Warum holt Dynamo jetzt keine neuen Spieler?

Dynamo-Sportchef Ralf Minge kitzelt die Spieler aus der zweiten Reihe.
Dynamo-Sportchef Ralf Minge kitzelt die Spieler aus der zweiten Reihe.

Von Thomas Schmidt

Dresden - Die Konkurrenz rüstet auf, testet junge Nobodys aus West und Ost oder wird den einen oder anderen los, der in den letzten Wochen mehr Belastung statt Bereicherung war. Nur bei Dynamo bewegt sich das Personal-Karussell kein Stück.

Noch bis zum 31. Januar ist das Transfer-Fenster offen. Die Hoffnung auf die Ausleihe eines Bundesliga-Talents, das den Sprung in die erste Reihe in seinem Verein (noch) nicht geschafft hat, wird in dieser Zeit nicht größer.

Denn in der Winter-Vorbereitung will jeder dort noch einmal die Chance nutzen, sich in Training und Testspielen anzubieten.

Und genau auf diesen Effekt setzen die Verantwortlichen bei Dynamo.

Sportdirektor Ralf Minge: „Wir haben einige Spieler mit viel Potenzial, die das aber in den letzten Monaten nicht gezeigt und ausgeschöpft haben.“

Stürmer Mathias Fetsch fällt bis zum Saisonende aus.
Stürmer Mathias Fetsch fällt bis zum Saisonende aus.

Kein Einwechsler drängte sich auf und sorgte für Belebung oder eine Verbesserung des Spiels.

Andere wurden durch Verletzungen oder Krankheiten zurückgeworfen. Von denen erwarten Minge und Trainer Stefan Böger nun den entscheidenden Sprung, der sie quasi zu Verstärkungen aus dem aktuellen Kader heraus werden lässt.

Der besteht aus 28 Mann, darunter drei Torhüter.

Von den 25 Feldspielern muss man definitiv Mathias Fetsch (fällt mit Kreuzbandriss bis Saisonende aus) und zumindest mittelfristig Nils Teixeira (Virus-Infekt) und Nachwuchs-Mann Robin Fluß (Bänderriss) abziehen.

Bleiben 22, womit jede Position mehr als doppelt besetzt ist. Quantitativ ausreichend - aber auch qualitativ?

Obwohl Furghill Zeldenrust (li.) aus der ersten holländischen Liga kam, scheint die deutsche 3. Liga eine Nummer zu groß zu sein für den Offensiv-Mann.
Obwohl Furghill Zeldenrust (li.) aus der ersten holländischen Liga kam, scheint die deutsche 3. Liga eine Nummer zu groß zu sein für den Offensiv-Mann.

Beim Blick auf die Einsatz-Zeiten wird deutlich: Nur 14 der 22 kann man als feste, verlässliche Größen bezeichnen.

Wer aus der zweiten Reihe hat das Zeug zu einem echten Drittliga-Spieler, der Fetsch, Teixeira oder den nächsten Verletzten ersetzen kann?

Furghill Zeldenrust
kam neun Mal als Joker und enttäuschte in den meisten seiner 269 Einsatz-Minuten.

Dass man den einzigen Sommer-Zugang, der eine Ablöse gekostet hat (50.000 Euro an den RKC Waalwijk/Niederlande), nicht wieder abgibt, zeugt von Zuversicht.

Minge: „Er wird in der Vorbereitung eine faire Chance von uns bekommen.“

Dominic Baumann (li.) und Alban Sabah (Mi.) rissen im Fußball-Herbst bei ihren wenigen Einsätzen keine Bäume aus.
Dominic Baumann (li.) und Alban Sabah (Mi.) rissen im Fußball-Herbst bei ihren wenigen Einsätzen keine Bäume aus.

Der Stern von Tobias Müller ging unter Peter Pacult in der 2. Liga auf und verglühte im Juni - Syndesmosebandriss, Operation, drei Monate Pause.

Dass ihm die Sommer-Vorbereitung fehlte, merkte man ihm an. Umso größer ist die Hoffnung, dass sich der 21-Jährige jetzt neuen Schwung holt.

Dominic Baumann (19) sammelte bei zwölf Einwechslungen 126 Minuten. Bremste sich mit einem Platzverweis in der Zweiten inklusive Sperre auch für die Profi-Mannschaft selbst aus.

Alban Sabah (22) wuchs im Herbst zum Nationalspieler Togos. Bei Dynamo aber immer wieder leicht verletzt oder kränklich wie auch derzeit.

Dabei sind Physis und Athletik sein größter Trumpf, den er kaum ausspielen konnte.

Niklas Hauptmann (l.) und Niklas Landgraf wurden in den Profi-Kader „befördert“, fahren mit ins Spanien-Camp.
Niklas Hauptmann (l.) und Niklas Landgraf wurden in den Profi-Kader „befördert“, fahren mit ins Spanien-Camp.

Die Abteilung „Jugend forscht“ mit Paul Milde, Franz Pfanne und Tobias Heppner bekam jetzt in Niklas Hauptmann und Niklas Landgraf Zuwachs.

Platzt bei einem aus diesem Quintett der Knoten?

Möglicherweise dreht sich das schwarz-gelbe Transfer-Karussell Ende Januar doch noch einmal, sollte sich einer der oben Genannten nicht zu einer Verstärkung entwickeln.

Minge: „Wir haben einige Namen auf der Liste, aber da muss vieles passen.“ Auch finanziell.

Doch Geschäftsführer Robert Schäfer deutete an: „Wenn die sportliche Leitung Handlungsbedarf sieht - Spielraum ist vorhanden.“

Fotos: Lutz Hentschel


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