Bei Dynamo hilft jetzt nur noch die Peitsche!

Dresden - Die milden Dezember-Temperaturen verraten es nicht, aber es ist eisig bei Dynamo. Der Wind weht frostig durch den Großen Garten. Und Markus Kauczinski wird ihn nicht stoppen, sondern eher befeuern.

Au Backe! Dynamos neuer Trainer Markus Kauczinski wirkte nach dem desaströsen Auftritt in Osnabrück konsterniert.
Au Backe! Dynamos neuer Trainer Markus Kauczinski wirkte nach dem desaströsen Auftritt in Osnabrück konsterniert.  © imago images/Kirchner-Media

Er wird jetzt mit eiserner, energischer Hand versuchen, das im Sturm gekenterte SGD-Schiff wieder aufzurichten. So etwas wie in Osnabrück will er nicht mehr erleben.

Sonnig war es zwar vom Wetter her beim Training, die Stimmung aber eher nassgrau und trübe. Es war kaum ein Lachen zu vernehmen. Alles wirkte angespannt. Nur die Rufe und Anweisungen von Kauczinski waren laut zu hören. Die klangen keineswegs freudbetont. Die Kuschelphase ist vorbei. Zuckerbrot und Peitsche war einmal, jetzt hilft nur noch die Peitsche. Es geht nur noch ums Überleben!

Dass "es eher ein Marathon statt ein 100-Meter-Sprint" wird, das hatte der 49-Jährige sofort erkannt. Sicher nicht erst nach dem 0:2, als Osnabrücks Niklas Schmidt seinen Adventsspaziergang mitten durch die Dresdner Hintermannschaft machte.

"Es war ja eine von 20 solcher Aktionen, das war nur die folgenträchtigste", sagte Kauczinski.

Umgangston wird rauer bei Dynamo

Jetzt ist Schluss mit lustig: Trainer Markus Kauczinski muss und wird bei Dynamo die Zügel anziehen.
Jetzt ist Schluss mit lustig: Trainer Markus Kauczinski muss und wird bei Dynamo die Zügel anziehen.  © Lutz Hentschel

Er sprach dabei sehr ruhig, äußerlich gefasst. Aber es war dennoch zu erkennen, dass er erschrocken war über das, was seine Truppe an der Bremer Brücke zeigte. Er hatte das im Gegensatz zu vielen anderen ja auch zum ersten Mal live gesehen. "Mit solcher Leistung wird man kein Spiel gewinnen und wenn man solche Leistungen bringt, wird man absteigen."

Inhaltlich hat Cristian Fiel gleiches bei seiner letzten Pressekonferenz nach dem 1:2 daheim gegen Kiel gesagt. Nun muss Kauczinski den Besen herausholen und kräftig durchkehren. Und das wird er machen. Schon allein der Umgangston ist rauer geworden:

"Ich bin relativ schnell zum Punkt gekommen, dass man jetzt nicht über Verständnis oder über schwere Situationen redet. Jetzt geht es darum, die rauszufiltern, die das annehmen", sagte der Coach dem MDR: "Es geht darum, die Jungs zu finden, die bereit sind, sich den Arsch aufreißen. Da geht es nicht um guten Fußball. Ich glaube, den können wir nicht mehr erwarten." Harter Tobak.

Gespannt darf man sein, wen er herausfiltert. Große Alternativen hat er nicht. Eins steht fest: René Klingenburg wird es nicht sein. Er ist gelbgesperrt.

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