Ehemaliger Chef der Stadtwerke Bielefeld wegen Veruntreuung angeklagt

Einen Schaden von 264.037 Euro sollen Brinkmann (s.Foto) und Gottschlich bei den Stadtwerken verursacht haben.
Einen Schaden von 264.037 Euro sollen Brinkmann (s.Foto) und Gottschlich bei den Stadtwerken verursacht haben.  © Andreas Frücht/Wolfgang Rdolf

Bielefeld - Jetzt rückt die Staatsanwaltschaft Bielefeld dem ehemaligen Geschäftsführer der Stadtwerke Bielefeld Wolfgang Brinkmann und dem früheren Betriebsratsvorsitzenden des Unternehmens, Wolfgang Gottschlich, zu Leibe und erhebt Anklage.

Im Fokus der Vorwürfe stehen die hohe Vergütung des einstigen Betriebsratsvorsitzenden, die er völlig zu unrecht erhielt. Während Brinkmann wegen der Veruntreuung von Geldern in elf Fällen angeklagt wird, wurde Wolfgang Gottschlich hingegen wegen Beihilfe und Betruges angeklagt. Bei 264.037 Euro liegt laut des Oberstaatsanwaltes Klaus Pollmann der Schaden, der den Stadtwerken entstanden sei.

Zwischen den Jahren 2007 und 2015 soll Gottschlich sich 184.341 Euro zu viel Gehalt in die eigene Tasche gesteckt haben. Zudem soll er Fahrten des Betriebsrates als Studienfahrten deklariert haben, doch diese dienten ausschließlich zu Unterhaltungszwecken und verstießen daher gegen das Begünstigungsverbot. Ein Schaden von 38.711 Euro entstand.

Vor dem Aufsichtsrat rechtfertigte Brinkmann laut Informationen des Westfalen-Blatts das Gehalt von Gottschlich damit, dass dieser die Position des Geschäftsführers der Fahrergesellschaft der Stadtwerke-Tochter MoBiel ausgeschlagen habe, was allerdings nicht der Fall war. Ein klarer Fall von Betrug.

Die Fraktion der Linken hatte die Ermittlungen im November 2014 in Gang gesetzt, nachdem sie wegen Untreue und Verstoßes gegen das Betriebsverfassungsgesetz Anzeige gegen Unbekannt gestellt hatten.

Titelfoto: Wolfgang Rudolf