Ganz bitter! Dynamo spielt stark, verliert aber zum Auftakt gegen Nürnberg

Dresden - Das ist eine ganz bittere Auftaktniederlage zum Zweitliga-Saisonstart für Dynamo Dresden. Das Team von Coach Cristian Fiel musste sich Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg mit 0:1 (0:0) geschlagen geben, zeigte dabei aber eine deutlich angestiegene Formkurve nach der Vorbereitung und eine ganz klare Handschrift des Trainers mit einem strukturierten System.

Einer der besten in der ersten Halbzeit: Linus Wahlqvist (li.) im Zweikampf mit Nürnbergs Ishak.
Einer der besten in der ersten Halbzeit: Linus Wahlqvist (li.) im Zweikampf mit Nürnbergs Ishak.  © Lutz Hentschel

Vor 29.753 Zuschauern traf Nikola Dovedan in der 53. Minute zum 1:0 für die Gäste und damit zum Sieg.

Nicht nur die Temperaturen im Hexenkessel Rudolf-Harbig-Stadion waren mit 32 Grad an der Rasenkante heiß, sondern auch die Fans hatten wochenlang dem Saisonstart entgegen gefiebert. Es lag schon Minuten vor Anpfiff diese besondere Stimmung in der Luft.

Nach der Sommerpause waren die Stimmen gut geölt, es schallte ziemlich laut im weiten Rund.

Die Anhänger präsentierten eine beeindruckende Choreografie und wurden dann für ihr langes Warten während der spielfreien Zeit belohnt.

Denn was ihre Jungs auf den Rasen brachten, das konnte sich mehr als sehen lassen. Ein ganz klarer Plan und die Handschrift des Trainers waren deutlich zu erkennen. Sie setzten um, was Fiel von ihnen verlangt: schnelles Kombinieren, den Ball laufen lassen und damit das alles funktioniert: einen enorm hohen Laufaufwand betreiben.

Nürnberg hatte damit in der ersten halben Stunde enorme Probleme, fand kaum Zugriff auf Dynamo. Taktikfuchs Fiel hatte mit seinem Co-Trainer Patrick Mölzl bei der Analyse des Gegners sicher auch ganz schnell festgestellt: Gegen die beiden baumhohen Innenverteidiger Asger Sorensen (1,91 Meter) und Patrick Erras (1,96) konnte es nur auf flachem Ballweg über den Rasen gehen.

Dynamo dominiert die erste Halbzeit und präsentiert eine klare Handschrift von Fiel

Torwart Patrick Wiegers saß mit seiner schwangeren Frau Stephanie auf der Tribüne.
Torwart Patrick Wiegers saß mit seiner schwangeren Frau Stephanie auf der Tribüne.  © Lutz Hentschel

Immer wieder versuchten die Dynamos, die Kugel über mehrere Stationen durchs Nürnberger Zentrum zu spitzeln. Manchmal fehlte da einfach nur noch der "tödliche" Pass auf den freistehenden Mann.

Aus einer sicher stehenden Abwehr stach zunächst vor allem Linus Wahlqvist heraus, der sich immer wieder in die Offensivbemühungen einschaltete und nach hinten absicherte. Er hatte auch die beste Chance, als er aus rund 28 Metern einfach abzog, Mathenia im Tor der Nürnberger den Ball zur Eck lenkte.

Für die Standards waren Chris Löwe und Niklas Kreuzer zuständig. Kreuzer trug die Kapitänsbinde. Im Tor ist Neuzugang Kevin Broll die neue Nummer eins. Lange Zeit bekam er nichts zu tun, nach 30 Minuten berappelte sich der "Club" aber langsam.

In der 38. Minute rettete Löwe den schon geschlagenen Broll. Handwerker und Ishak probierten ihr Glück. So ging es nach einer ersten Hälfte, in der Dynamo spielerisch deutlich die Oberhand hatte, in die Pause.

Vor den Augen von Innenverteidiger und Ex-Dynamo-Kapitän Michael Hefele kam das Team energisch aus der Kabine, bestimmte wieder das Geschehen, musste dann aber erst einmal eine ganz kalte Dusche über sich ergehen lassen.

