Atlantis! See trocknet aus und gibt versunkene Ruinen frei

Edertal - Der Edersee in Nordhessen ist infolge der monatelangen Trockenheit fast leer – und hat eine selten sichtbare Attraktion freigegeben.

Diese Miniatur-Staumauer ist nur bei sehr niedrigem Wasserstand zu sehen.
Diese Miniatur-Staumauer ist nur bei sehr niedrigem Wasserstand zu sehen.  © dpa/Uwe Zucchi

Ein Modell der Sperrmauer ist am westlichen Ende des Sees aus dem Wasser aufgetaucht.

Die Mini-Sperrmauer sei nur bei extremem Niedrigwasser zu sehen, erklärte der Edersee-Experte und Autor Uli Klein. Das Modell sei vor über 100 Jahren parallel zum Bau der echten Edertalsperre entstanden. "Ingenieure haben dort Strömungsversuche gemacht", sagte Klein.

Im März 1910 hatte der eigentliche Bau der Sperrmauer begonnen. Die Ingenieure benötigten aber auch ein Modell der Talsperre, das im April 1910 nahe der Bericher Hütte im Maßstab 1:40 fertig gestellt wurde.

"Daran testeten sie mit Wasser aus dem Mühlengraben des Werbe-Bachs das Strömungsverhalten des Wassers bei einem Überlauf der Sperrmauer und bei geöffneten Notablässen", erklärte der Autor.

Der nordhessische Edersee ist nur noch zu 13 Prozent gefüllt. In dem Stausee befinden sich die Ruinen verlassener Ortschaften, die bei Trockenheit auftauchen. Im Volksmund werden die versunkenen Gemäuer auch als "Edersee-Atlantis" bezeichnet.

Gleichzeitig ist der Wasserstand des Stausees ein Politikum: Er ist wichtig für den Tourismus in der Region, versorgt aber auch die Oberweser mit Wasser für die Schifffahrt.

Für Touristen sind die Ruinen im Edersee eine echte Attraktion.
Für Touristen sind die Ruinen im Edersee eine echte Attraktion.  © dpa/Uwe Zucchi

Titelfoto: dpa/Uwe Zucchi