Gefahr durch Gift-Raupen! So reagieren Frankfurt und andere Städte in Rhein-Main

Darmstadt/Wiesbaden - Die kleinen Raupen sind haarig, giftig und treten in Massen auf. In den kommenden Wochen bildet der Nachwuchs des Eichenprozessionsspinners seine gefährlichen Brennhaare aus.

Das Archivbild zeigt eine Raupe des Eichenprozessionsspinners.
Das Archivbild zeigt eine Raupe des Eichenprozessionsspinners.  © dpa/Patrick Pleul

Bevor es soweit ist, wollen ihm einige hessische Kommunen im Rhein-Main-Gebiet an hochfrequentierten Plätzen den Garaus machen.

Das Tierchen kann nicht nur Bäume kahlfressen, es ist auch für Menschen gefährlich. Das Nesselgift in den Haaren kann zu Hautrötungen, Juckreiz, Asthmaanfällen bis hin zu allergischen Schocks führen.

Alleine in Frankfurt sollen nach Angaben von Susanne Schierwater vom Umweltdezernat ab Ende April 6000 Einzelbäume in Kitas, Schulen oder Parkanlagen behandelt werden. Hinzu kommen 150 Hektar Waldfläche, für die Hubschrauber eingesetzt werden. "Man sprüht da, wo sie in den letzten Jahren auch aufgetreten sind", sagte Schierwater. Alleine Frankfurt lässt sich die Schädlingsbekämpfung bis zu 150.000 Euro kosten.

Aber auch Gießen, Darmstadt oder Wiesbaden gehen mit Spezialfirmen gegen die Schmetterlingsraupe vor. "Wir weiten das sogar noch aus", sagte der Leiter des Gartenamtes in Gießen, Thomas Röhmel. Hätten im vergangenen Jahr Kitas, Schulen, Sportanlagen und Spielplätze im Fokus gestanden, kämen jetzt noch Friedhöfe, Parkanlagen und teilweise auch Verkehrsgrün dazu. "Wir wollen sie erwischen, bevor die Brennhaare da sind."

In Wiesbaden will man die betroffenen Bäume ebenfalls besprühen. Die Kosten schätzt das Grünflächenamt auf rund 40.000 Euro – ein möglicherweise späteres Absaugen noch übrig gebliebener Nester nicht eingerechnet.

Der Eichenprozessionsspinner: Ein unscheinbarer Nachtfalter

Das Foto aus dem Jahr 2014 zeigt eines der typischen Nester der Raupen des Eichenprozessionsspinners.
Das Foto aus dem Jahr 2014 zeigt eines der typischen Nester der Raupen des Eichenprozessionsspinners.  © dpa/Bodo Marks

Grundsätzlich sei auch in diesem Jahr mit einem Befall der Bäume vor allen in den Gegenden um Gießen, Linden und Nidda zu rechnen, sagte der André Schulenberg vom Landesbetrieb Hessenforst.

"Vorbeugend machen wir nur ein Monitoring." Dabei werde schon im Winter geschaut, ob Nester zu finden sind. Am Rand von Wohngebieten würden diese abgesaugt.

Im Wald würde man dann eher Pflanzenschutzmittel nehmen. Bislang habe es aber keine großflächige Bekämpfung gegeben und die sei in den Wäldern auch dieses Jahr nicht nötig. Die Eichen könnten neu austreiben. Eine Bestandsgefährdung gebe es nicht und die werde auch nicht erwartet.

Auch Umweltschützer sehen das Vorgehen der Kommunen gegen die Raupen als notwendig an. "Das Gesundheitsthema ist ernst, das ist keine übertriebene Vorsicht", sagte Thomas Norgall vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Im Wald könne man betroffene Wege mal absperren, je tiefer es jedoch in Siedlungsbereiche hineingehe, desto problematischer werde es.

Der Schädling ist an den typischen Nestern zu erkennen, die sich wie ein weißes Gespinst oder dichtes Spinnennetz um starke Äste oder Astgabeln herumlegen. Die Nester sehen ähnlich aus wie bei der harmlosen Gespinstmotte.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein unscheinbarer Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von gerade einmal 25 bis 30 Millimetern.

Ein Warnschild mit der Aufschrift "Eichenprozessionsspinner" steht im Juni 2017 am Anfang einer Eichenallee.
Ein Warnschild mit der Aufschrift "Eichenprozessionsspinner" steht im Juni 2017 am Anfang einer Eichenallee.  © dpa/Patrick Pleul

Titelfoto: dpa/Patrick Pleul

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