Dynamos Neuzugänge passen sich dem "Niveau" an

Dresden - Wer selbst in unteren Ligen aktiv Fußball gespielt hat, kennt dieses Phänomen: Kommt ein Neuer von oben, sticht er für die ersten Momente heraus, hinterlässt Staunen. Nach einiger Zeit hat er sich dem Niveau angepasst, ist zwar immer noch besser als so manch anderer, aber er fällt nicht mehr so auf. So ergeht es Dynamo Dresden mit seinen Winterneuzugängen.

Die beiden Tschechen Ondrej Petrak (l.) und Josef Husbauer sind nach dem 1:2 gegen Bochum sichtlich enttäuscht. Beide konnten noch nichts vollends im Dynamo-Trikot überzeugen.
Die beiden Tschechen Ondrej Petrak (l.) und Josef Husbauer sind nach dem 1:2 gegen Bochum sichtlich enttäuscht. Beide konnten noch nichts vollends im Dynamo-Trikot überzeugen.  © Lutz Hentschel

Was haben Josef Husbauer, Marco Terrazzino und Patrick Schmidt anfangs überzeugt. Alle drei trafen bereits für die SGD, erzielten drei der vier Dynamo-Tore 2020. Auch Ondrej Petrak gefiel gleich.

Vom Januar-Schwung ist allerdings derzeit nicht viel zu sehen. Sie alle haben sich angepasst, wirken genauso nervös und zerfahren wie jene Akteure, die diesen desaströsen Herbst miterlebt haben.

Husbauer setzte im Camp in Spanien sofort Akzente, riss die Truppe mit. Das ist der neue Leader - dachten viele.

Er gab in Heidenheim ein viel beachtetes Acht-Minuten-Debüt, traf danach gegen Darmstadt zum 1:0 und tauchte von da an ab. Auf St. Pauli war er nicht zu sehen, gegen Bochum dann erneut nur mit einem Kurzeinsatz.

Beinahe Gleiches gilt für Terrazzino. Er sorgte beim 1:0 über den KSC für den goldenen Moment. Technisch höchst anspruchsvoll hämmerte er die Kugel in die Maschen.

Danach war es allerdings vorbei mit der Herrlichkeit. Gegen Heidenheim noch sehr ordentlich unterwegs, konnte er gegen Darmstadt und bei St. Pauli keine Akzente setzen. Gegen Bochum musste er nach einer halben Stunde raus - Muskelfaserriss. Er fehlt auf unbestimmte Zeit!

Einzig Patrick Schmidt ist noch hervorzuheben

Ein Kämpfer, der oft im Sturmzentrum allein auf weiter Flur ackert: Patrick Schmidt.
Ein Kämpfer, der oft im Sturmzentrum allein auf weiter Flur ackert: Patrick Schmidt.  © Lutz Hentschel

Schmidt ist da noch hervorzuheben. Er rammelt, ackert, kämpft, sucht sich Wege, wird aber auch selten von seinen Nebenleuten in Szene gesetzt. Unterm Strich steht das Tor zum 2:3 gegen die Lilien. Gegen Bochum kam er von der Bank, auch da fehlte ihm die Unterstützung.

Petrak gehört seit dem 0:0 in Heidenheim zum Stamm, meistert seinen Part auf einer der Sechser-Positionen solide, er sticht aber auch nicht heraus.

Bleiben noch zwei Neuzugänge. Simon Makienok darf in Regensburg wieder ran. Sein Sieben-Minuten-Debüt gegen Darmstadt endete mit seinem ersten Platzverweis seiner Laufbahn. Vielleicht bringt er ab Freitag mit seinen 2,01 Meter Größe ins Dresdner Spiel.

Und dann wäre noch Godsway Donyoh: In Mijas in seinem ersten Training jagte er seinen Premieren-Ball wuchtig in die Maschen, beim zweiten schoss er Keeper Patrick Wiegers um, den dritten drosch er übers Fangnetz.

Der Eindruck muss bei Trainer Markus Kauczinski geblieben sein. Donyoh spielte noch keine Minute!

Seine bisher einzigen Minuten im schwarz-gelben Trikot absolvierte Godsway Donyoh (r.) beim Test in Stuttgart.
Seine bisher einzigen Minuten im schwarz-gelben Trikot absolvierte Godsway Donyoh (r.) beim Test in Stuttgart.  © imago images/Sportfoto Rudel
Überzeugte zu Beginn, tauchte dann ab und fällt nun längere Zeit mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel aus: Marco Terrazzino.
Überzeugte zu Beginn, tauchte dann ab und fällt nun längere Zeit mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel aus: Marco Terrazzino.  © Lutz Hentschel
Sieben-Minuten-Debüt: Simon Makienok kam gegen Darmstadt in der 71. Minute, flog in der 78. mit Rot runter. In Regensburg darf der Däne wieder ran.
Sieben-Minuten-Debüt: Simon Makienok kam gegen Darmstadt in der 71. Minute, flog in der 78. mit Rot runter. In Regensburg darf der Däne wieder ran.  © Lutz Hentschel

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