So kämpft der Vater des Ebersdorfer Macheten-Mörders für seinen Sohn

Jan D. (39) rauchte am Montag noch eine Zigarette, bevor es ins Gerichtsgebäude ging.
Jan D. (39) rauchte am Montag noch eine Zigarette, bevor es ins Gerichtsgebäude ging.  © Harry Härtel/Haertelpress

Chemnitz - „Wenn eine Fliege im Zimmer war, hat er das Fenster aufgemacht, um sie rauszulassen. Erschlagen konnte er sie nicht.“

So rührend beschrieb Jan-Günther D. (75) am Montag seinen Sohn Jan D. (39). Doch der ist wegen Mordes angeklagt - er soll dem Ehemann seiner Geliebten die Kehle mit einer Machete zerschnitten haben .

Der Rentner ist verzweifelt. „Ich komme heute noch nicht drüber hinweg“, erzählte er gestern im Chemnitzer Landgericht. Sein Sohn hatte ihm in der Untersuchungshaft gestanden: „Du kannst wirklich glauben - ich war’s.“

Die unendliche Vater-Liebe wird jetzt durch Schmerz überschattet. Der gelernte Schlosser sagte mit tränenerstickter Stimme: „Warum ist die verwerfliche Tat passiert?“ Im Frühjahr 2010 lernte der Vater die neue Freundin seines Sohnes kennen. Susan A. (31), mitangeklagt als Mörderin - sie soll die Tat geplant haben.

Als Jan-Günther D. erfuhr, dass die Frau verheiratet ist, brach für ihn eine Welt zusammen: „Hätte ich es eher gewusst, hätte sie meine Wohnung nicht betreten.“ Einerseits warnte er seinen Sohn: „Mit dieser Frau hast Du keine Zukunft.“

Andererseits wusste er aber: „Er hat sich so sehr eine Familie gewünscht.“

Der Prozess wird am 10. Juli fortgesetzt. Den Angeklagten droht lebenslange Haft.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0