Sind E-Scooter mehr als ein Hype? Das sagen die Leih-Anbieter in Köln

Köln – Das ging schnell: Seit dem Start vor gut drei Wochen haben Leih-E-Scooter die Kölner Innenstadt erobert. Die Nutzer sind bisher zufrieden – aber wie sehen die Leih-Anbieter die Lage nach dem ersten Ansturm?

E-Scooter sind längst Teil des Kölner Stadtbildes.
E-Scooter sind längst Teil des Kölner Stadtbildes.  © DPA

Wer sich in Köln einen Elektroroller leihen möchte, hat zurzeit die Auswahl zwischen Circ, Lime und Tier. Alle drei sind mit ähnlichen Rahmenbedingungen gestartet. Die Firmen stellen die verkehrssicheren Roller, volljährige Nutzer können die Roller recht einfach per App orten und mieten.

Einerseits häufen sich die Meldungen über Suff-Fahrten oder Unfälle mit E-Scootern, andererseits erfreuen sich die Elektroroller großer Beliebtheit. Wie zufrieden sind die Unternehmen, die mit den neuen Fahrzeugen ihr Geld verdienen?

Wie fällt das erste Fazit aus?

Mit dem Start sind Lime und Circ sehr zufrieden. Die neue Art der Fortbewegung würde von den Menschen in den Städten gut angenommen, Circ spricht von "tollen ersten Wochen in Köln". In seltenen Fällen sei laut Lime das Parkverhalten "verbesserungswürdig".

Auch Tier zieht eine "sehr, sehr positive" Bilanz, das Angebot werde von den Kölnern großartig angenommen.

Die Nutzer von Circ legten übrigens bisher durchschnittlich 2,5 Km pro Fahrt zurück.

Wie viele Leih-E-Scooter gibt es derzeit in Köln?

Leih-E-Scooter findet man in Köln an vielen Stellen.
Leih-E-Scooter findet man in Köln an vielen Stellen.  © privat

Die Anbieter sind jeweils mit einer Anzahl von einigen Hundert E-Scootern gestartet und wollen ihr Angebot an der (steigenden) Nachfrage orientieren. Es wird also tendenziell kurzfristig noch mehr Elektroroller in Köln geben. Circ möchte dabei die Gesamtzahl in enger Absprache mit der Stadt "verantwortungsvoll" festlegen.

Zahlen nennen die Firmen aus Wettbewerbsgründen nicht, aber Lime bewegt sich nach eigenen Angaben "im oberen dreistelligen Bereich".

Klären die Anbieter über die Regeln auf?

Mehr als ein Fahrer pro Roller ist leider keine Seltenheit. Die Auswirkungen der E-Scooter auf die Verkehrssicherheit werden daher ein wichtiger Punkt für die Akzeptanz sein. Circ legt nach Angaben einer Sprecherin großen Wert auf die Sicherheit der Fahrer und verantwortungsbewusstes Verhalten, um auch andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden.

Circ klärt daher Nutzer beim ersten Start der App über wichtige Regeln auf und schickt regelmäßige Erinnerungen. Lime geht sogar noch einen Schritt weiter. Neben einem verpflichtenden Tutorial vor der ersten Fahrt möchte das Unternehmen mit Kampagnen in den Städten auf eine sichere Fahrweise hinweisen. Die neue Generation von Limes-E-Scootern seien zudem sicherheitstechnisch optimiert worden.

Beide Unternehmen empfehlen zudem das Tragen eines Helms.

Werden E-Scooter bald teurer?

Ein E-Scooter-Fahrer im Straßenverkehr einer Großstadt.
Ein E-Scooter-Fahrer im Straßenverkehr einer Großstadt.  © DPA

Trotz der steigenden Nachfrage planen Circ und Lime in Köln derzeit keine Preiserhöhung. Anbieter Tier hat vor kurzem die Preise in Hamburg erhöht (TAG24 berichtete), in Köln sollen die Preise aber gleich bleiben.

Mehr als ein Trend?

Für Lime sind E-Scooter "eine neue und nachhaltige Form der Fortbewegung", die auch noch Spaß mache. Aus Sicht des Unternehmens veränderten sich gerade die Mobilitätsgewohnheiten der Stadtbevölkerung. Viele Kölner würden sich einfache und umweltfreundliche Formen der Mobilität wünschen, daher werde die Nachfrage in Zukunft sogar noch steigen. Langfristig sollen Elektroroller ein "weiteres Argument" für den Verzicht aufs Auto sein.

Anbieter Tier verweist auf die USA. Dort seien die Scooter nach dem Hype im Mainstream abgekommen.

Stadt Köln kündigt Erfahrungsbericht an

Die Stadt Köln und die Polizei haben das Treiben der E-Scooter genau im Blick. Die Kölner Polizei will in einigen Wochen eine erste Auswertung der Unfälle mit E-Scootern vorlegen und danach eventuell weitere Schwerpunktkontrollen mit Aufklärungsarbeit durchführen.

Die Stadt Köln plant nach Angaben eines Sprechers einen Erfahrungsbericht im Spätherbst und will danach eventuell die mit den Firmen vereinbarten Qualitäts-Agreements anpassen.

Bisher habe es nur wenige Beschwerden über (falsch abgestellte) E-Scooter gegeben.

Titelfoto: DPA

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