Schock bei Dynamo-U17-Klassenerhalt: Spiel nach schwerer Verletzung vorzeitig beendet

Dresden - Furchtbare Szenen kurz vor Schluss beim entscheidenden letzten Spiel von Dynamo Dresdens U17 Bundesliga-Mannschaft gegen den Hamburger SV (2:3)! Torhüter Lukas Böhm traf seinen Mitspieler Lukas Vogt bei einer Rettungsaktion außerhalb des Strafraums äußerst unglücklich mit voller Wucht mit dem Knie im Gesicht.
Die Rettungsassistenten und Dynamos Betreuer hievten Lukas Vogt (nicht im Bild) in den Sanitätswagen mit dem er anschließend ins Krankenhaus gefahren wurde.
Die Rettungsassistenten und Dynamos Betreuer hievten Lukas Vogt (nicht im Bild) in den Sanitätswagen mit dem er anschließend ins Krankenhaus gefahren wurde.  © Stefan Bröhl

Es war ein schockierender Anblick, weil Vogt ungebremst zu Boden fiel und dort regungslos liegen blieb.

Die Spieler, die die Situation aus nächster Nähe gesehen hatten, drehten ihn um und winkten hektisch die Betreuer herbei, die wiederum in Richtung des Sanitätswagens gestikulierten, als sie erkannten, wie übel es Vogt erwischt hatte.

So waren einige Zuschauer wütend, dass die beiden Sanitäter die Lage anfangs nicht erfassten und lange brauchten, um aus dem Wagen zu steigen und anschließend gehend auf das Spielfeld zu kommen.

Erst als sie Vogt sahen und den Ernst der Lage erfassten, wurden ihre Bewegungen schneller, hektisch wurde eine Trage herbeigeschafft und der 17-Jährige endlich behandelt.

Wie ein Dynamo-Betreuer später sagte, wird es mindestens ein Schädel-Hirn-Trauma sein, dazu sei der Kopf angeschwollen, teilte er den erschrockenen umstehenden Personen mit, als Vogt auf der Trage in den Sanitätswagen gehievt wurde.

Dementsprechend getrübt war die Freude bei der U17 über den Klassenerhalt, denn alle, auch die Hamburger Spieler, waren in Gedanken bei Vogt, der sportlich in dieser Saison als Innenverteidiger überzeugte und einer der Leistungsträger der U17 war, in 24 von 26 Bundesliga-Spielen stand der 17-Jährige auf dem Feld.

Schiedsrichter entschied sich nach Rücksprache für Spielabbruch

Jonas Kühn erzielte für Dynamos U17 den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleichstreffer.
Jonas Kühn erzielte für Dynamos U17 den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleichstreffer.  © Stefan Bröhl

Referee Marco Öttl brach das Spiel nach diesen bangen Minuten ab. Er hatte sein Vorgehen vorher aber mit einem Schiedsrichter-Beobachter abgesprochen. Denn die Situation war für die Beteiligten sehr schwierig, der Schock war allen in die Glieder gefahren.

Dynamo lag zum Zeitpunkt des späteren Abbruchs mit 2:3 hinten und hätte die Klasse in der B-Jugend Bundesliga Staffel Nord/Nordost nicht aus eigener Kraft gehalten.

Beim entscheidenden Parallelspiel zwischen RasenBallsport Leipzigs U17 und Dresdens Abstiegskonkurrent Holstein Kiel stand es lange Zeit 0:0.

Erst gegen Ende fielen hier die Tore, RB gewann zur allgemeinen SGD-Erleichterung mit 3:1, weshalb es egal war, ob die ehemalige Mannschaft von Cristian Fiel spielte, weil sie 27 Punkte gesammelt hatte und Kiel nur 26.

Damit hat das Team vom aktuellen Trainer Jan Seifert mit viel Dusel auf den allerletzten Metern doch noch den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht.

Ein Spiel als sportliches Spiegelbild einer ganzen Saison

Ryan Don Naderi (M.), der sich hier gegen zwei HSV-Spieler behauptet, sorgte mit seinem Einsatz vor dem Anschlusstreffer dafür, dass Dynamo ins Spiel zurückfand.
Ryan Don Naderi (M.), der sich hier gegen zwei HSV-Spieler behauptet, sorgte mit seinem Einsatz vor dem Anschlusstreffer dafür, dass Dynamo ins Spiel zurückfand.  © Stefan Bröhl

Das Spiel gegen den HSV war dabei ein sportliches Spiegelbild der durchwachsenen U17-Saison.

Die erste halbe Stunde kämpften die Schwarz-Gelben zwar, hatten der deutlich höheren individuellen Klasse der Hamburger aber wenig entgegenzusetzen und lagen durch Tore von Miguel Jordi Plaza und Grace Honore Bokake Bolufe beinahe aussichtslos mit 0:2 hinten.

Dann wurde der HSV aber arrogant und unterschätzte Dynamos Mentalität und Kampfkraft gehörig. Zwei SGD-Schüsse wurden geklärt, der dritte Versuch von Ryan Don Naderi doppelt abgefälscht - und schon waren die Dresdner zurück im Spiel, nur noch 1:2 (35. Minute).

Nach der Pause verlängerte Linksverteidiger Jonas Kühn einen Freistoß mit dem Rücken zum Tor stehend klasse in die lange Ecke zum 2:2 (65.), ehe Hamburgs starker Juho Teemu Kristian Kilo eine Minute vor Schluss per Elfmeter zum 3:2 für den HSV traf (79.).

Die Jung-Dynamos warfen alles nach vorne, der HSV konterte und so kam es zu den schlimmen Bildern um Lukas Vogt, dem man nur von ganzem Herzen gute Besserung wünschen kann. Seine Teamkollegen konnten derweil von Glück reden, nicht in die Regionalliga abgestiegen zu sein.

Update 19.35 Uhr

Dynamo Dresden hat auf der offiziellen Twitter-Seite folgendes Statement veröffentlicht: "Gute Nachrichten: Lukas hat sich bei einem Zusammenprall am Kopf verletzt, aber es geht ihm soweit gut und er wird bald wieder komplett hergestellt sein. Danke für eure Genesungswünsche! 😊#sgd1953

Dynamo-Spieler Lukas Vogt musste nach mehrminütiger Behandlungspause mit einer Trage abtransportiert werden. Das Spiel wurde anschließend nicht mehr angepfiffen.
Dynamo-Spieler Lukas Vogt musste nach mehrminütiger Behandlungspause mit einer Trage abtransportiert werden. Das Spiel wurde anschließend nicht mehr angepfiffen.  © Stefan Bröhl

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