Dynamo-Keeper Broll kann's auch mit dem Fuß: "Das ist absolut mein Ding"

Dresden - Oliver Kahn war vielleicht der Letzte der alten Art: Bälle halten, Abstöße und Abschläge nach vorn treten - damit war der Job des Mannes mit den Handschuhen erledigt. Aber das war einmal.

Ein Keeper sollte heute auch ein guter Fußballer sein: Dynamos Nr. 1 Kevin Broll beweist das seit einigen Wochen.
Ein Keeper sollte heute auch ein guter Fußballer sein: Dynamos Nr. 1 Kevin Broll beweist das seit einigen Wochen.  © Lutz Hentschel

Das Torwarttspiel hat sich geändert, ein Keeper ist heutzutage Libero, er muss mitspielen, das Spiel mit aufbauen, sprich: Er braucht seine Qualitäten nicht nur in den Händen, sondern auch in den Füßen. Dynamo-Keeper Kevin Broll hat diese.

Schon im Nachwuchs setzen die Trainer darauf, die Keeper mit Ball am Fuß zu schulen. "Das ist mein Ding. Das habe ich auch von der Jugend an so gemacht", sagt Broll.

"So war das Spiel auf mich zugeschnitten. Da konnte ich mich Herrenbereich schnell daran gewöhnen", erklärt er und grinst: "Es macht mir auch Spaß mit Ball am Fuß. Wenn man etwas kann, will man es auch zeigen. Ich will nicht einen auf Proleten machen oder so, aber wenn ich hinten gebraucht werde und den Ball rausspielen muss, dann lasse ich die Kugel auch mal laufen."

Hier in den Dresden hatte er noch gar nicht so viele Möglichkeiten mit dem runden Leder am Boden zu glänzen. "Mehr Aktionen hatte ich in der 3. Liga. Aufgrund unserer Dreierkette verteilt der mittlere Mann, in unserem Falle Kevin Ehlers, mehr die Bälle. Da habe ich nicht die Möglichkeit, den Ball sooft zu bekommen. Das ist halt das Spielsystem. Mit einer Viererkette, wie in Großaspach, würde das anders aussehen. So musste ich meinem Spielstil etwas ändern. Aber das habe ich schnell hinbekommen."

Wer heute den weltbesten Keepern um Allison Becker (Liverpool) oder Marc-André ter Stegen (Barcelona) zuschaut, der glaubt locker, dass sie auch auf dem Feld mithalten könnten. Vielleicht nicht ganz oben, aber in der 3. Liga sicherlich.

"Grundsätzlich zählt immer noch, dass ein Torhüter den Ball halten muss", lacht Kevin Broll. "Er wird daran gemessen, wie viele Dinger er hält und nicht wie viele Flugbälle er spielt. Aber es macht schon was aus. Wenn man ter Stegen sieht, wie er von hinten die Bälle nach links oder rechts übers Feld chippt, dann ist das schon eine Waffe", gibt der 24-Jährige zu. "Ja, das ist sehr wichtig, wenn man auch ein guter Spieler ist", so Broll.

Beides zusammen, top mit Händen und Füßen, ergibt dann den perfekten Torhüter.

Hauptaufgabe eines Torhüters ist aber immer noch, die Bälle zu halten - wie hier Kevin Broll im Auftaktspiel gegen Nürnbergs Mikael Isaak.
Hauptaufgabe eines Torhüters ist aber immer noch, die Bälle zu halten - wie hier Kevin Broll im Auftaktspiel gegen Nürnbergs Mikael Isaak.  © Picture Point/Gabor Krieg

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