Ehefrau getötet und im eigenen Garten vergraben: Lebenslange Haftstrafe!

Lübeck - Dieser Fall erinnert an die Geschichte aus einem Krimi: Ein Mann tötet seine Ehefrau und vergräbt sie im Garten (TAG24 berichtete). Wenig später zieht seine Geliebte bei ihm ein. Das Gericht verurteilte den 40-Jährigen jetzt zu lebenslanger Haft.

Der 40-Jährige hält sich im Gerichtssaal eine Akte vors Gesicht.
Der 40-Jährige hält sich im Gerichtssaal eine Akte vors Gesicht.  © DPA

Mit dem Urteil folgte das Gericht den Anträgen der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage. Eine besondere Schwere der Schuld, wie von der Staatsanwaltschaft gefordert, stellten die Richter jedoch nicht fest.

Der Beweisaufnahme zufolge hatte der Angeklagte in der Nacht vom 26. auf den 27. Dezember 2017 seine schlafende Frau mit einem Kissen erstickt und die Leiche zunächst in einem Schuppen versteckt.

Seine Freundin, eine Nachbarin und Kameradin von der Freiwilligen Feuerwehr, zog noch am Abend des 27. Dezember bei ihm ein. "Sie schliefen im Ehebett des Angeklagten und schon am folgenden Abend gab es sexuelle Kontakte", sagte der Richter.

Damit sei die Behauptung des Angeklagten widerlegt, er habe die Nachbarin nur aus Hilfsbereitschaft aufgenommen, nachdem sie sich von ihrem gewalttätigen Ehemann getrennt hatte.

Das Geschehen erinnere an einen fantasievollen Krimi, sei aber grausame Realität, sagte der Vorsitzende der Schwurgerichtskammer, Christian Singelmann.

Vor dem Landgericht Lübeck musste sich der Mann verantworten.
Vor dem Landgericht Lübeck musste sich der Mann verantworten.  © DPA

Nachbarn, Feuerwehrleute und Kollegen der Ehefrau verfolgten im Gerichtssaal die Urteilsverkündung.

Die Kollegen hatten die Ermittlungen ins Rollen gebracht, in dem sie Vermisstenanzeige erstatteten, als ihre Kollegin am 29. Dezember nicht zur Arbeit in einem Hotel im Ostseebad Scharbeutz erschien (TAG24 berichtete).

"Die Erklärung ihres Mannes, sie sei zum Arbeiten in die Schweiz gefahren, haben wir von Anfang an nicht geglaubt. Davon hätte sie uns erzählt", hatten Kolleginnen ausgesagt.

Auch seinem Sohn, den Nachbarn und der Polizei, die Anfang Januar bei ihm auftauchte, tischte er dieses Märchen auf. Um die Geschichte zu bekräftigen, schickte er Anfang Januar noch Neujahrsgrüße per WhatsApp an das Handy seiner Frau. "Melde dich mal, damit wir wissen, wie es dir geht", schrieb er. Kurz darauf vergrub er die Leiche seiner Frau im Garten.

Fast genau elf Monate nach der Tat im Dezember 2017 verurteilte ihn das Lübecker Landgericht am Montag wegen Mordes an seiner Ehefrau zu lebenslanger Haft.

Titelfoto: DPA

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