Muslima sollte mit dem Tod bestraft werden: Wollten sie Bruder und Ehemann umbringen?

Ravensburg - Im Prozess um den Mordversuch an einer jungen Muslimin (TAG24 berichtete) will das Landgericht Ravensburg am Freitag (8.30 Uhr) die Urteile gegen deren Familienangehörige verkünden.

Der Ehemann und Bruder der jungen Muslimin müssen sich vor dem Landgericht in Ravensburg verantworten.
Der Ehemann und Bruder der jungen Muslimin müssen sich vor dem Landgericht in Ravensburg verantworten.  © DPA

Angeklagt sind der Ehemann und Bruder wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. (TAG24 berichtete)

Den aus dem Libanon nach Deutschland gekommenen Eltern der Frau wirft die Staatsanwaltschaft gefährliche Körperverletzung vor.

Die beiden sollen die mutmaßlichen Haupttäter aus Syrien beziehungsweise dem Libanon zur Tötung aufgefordert haben, dann aber Hilfe für ihre schwer verletzte Tochter gerufen haben.

Das Gericht spricht von einem "Strafverfahren wegen eines Ehrenmordversuches". Das zur Tatzeit 17 Jahre alte Opfer sollte laut Anklage für einen mutmaßlichen Ehebruch mit dem Tode bestraft werden. (TAG24 berichtete)

Keiner der Angeklagten hatte seit dem Prozessauftakt im September zu den Vorwürfen Stellung genommen. Das Opfer hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesagt.

Wegen des Persönlichkeitsschutzes der Zeugin werden auch die für Freitag angesetzten Plädoyers in einer nicht-öffentlichen Sitzung gehalten.

Einer der angeklagten Verdächtigen: Es geht um versuchten Mordes an einer jungen Muslimin.
Einer der angeklagten Verdächtigen: Es geht um versuchten Mordes an einer jungen Muslimin.  © DPA

Update (18.30 Uhr):

Das Landgericht Ravensburg verurteilte den Mann der Muslimin am Freitag zu sechs Jahren und neun Monaten Gefängnis. Der zur Tatzeit 20 Jahre alte Bruder wurde nach Jugendstrafrecht zu siebeneinhalb Jahren in einer sozialtherapeutischen Einrichtung verurteilt. Der Vorsitzende Richter verwies auf dessen Reifeverzögerung.

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