Tüftler hat Opas Motorrad von 1926 nachgebaut

Ebersbach / Neugersdorf - Unglaubliche Geschichte: Frank Hille, leidenschaftlicher Fan von Oldtimer-Motorrädern und Rennfahrer, hat mehr als 15 Jahre lang jedes Einzelteil eines sehr seltenen Motorrads von 1926 zusammengesucht.

Hier und da muss noch eine Schraube festgezogen werden, aber die Maschine läuft.
Hier und da muss noch eine Schraube festgezogen werden, aber die Maschine läuft.  © Andeas Weihs

Der Grund: In Gedenken an seinen Großvater will der Ebersbacher beim gleichen Rennen mit der gleichen Maschine an den Start gehen, bei dem schon sein Opa vor 90 Jahren dabei war.

"Ich fahre schon viele Jahre Oldtimer-Rennen", erzählt Frank Hille (49).

"Wie mein Großvater und mein Vater auch schon vor mir." Sein Opa Felix Hille startete exakt vor 90 Jahren mit einer FN Sport beim Lückendorfer Bergrennen (4./5. August) im Zittauer Gebirge.

"Ich habe vor Jahren ein Programmheft gefunden, in dem er auch als Starter aufgeführt war. Da reifte in mir die Idee, zu seinen Ehren noch mal mit exakt dem baugleichen Motorrad mitzufahren."

Die FN Sport von 1926 stammt vom belgischen Hersteller Fabrique Nationale (FN). "Die haben erst Waffen hergestellt, später dann auch Autos und Motorräder.

In einem alten Programmheft des Lückendorfer Bergrennens von 1928 ist Hilles Großvater Felix Hille als einer der Starter aufgeführt.
In einem alten Programmheft des Lückendorfer Bergrennens von 1928 ist Hilles Großvater Felix Hille als einer der Starter aufgeführt.  © Andreas Weihs

Das Modell, das mein Opa fuhr, wurde nur in einer ganz kleinen Stückzahl produziert."

Nach dem Krieg wurde die Maschine von Felix Hille eingezogen und verschwand.

"Ich habe mir aus ganz Europa über 15 Jahre hinweg alle Einzelteile organisiert, natürlich alles Originale", sagt Frank Hille. Und dafür hat er keinen Cent bezahlt!

"Auf Oldtimermärkten wird getauscht. Jeder hat irgendwas, das der andere gebrauchen kann." In mühevoller Arbeit hat der Rennsportfan aus den alten Teilen eine neue "alte"

FN Sport gemacht. "Jetzt, zum 90. Jubiläum des Starts meines Großvaters, kann ich damit an den Start gehen. Das ist eine sehr emotionale Sache für mich."

Das Rennen selbst ist Hille bereits mehrfach gefahren. "Ich bin gespannt, wie es sich anfühlen wird, mit dieser Maschine dabei zu sein." Wer weiß, vielleicht fährt Hille ja sogar als Erster über die Ziellinie.

Frank Hille (49) und sein ganzer Stolz: Er baute über 15 Jahre hinweg die FN Sport komplett neu zusammen.
Frank Hille (49) und sein ganzer Stolz: Er baute über 15 Jahre hinweg die FN Sport komplett neu zusammen.  © Andreas Weihs

Titelfoto: Andreas Weihs