer englischen Woche mit den Spielen gegen Bielefeld und in Heidenheim am Mittwoch darauf noch zu einem Test gegen Jena auf den Rasen. Dynamo blamierte sich bei der 0:3-Niederlage.

Dass nach Hartmann und Ballas mit Koné, Ebert und Duljevic weitere Spieler vor dem Schicksalsspiel in Darmstadt ausfielen, spielte Walpurgis natürlich nicht in die Karten. Am Ende musste er seinen Stuhl räumen. Mit Maik Walpurgis werden auch seine beiden Co-Trainer Ovid Hajou und Massimilian Porcello freigestellt.

Update 10.58 Uhr: "Die Beurlaubung von Maik Walpurgis und seinen Co-Trainern ist für uns in dieser Situation alternativlos, weil nicht nur das Erreichen unserer Ziele in dieser Saison in große Gefahr geraten ist, sondern auch der Glaube verloren gegangen ist, gemeinsam in dieser Konstellation erfolgreich sein zu können. Die sportliche und tabellarische Entwicklung unserer Mannschaft ist insgesamt besorgniserregend", begründete Dynamo-Sportdirektor Ralf Minge die Entscheidung. In 20 Spielen unter der Leitung von Maik Walpurgis holte Dynamo sechs Siege, fünf Unentschieden und neun Niederlagen. Als möglicher Walpurgis-Nachfolger wird Cristian Fiel gehandelt. Der Ex-Dynamo sprang bereits für ein Spiel (1:3 gegen Heidenheim) als Interims-Coach ein, nachdem Uwe Neuhaus zu Saisonbeginn nach drei Pflichtspielen entlassen wurde (TAG24 berichtete).

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