Bergsteiger rufen Hubschrauber zu Hilfe und steigen nicht ein

Ebensee (Österreich) - Zwei deutsche Kletterer brauchten beim Abstieg in den österreichischen Alpen Unterstützung von der Bergrettung.

Der Rettungshubschrauber kam umsonst - aber nicht kostenlos (Symbolbild).
Der Rettungshubschrauber kam umsonst - aber nicht kostenlos (Symbolbild).  © 123RF/VITALII SHCHERBYNA

Die zwei Männer (47, 63) bestiegen bereits am 1. November den Berg zum sogenannten "Totenköpfl" bei Ebensee. Bis zur fünften oder sechsten Seillänge soll auch alles gut gegangen sein, berichtet die Polizeidirektion Oberösterreich.

Doch danach sollen die beiden Deutschen die Orientierung verloren haben. "Da sie immer wieder Bohrhaken und Abseilstände erreichten, kletterten sie auch weiter", berichten die Beamten.

Die Route soll jedoch immer schwerer geworden sein und zum Schluss offen geendet haben. Am späten Nachmittag, es soll bereits dunkel geworden sein, erreichten die zwei Männer den Gipfelaufbau zum "Kleinen Totenkopf", einem charakteristischen Berg.

Da sie nicht weiter klettern konnten, entschieden sie, an der Stelle zu übernachten. Einen Biwaksack, also einen Schlafsack mit integrierter Aluminiumschicht, die die Körperwärme im Sack speichert, hatten die zwei jedoch nicht dabei.

"Hubschrauber kategorisch abgelehnt"

Am nächsten Morgen wachten die beiden Männer unterkühlt und weiterhin verunsichert auf. Sie riefen deshalb den Alpinnotruf mit ihrem Handy an. Sie wollten den Weg erfragen, konnten aber nur schlecht beschreiben, wo sie steckten.

Deshalb verständigte der Alpinnotruf die Polizei, die mit einem Hubschrauber nach den zwei Bergsteigern suchte.

Die angeforderten Retter konnten die Kletterer nach guten zwei Stunden finden. "Telefonisch wurden sie zu einem circa 50 Meter entfernten Querband geleitet", so ein Polizist.

An der Stelle sollten sie warten, bis sich ein Retter abgeseilt hätte. Doch soweit sollte es gar nicht kommen. "Eine Taurettung mit dem Hubschrauber lehnten sie kategorisch ab", erklärt die Polizei. "Der Einsatz wurde daher von den Rettungskräften gegen 10 Uhr beendet."

Einsatz kommt die deutschen Kletterer teuer zu stehen

Der Feuerkogel ist 1592 Meter hoch.
Der Feuerkogel ist 1592 Meter hoch.  © 123RF/Olga Gavrilova

Die Wanderer sind schließlich von dem Querband aus in leichteres, schrofenartiges und teilweise mit Latschen bedecktes Gelände ausgewichen. Und sie hatten noch nicht genug: Die Polizei berichtete weiter, dass sie noch den Feuerkogel bestiegen haben sollen und danach erst zurück ins Tal gingen.

Am Vormittag des gestrigen Sonntags konnten Beamte die beiden Deutschen am Fuße der Alpen entdecken und zu ihrem Aufstieg befragen.

Laut der österreichischen Zeitung heute dürften die Bergsteiger eine hohe Rechnung für den Rettungseinsatz bekommen: "Als Aufwand für eine 30-minütige einfache Hubschrauber-Bergung wird rund 1500 Euro berechnet", schreiben sie nach ihrer Recherche.

Der Einsatz soll jedoch zweieinhalb bis drei Stunden gedauert haben. Auch, dass 15 Mitglieder der Bergrettung Ebensee und die Mannschaft des Polizeihubschraubers aus Linz und ein Beamter der alpinen Einsatzgruppe der Polizei im Einsatz waren, dürfte auf der Rechnung ergänzt werden. Dafür könnten laut heute-Zeitung noch einmal 900 Euro fällig werden.

Ob sie die Rechnung für die Heli-Rettung tatsächlich erhalten, ist derzeit noch unklar.

Titelfoto: 123RF/VITALII SHCHERBYNA

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