Dynamo-Sensation! U19 schlägt zahnlose Wölfe, Trainer Weiße kassiert Rot!

Dresden - Ganz großer Kampf der U19 von Dynamo Dresden! Völlig überraschend hat die Mannschaft von Trainer Willi Weiße Spitzenreiter VfL Wolfsburg dank Toren von Maximilian Großer (52. Minute) und Phil Harrer (85.) mit 2:0 (1:0) auf dem Rasenplatz des Sportparks Ostra besiegt.

SGD-U19-Coach Willi Weiße (vorne-rechts) wurde von Schiedsrichter Christopher Knauer wegen eines verbalen Ausfalls die Rote Karte gezeigt.
SGD-U19-Coach Willi Weiße (vorne-rechts) wurde von Schiedsrichter Christopher Knauer wegen eines verbalen Ausfalls die Rote Karte gezeigt.  © Stefan Bröhl

Der Coach musste nach dem ereignisreichen und nervenaufreibenden Spiel erst einmal herunterkommen und sagte gegenüber TAG24 zur Leistung seiner Mannen: "Fantastisch. Es war eine sehr gute Kollektivleistung, da können die Jungs stolz auf sich sein!"

Recht hatte er. Denn der Tabellenführer reiste mit der stolzen Empfehlung von 30 Punkten aus elf Spielen und einem Torverhältnis von 40:13 an, war der haushohe Favorit.

Erstmals überhaupt in dieser Saison blieben die Wölfe, mit Jugend-Nationalspielern gespickt und in Bestbesetzung angetreten, ohne eigenes Tor.

Und das lag vor allem an der überragenden Leistung der Jung-Dynamos! Sie überließen Wolfsburg den Ball, machten die Räume eng, griffen in den entscheidenden Momenten an und setzten mit einigen guten Kontern immer wieder gefährliche Nadelstiche.

Durch Dynamos geschicktes Verschieben bekam die Torfabrik der Liga kein Tempo in die eigenen Aktionen, dazu wurde der Ball bei teilweise extrem böigen Wind immer wieder falsch berechnet, weshalb die spielstarken Gäste überraschend viele Fehlpässe produzierten.

Maximilian Großer bringt Dynamo Dresdens U19 in Führung, Willi Weiße kassiert Rot

1:0-Torschütze Maximilian Großer kickte in Testspielen bereits für Dynamos Profis. (Archivbild)
1:0-Torschütze Maximilian Großer kickte in Testspielen bereits für Dynamos Profis. (Archivbild)  © Picture Point/Gabor Krieg

Und die beste Chance hatten die Hausherren: Als SGD-Mittelfeldspieler Niclas Kubitz nach einem Ballgewinn das Leder bekam, war er von Wölfen umzingelt, dazu rückten die eigenen Mitspieler nicht schnell genug nach.

Doch mit Willen, Kampf und Technik setzte er sich durch, konnte in die Mitte ziehen, Joonmo Kang bedienen, der die Kugel direkt nahm und aufs Tor brachte, doch Wölfe-Verteidiger Jannis Lang rettete auf der Linie (31.)!

Das sollte die beste Chance im ersten Durchgang bleiben. Auch in Hälfte zwei sorgte Dynamo für das erste Highlight: Nachdem Wolfsburg eine Ecke nicht geklärt bekam, stocherte Großer das Spielgerät im Nachsetzen zum 1:0 über die Linie, der Jubel bei den Gastgebern war riesengroß (52.)!

Kurz darauf gab es dann allerdings einen großen Aufreger. Als der wuchtige SGD-Sechser Eric Stiller nach einem harten Zweikampf im Mittelfeld liegen blieb, gab es keinen Freistoß für Dynamo.

Es wurde weitergespielt, weshalb sich Weiße aufregte und Schiedsrichter Christopher Knauer lautstark fragte: "Willst du mich verarschen?!"

Knauer schlenderte zur Trainerbank und zeigte dem verdutzten Coach die Rote Karte. Fingerspitzengefühl bewies der Unparteiische in dieser Situation nicht, war es doch der einzige ernsthafte Ausraster von Dresdens Coach, der nun den Innenraum verlassen musste (65.).

Phil Harrer erlöst Dynamo Dresdens U19 und sorgt für einen Sensationssieg

Dynamos pfeilschneller Angreifer Ranford-Yeboah Königsdörffer (l.) konnte mehrfach für Entlastung sorgen. Eines seiner Dribblings war mitentscheidend für das Tor zum 2:0.
Dynamos pfeilschneller Angreifer Ranford-Yeboah Königsdörffer (l.) konnte mehrfach für Entlastung sorgen. Eines seiner Dribblings war mitentscheidend für das Tor zum 2:0.  © Stefan Bröhl

Er selbst sagte zu dieser Szene: "Es war sicher eine sehr emotionale Situation. Ich hatte einfach das Gefühl, dass die fifty-fifty Entscheidungen auf jeden Fall deutlich zu Wolfsburg tendiert sind. Deswegen habe ich da sehr emotional reagiert."

Zuvor hatte Weiße noch keine Gelbe Karte gesehen, weshalb es "eine Ermahnung" auch getan bzw. er sie sich "gewünscht" hätte.

Doch er meinte auch: "Am Ende muss man aber die Konsequenzen für sein Handeln tragen."

Er wird diese Szene mit Sicherheit verschmerzen können, weil sein Team unbeirrt weiterspielte und einen großen Kampf zeigte.

Zwar nahm der Druck Wolfsburgs im weiteren Verlauf stark zu, sodass Dynamo phasenweise in der eigenen Hälfte eingeschnürt wurde. Bis auf ein paar Gelegenheiten, die über oder neben das Tor gingen, konnten die sonst so offensivstarken Wölfe aber kein Kapital daraus schlagen. Dresdens Keeper Stefan Kiefer musste nicht einmal ernsthaft eingreifen.

Dafür sorgte die SGD für die Entscheidung. Ransford-Yeboah Königsdörffer setzte sich mit Tempo und Technik auf der linken Seite durch, bediente in der Mitte den eingewechselten Jonas Jiranek, dem das Leder aber noch in letzter Sekunde vom Fuß gespitzelt wurde.

Doch der Ball rollte vor die Füße vom ebenfalls eingewechselten Phil Harrer, der frei vor Wölfe-Keeper Sebastian Mellack die Nerven behielt und überlegt in die rechte untere Ecke abschloss - 2:0 (85.)! Die Entscheidung in diesem nervenaufreibenden Spiel war gefallen, Dynamo rückte dank dieses Prestigeerfolges auf Platz sieben vor.

Dynamo Dresdens Spieler waren nach dem Erfolg völlig platt, hatten sie doch alles raus gehauen. Doch die Freude steht 1:0-Torschützen Maximilian Großer (r.) ins Gesicht geschrieben.
Dynamo Dresdens Spieler waren nach dem Erfolg völlig platt, hatten sie doch alles raus gehauen. Doch die Freude steht 1:0-Torschützen Maximilian Großer (r.) ins Gesicht geschrieben.  © Stefan Bröhl

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