Ehemaliger Rechten-Politiker betreibt Asylheim

In diesem ehemaligen Hotel sind die Asylbewerber untergebracht.
In diesem ehemaligen Hotel sind die Asylbewerber untergebracht.

Leipzig - "Schuld hat die politische Kaste, die den Eindruck erweckt, die Welt könne zu uns kommen. Was in Deutschland passiert, ist eine Katastrophe. Wer von einer Willkommenskultur spricht, beschimpft das deutsche Volk."

Der Mann, der diese Worte sagte, verdient viel Geld mit einem Asylbewerberheim. Wolfgang Seifert wird sein Apart-Hotel in Böhlen zu einer Unterkunft für 105 Flüchtlinge umfunktionieren. Das berichtet die Leipziger Volkszeitung.

Wolfgang Seifert hat nie ein Geheimnis aus seiner rechten Gesinnung und seiner Ablehnnung gegenüber Ausländern und Asylbewerbern gemacht.

Seiner Meinung nach werden die Asylbewerber durchgefüttert, würden sich in Deutschland im Schlaraffeland fühlen, und man können "nicht alle 50 Millionen Flüchtlinge zu uns kommen lassen", wir der 74-Jährige in der LVZ zitiert.

Er war jahrelang in der Partei "Die Republikaner", trat dort auch zu Bundestagswahlen an. Die Parteizentrale hatte ihren Sitz in einem seiner Berliner Häuser.

Er erklärt in der LVZ, dass er und seine Frau nicht mehr der Partei angehören: "Die Republikaner spielen keine politische Rolle mehr. Wir sind nicht mehr dabei."

Seine politische Einstellung hält ihn aber nicht davon ab, mit den kritisierten Asylbewerbern und politischen Umständen Geld zu verdienen. "Humanitäre und wirschaftliche Interessen treffen aufeinander", erklärte er.

Anders gesagt: Geld stinkt nicht.

Wie viel Geld das ist, lässt sich nur schätzen. In der Regel werden vom Freistaat monatlich 500 Euro pro Asylbewerber überwiesen.

Laut Seifert ist die Landesdirektion auf ihn zugekommen und hat ihm das Angebot unterbreitet, das Hotel anzumieten. Ein Angebot, das er nicht ablehnen konnte.

Der Vertrag zur Unterbringung der Asylbewerber läuft vorerst bis zum 30. April 2015.

Foto: dpa


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0