Diese Stadt will Verkehrstote per Gesetz abschaffen

Vor allem für Fahrradfahrer sollen gefährliche Knotenpunkte entschärft werden. (Symbolbild)
Vor allem für Fahrradfahrer sollen gefährliche Knotenpunkte entschärft werden. (Symbolbild)  © 123RF (Symbolbild)

Berlin - Der Berliner Senat will den Verkehr in der Hauptstadt sicherer machen.

Ziel sei es, die Zahl der Verkehrstoten und -Schwerverletzten perspektivisch auf Null zu senken, sagte Verkehrs- und Umweltsenatorin Regine Günther (54, parteilos) am Dienstag.

Erreicht werden soll diese eher mittelfristige Zielstellung durch Deutschlands erstes Mobilitätsgesetz, das der rot-rot-grüne Senat nun auf den Weg brachte.

Das Gesetz sei Grundlage für die Mobilität der Zukunft in einer wachsenden Metropole, so Günther, die für die Grünen im Senat sitzt. "Je mehr Menschen auf Bus, Bahn oder Fahrrad umsteigen können und wollen, desto schneller kommen auch die voran, die auf das Auto angewiesen bleiben." Dabei geht es Günther zufolge um mehr Klima- und Umweltschutz, jedoch gleichzeitig um mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer und damit auch um mehr Lebensqualität.

Laut Gesetz soll es künftig an allen Haupt- und Nebenstraßen ein lückenloses Netz von Fahrradwegen geben. An Hauptstraßen sollen Radwege so breit sein, dass Überholen möglich ist, und teils baulich vom Autoverkehr getrennt sein. Geplant sind auch 100.000 neue Stellplätze für Fahrräder, die Hälfte davon an Haltestellen des ÖPNV. Drei große Fahrradparkhäuser sollen an den S-Bahn-Stationen Ostkreuz, Gesundbrunnen und Zehlendorf entstehen.

Im Jahr 2016 wurden in Berlin 58 Unfalltote gezählt, darunter etliche Fußgänger und Radfahrer. Laut Gesetz sollen jährlich bis zu 30 unfallträchtige Verkehrsknotenpunkte so umgestaltet werden, dass die Gefahr sinkt. Für den ÖPNV wird ein Vorrangnetz definiert, an dem sich alle weiteren Verkehrsplanungen auszurichten haben. Busse oder Trams sollen möglichst Vorfahrt haben.

Titelfoto: 123RF (Symbolbild)


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