App aus Sachsen soll Ebola ausrotten

Leipzig - Wegen der rasant um sich greifenden Ebola-Epidemie im Kongo hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in dieser Woche den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Da wird es allerhöchste Zeit für eine sächsische Erfindung, die in Afrika tausende Menschenleben retten könnte. Die Ebolapp durchläuft derzeit die letzte Testphase.

Wegen hoher Ansteckungsgefahr ist Schutzkleidung absolut notwendig.
Wegen hoher Ansteckungsgefahr ist Schutzkleidung absolut notwendig.  © AP/Abbas Dulleh

Die Idee kam in einer schlaflosen Nacht. Der Leipziger Ingenieur Michael Kölsch, Honorarkonsul der Republik Liberia, grübelte 2014 nach, wie man die Epidemie in Westafrika eingrenzen kann. Dann der Geistesblitz: eine App, die wie ein Warnsystem funktioniert.

Denn der Virus wird auch unbemerkt von Menschen übertragen, die noch gar nicht erkrankt sind. Die schweren Symptome treten erst später auf. Wer sich allerdings fünf bis sieben Tage nach der Ansteckung in Behandlung begibt, hat deutlich bessere Überlebens-Chancen.

Und so funktioniert die Warnung: Das Handy zeichnet via GPS das Bewegungsprofil der App-Nutzer auf. Kommt ein Erkrankter zum Arzt, kann dieser dessen Kontaktpersonen der letzten Tage (die also zur gleichen Zeit am gleichen Ort waren) mit einer Mitteilung warnen. So kann schneller Hilfe in Anspruch genommen werden.

Gemeinsam mit Leipziger Medizinern und Programmierern ließ Michael Kölsch das Projekt umsetzen, die Prüfung für verschiedene Handy-Modelle übernahmen Firmen aus Dresden und Chemnitz. In den nächsten Wochen erfolgt ein Feldversuch in Liberia, dann wird die WHO für die Verbreitung eingeschaltet. Spätestens 2020 soll die kostenlose App in der Krisenregion Leben retten.

Info: ebolapp.org

Der tödliche Ebola-Virus fordert in Afrika seine Opfer.
Der tödliche Ebola-Virus fordert in Afrika seine Opfer.  © imago images/Westend61
Eine App aus Sachsen soll demnächst tausende Menschenleben retten.
Eine App aus Sachsen soll demnächst tausende Menschenleben retten.  © 123RF/Holm Roehner

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