Nürnberg schlägt nach der Halbzeit mit der Führung zu

Hier trifft Dovedan zum 1:0 für Nürnberg. Niklas Kreuzer kann das nicht mehr verhindern.
Hier trifft Dovedan zum 1:0 für Nürnberg. Niklas Kreuzer kann das nicht mehr verhindern.  © Lutz Hentschel

Der für Valentini eingewechselte Sorg konnte unbedrängt auf Dovedan im Strafraum flanken. An dem stand nur noch Kreuzer, der den Kopfball ins Tor nicht mehr verhindern konnte - 0:1 (53.)!

Ein Moment der Unachtsamkeit, in dem viele ihren Gegenspieler aus den Augen verloren hatten. Dynamo berappelte sich aber zügig, hatte drei Minuten später durch Nikolaou eine gute Chance, die jedoch zur Ecke geklärt wurde.

In der 67. Minute setzte Fiel dann alles auf die Offensivkarte, brachte Röser für Burnic.

Vier Minuten später gab Matthäus Taferner sein Debüt für die Schwarz-Gelben, er kam für Horvath. Mit der dritten Einwechselung debütierte auch René Klingenburg für Dynamo, er ersetzte Löwe.

Taferner ließ die Fans nochmal richtig laut werden, als er in der 79. Minute den Ball aus fast 30 Metern herrlich aufs Tor zirkelte, das Leder aber nur knapp am rechten Lattendreieck vorbeiflog.

Auch Klingenburg fügte sich sofort nahtlos ein, zeigte einige schöne Aktionen. Die beste aber hatte Koné, als er in der 86. Minute nur ganz knapp an Mathenia scheiterte - das war eine Riesenchance! Dynamo drückte wie verrückt auf den Ausgleich, doch der wollte nicht mehr gelingen.

Nur zu Besuch in Dresden: Die Gerüchte um eine Heimkehr von Innenverteidiger und Ex-Kapitän Michael Hefele hatte Ralf Minge schon vor geraumer Zeit im Keim erstickt.
Nur zu Besuch in Dresden: Die Gerüchte um eine Heimkehr von Innenverteidiger und Ex-Kapitän Michael Hefele hatte Ralf Minge schon vor geraumer Zeit im Keim erstickt.  © Lutz Hentschel

Dynamo Dresden - 1. FC Nürnberg: Die Stimmen der Pressekonferenz

Damir Canadi, Cheftrainer des 1. FC Nürnberg: "Wir freuen uns sehr über diesen ersten Sieg. Ich denke, dass wir in den ersten Minuten gut reingekommen sind, dann hat es aber Dresden gut gemacht. Wir konnten ihre Passfolge nicht verfolgen. Wir haben nach 30 Minuten umgestellt, das hat gefruchtet. Bei der Verwaltung nach dem 1:0 haben wir es nicht immer so gut gemacht, da haben wir Luft nach oben."

Cristian Fiel: "Ich bin sehr enttäuscht."

Cristian Fiel, Cheftrainer von Dynamo Dresden: "Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich nach einer sehr unverdienten Niederlage vor Euch sitze. Ich finde, dass es die Mannschaft genau so gemacht hat, wie wir es wollten. Wir haben uns immer wieder durchgespielt, da hat am Ende nur ein Quäntchen gefehlt. Dann machen wir einmal einen Laufweg in die Tiefe nicht mit und bekommen das Gegentor. Ich bin sehr enttäuscht, weil im Fußball die Punkte zählen und da haben wir null und Nürnberg drei."

"Die Mannschaft will spielen, die wollen den Ball haben und laufen lassen. Für mich war wichtig, dass sie es heute zeigen wollten. Deshalb bin ich zufrieden damit."

Fiel über mögliche Neuzugänge nach dem Weggang von Haris Duljevic

"Es wäre nicht fair, über Neuzugänge zu reden. Ich spreche über die Spieler, mit denen ich arbeite und die haben heute alles reingeworfen."

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