Ehefrau gewürgt und mit Messer und Astschere bedroht: Gericht fällt Urteil

Darmstadt - Er hat seine Ehefrau gewürgt und auf der Flucht ein Polizeiauto gerammt – nun ist ein 53-Jähriger zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Der 53-Jährige wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt (Symbolbild).
Der 53-Jährige wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt (Symbolbild).  © dpa/Jens Wolf

Das Landgericht Darmstadt befand den geständigen Deutschen am Montag des versuchten Totschlags, der gefährlichen Körperverletzung, des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte für schuldig.

Der bislang nicht vorbestrafte Angeklagte aus Dietzenbach im Kreis Offenbach muss seiner 49 Jahre alten Frau auch 7500 Euro Schmerzensgeld zahlen. Sein Führerschein wurde eingezogen.

Mit dem Urteil folgte das Gericht in Darmstadt in der Tendenz der Staatsanwaltschaft, die auf neun Jahre Haft plädiert hatte. Die Verteidigung, die eine Affekttat nicht ausschließen wollte, hatte maximal vier Jahre und elf Monate Freiheitsstrafe gefordert.

Der Angeklagte hatte sich laut Gericht mit seiner Frau öfters gestritten. Das Paar lebte getrennt im gemeinsamen Haus.

Anfang Oktober eskalierte ein Streit. Der Mann würgte die Frau, bis sie kurz bewusstlos auf dem Wohnzimmerboden lag.

Auf der Flucht Polizeiwagen gerammt

Der Prozess wurde vor dem Landgericht Darmstadt verhandelt (Archivbild).
Der Prozess wurde vor dem Landgericht Darmstadt verhandelt (Archivbild).  © Christoph Schmidt/dpa

Als die Ehefrau flüchtete, verfolgte der Angeklagte sie den Angaben zufolge zuerst mit einer Astschere.

Dann holte er ein langes Messer aus der Küche.

Die Frau konnte sich aber in eine Einliegerwohnung retten und einschließen. "Das zeigt ein planmäßiges Verhalten des Angeklagten, so dass man nicht von Affekt sprechen kann", sagte der Vorsitzende Richter Volker Wagner in der Urteilsbegründung.

Auf der Flucht hatte der Angeklagte in einem Tempo 30-Bereich auf über 100 Stundenkilometer beschleunigt und einen abgestellten Polizeiwagen gerammt, der daraufhin weggeschleudert wurde.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: dpa/Jens Wolf


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