Dynamo-Sportchef Minge will mehr Geld für Spieler ausgeben und gibt Fehler zu

Dresden - Schatulle, öffne dich! Dynamo wird wohl schon in der Winterpause auf die sportliche Misere reagieren. Sportgeschäftsführer Ralf Minge will künftig mehr Geld in neue Spieler investieren. "Wir sollten uns im Klaren darüber sein, dass wir wieder vermehrt in die Mannschaft auflegen müssen", sagte der 59-Jährige gegenüber dem MDR. Dabei räumte er auch eigene Fehler ein.

Hätten doch nur alle schwarz-gelben Neuzugänge so eingeschlagen wie Keeper Kevin Broll.
Hätten doch nur alle schwarz-gelben Neuzugänge so eingeschlagen wie Keeper Kevin Broll.  © Lutz Hentschel

Drei Heimsiege, drei Remis insgesamt dazu, das macht zwölf Punkte und Platz 17. Zumindest konnte mit dem 1:0 am Freitag gegen Wiesbaden die Rote Laterne wieder von der sächsischen in die hessische Landeshauptstadt geschickt werden.

Trotzdem: Das hinterlässt keine glücklichen Gesichter bei der SGD. Der Anspruch war ein anderer: "Fakt ist, der Plan, den wir im Sommer hatten, ist noch nicht so aufgegangen wie gewünscht. Das ziehe ich auf meinen Tisch, dafür stehe ich gerade", so Minge.

Bei den sechs Neuzugängen, die vor und während der neuen Saison kamen, schlugen nur zwei voll ein: Keeper Kevin Broll (Großaspach) und Stürmer Alexander Jeremejeff (BK Häcken). Königstransfer Chris Löwe (Huddersfield) und René Klingenburg (Münster) sind nur teilweise die erhofften Verstärkungen.

Luka Stor (NK Aluminij) deutete sein Potenzial mehrfach an, Matthäus Taferner (Wacker Innsbruck) hatte dazu selten Gelegenheit.

Nur mit jungen Talenten geht es bei Dynamo Dresden auch nicht

Ralf Minge lächelt still in sich hinein. Dabei denkt er sicher an die finanzielle Situation. Dynamo steht so gut da wie nie. Jetzt soll das Geld in die Mannschaft investiert werden.
Ralf Minge lächelt still in sich hinein. Dabei denkt er sicher an die finanzielle Situation. Dynamo steht so gut da wie nie. Jetzt soll das Geld in die Mannschaft investiert werden.  © Lutz Hentschel

Der Profi-Fußball ist in den letzten Jahren richtig teuer geworden, die finanziellen Ansprüche der Profis gestiegen - zum Leidwesen der Vereine, die nicht in den Teichen des FC Bayern und von Borussia Dortmund fischen.

Nur mit jungen Talenten - siehe Kevin Ehlers - geht es nicht.

"Der Schwerpunkt war zunächst die Entschuldung des Vereins, jetzt sind wir dabei, die Rahmenbedingungen für den nächsten Schritt, konkret das Trainingszentrum, zu finanzieren. Wenn wir den nächsten Schritt gehen wollen, muss ein Umdenken stattfinden.

Da beziehe ich mich mit ein. Es fällt mir als alter Schotte schwer, denn ich betrachte jeden Euro als meinen eigenen", erklärte Minge.

Angesichts eines Jahresüberschusses von 4,5 Millionen Euro, den Dynamo am Sonnabend auf der Mitgliederversammlung verkünden wird, stehen jedoch weitere Mittel zur Verfügung.

Mit 9,5 Millionen Euro besitzen die Sachsen so viel Eigenkapital wie noch nie. Vor fünf Jahren waren es noch knapp 8 Millionen Schulden. Hut ab, der "Alte Schotte" hat mit seinen Mitstreitern Meisterliches vollbracht. Auf der Bank gibt es fürs Geld kaum noch Zinsen, jetzt soll es investiert werden - in Beine.

Ralf Minge mit ernstem Blick: Der Sportchef von Dynamo gesteht Fehler in der Kaderplanung ein.
Ralf Minge mit ernstem Blick: Der Sportchef von Dynamo gesteht Fehler in der Kaderplanung ein.  © Lutz Hentschel

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