Fieser Trick von Eigentümern, um mehr Miete zu kassieren

In Berlin haben die Klagen auf Eigenbedarf zugenommen. (Symbolbild)
In Berlin haben die Klagen auf Eigenbedarf zugenommen. (Symbolbild)  © DPA

Berlin - Wer in Berlin eine Wohnung bekommen will, kennt das Leid. Der Wohnungsmarkt ist vollkommen überlastet. Große Konkurrenz, knapper Wohnraum und die Mieten werden immer teurer.

Für viele kommt noch ein weiteres Problem hinzu. Die Klagen auf Räumung wegen Eigenbedarfs haben erheblich zugenommen. Das erklärte die Gerichtssprecherin Anne Gabriel dem "rbb".

Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist es klar festgehalten: Wenn der Besitzer die Wohnung braucht, hat er das Recht sie auch zu nutzen. So kann es schon mal passieren, dass langjährige Mieter plötzlich aus ihrer Wohnung müssten - wegen Eigenbedarfs.

Mietrechtsanwälte beobachten jedoch zunehmend Fälle von vorgetäuschten Eigenbedarf. "Man hat das Gefühl, dass in Zeiten der Wohnungsnot der Eigenbedarf dafür genutzt wird, unliebsame Mieter loszuwerden", sagte Benjamin Raabe vom Netzwerk Mieten und Wohnen dem "rbb".

Raabe fordert, dass das Gesetz zum Eigenbedarf verschärft werden soll. Inzwischen müssten auch Wohnungen für Au-Pairs oder gelegentliche Verwandtschaftsbesuche geräumt werden. Zudem berichtet der "rbb" von Fällen, indem Mieter aus ihren Wohnungen mussten und sie später gemerkt haben, dass sie für eine viel höhere Miete wieder vermietet wurden.

Grund für eine Gesetzänderung sieht der Eigentümer-Verband Haus & Grund nicht. Sie warnen ausdrücklich vor einer vorgetäuschten Eigenbedarfskündigung. Diese können für den Vermieter Schadensersatz-Zahlungen über mehrere Jahre zur Folge haben.


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