Dynamo-Maucksch: Neustart in der 5. Liga!

Gut gelaunt geht der Ex-Dynamo-Trainer (links) - hier im Gespräch mit MOPO24-Reporter Dirk Löpelt - seine neue Aufgabe an.
Gut gelaunt geht der Ex-Dynamo-Trainer (links) - hier im Gespräch mit MOPO24-Reporter Dirk Löpelt - seine neue Aufgabe an.

Von Dirk Löpelt

Fürstenwalde - Keine 25.000 Zuschauer bei jedem Heimspiel, keine Zaungäste beim Training, und auch die mediale Aufmerksamkeit hält sich in Grenzen. Dennoch hat diese Aufgabe ihren Reiz, sogar einen gewissen Charme. Nach mehr als vier Jahren Pause ist Matthias Maucksch auf die Fußballbühne zurückgekehrt.

Seit drei Wochen kümmert sich Dynamos Rekord-Bundesligaspieler (118 Einsätze) und Ex-Coach um den FSV Union Fürstenwalde.

Oberliga Nord übrigens, 5. Liga - man könnte es Fußball-Provinz nennen.

Doch „kümmern“ scheint die treffende Beschreibung des neuen Jobs von „Maucke“ zu sein. Denn hier in der wald- und wasserreichen Gegend zwischen Berlin und Frankfurt/O. ist der 46-Jährige mehr als „nur“ Trainer.

Noch müssen sich Spieler und Trainer aneinander gewöhnen.
Noch müssen sich Spieler und Trainer aneinander gewöhnen.

„Ich soll in den Verein professionellere Strukturen bringen“, sagt Maucksch.

Das geht beim Umfeld los, endet in den Beinen und Köpfen der Spieler - die sind immerhin Halb-Profis, können zweimal täglich trainieren. Bei Maucksch heißt das Höchstbelastung.

„Die Mannschaft muss sich erst an den Trainer gewöhnen - andersrum ist es genauso.“

Immerhin waren seine Mannschaften immer topfit - wovon auch Dynamo 2011 im Aufstiegsrennen profitierte.

Damals war „Maucke“ nicht mehr Trainer, war durch Ralf Loose ersetzt worden. „Als Menze (Sportdirektor Steffen Menze/d. Red.) kam, wusste ich, dass meine Zeit abläuft“, sagt er heute.

Neben seiner Trainertätigkeit soll Maucksch vor allem für neue Strukturen im Verein sorgen.
Neben seiner Trainertätigkeit soll Maucksch vor allem für neue Strukturen im Verein sorgen.

Nach drei Niederlagen in Folge war es so weit. Loose übernahm, stieg in die 2. Liga auf. Zumindest sprach niemand seinem Vorgänger den Anteil am Erfolg ab.

Dennoch: Für Maucksch war die Beurlaubung bei seinem Verein ein Schlag ins Gesicht - und ein Karriereknick.

Fast vier Jahre war er ohne Job, immer mal wieder bei dem einen oder anderen Club im Gespräch, zuletzt in Aue und Neugersdorf.

Vor einem Jahr galt sein Comeback bei der SGD schon als sicher - doch man entschied sich bei den Schwarz-Gelben letztendlich doch für Stefan Böger.

Vier Jahre nicht im Geschäft - eine lange Zeit.

„Und eine sehr erholsame, die ich mit meiner Familie sehr genossen habe.“ Finanziell sei das kein Problem gewesen. „Ich habe bissel Geld gespart ...“

Nach vier Jahren Abwesenheit hat Maucksch endliche einen neuen Trainerposten, nimmt in Zukunft auf der Bank des FSV Union Fürstenwalde Platz.
Nach vier Jahren Abwesenheit hat Maucksch endliche einen neuen Trainerposten, nimmt in Zukunft auf der Bank des FSV Union Fürstenwalde Platz.

Allerdings lag Maucksch, der einen fitten Eindruck macht, in seinem Wohnort Weißtropp nicht auf der faulen Haut. Bildete sich vielmehr weiter, hospitierte in halb Europa - bei West Ham und Wigan in England, bei den Bayern, dem 1. FC Nürnberg, Rapid Wien, Fortuna Düsseldorf, beim DFB ...

Auf ein passendes Angebot wartete er aber vergeblich. „Der Markt ist schwierig, zudem zählen Beziehungen oft mehr als Qualifikation. Wahnsinn, was da manchmal abgeht. Aber das ist im Endeffekt auch nur ein Spiegelbild der Gesellschaft.“

Zwischendurch arbeitet Maucksch sogar als Sportlehrer an der Oberschule in Laubegast. Auch eine Erfahrung, die er nicht missen möchte: „Das war sehr interessant, in allen Belangen ...“

Jetzt ist der ehemalige Defensivmann aber wieder in seinem Metier. In Fürstenwalde soll er etwas aufbauen, schließlich hat der Verein durchaus Potenzial.

„Das braucht Zeit“, schätzt er ein. „Aufsteigen muss ich in dieser Saison nicht.“

Doch wer „Maucke“ kennt, weiß, dass der vor Ehrgeiz brennt. „Derzeit habe ich 27 Mann im Kader. Ich muss noch etwas aussieben, sicher kommen auch noch ein paar Neue.“

Einer davon könnte Paul Milde sein. Der trainiert derzeit zur Probe mit. Bei Dynamo war dem 20-Jährigen keinen Vertrag mehr angeboten worden, jetzt sucht der Offensivmann einen Neuanfang.

Genau wie sein künftiger Trainer ...

Fotos: Lutz Hentschel


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